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Pfeffer-Rösel, oder: Die Frankfurter Messe im Jahre 1297
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Weimarische Zeitung, Nr. 86, 29.10.1853, S. 829: „Wir meinen das Erhalten dieses Stücks auf dem Repertoire gehöre auch mit zu den Theatergeheimnissen. Beabsichtigt man Popularität zu erlangen? Die gedrängt vollen Räume der obersten Region und des Parterres sprechen für diese Speculation, noch mehr aber das überraschende Auftreten des Herrn Director Marr, der an Stelle des plötzlich erkrankten Herrn Pätsch noch selbigen Tages die Rolle des Kaisers übernommen, wahrscheinlich um keine Mißstimmung beim Publicum hervorzurufen, das durch eine jähe Abänderung in der Regel seine Theaterlaune verliert. Wir schätzen es, daß ein Künstler wie Herr Marr, es nicht verschmäht, Aushülfsrollen zu übernehmen, sobald es gilt, dem Ganzen zu nützen. Uebrigens wurde das Sonntagsstück in allen Theilen brav gespielt; jede unbedeutende Rolle kam zur Geltung und es ist anerkennenswerth, wenn in so tumultuarischen Ritterkomödien nirgends eine Lächerlichkeit zum Vorschein kommt. Frau Hettstedt war ein niedliches Pfefferrösel. Die Darstellungen dieser Dame sprechen von Verständniß, sie besitzt viel Frische und ein sicheres Auffassungsvermögen, weßhalb wir auch den Tadel nicht verhehlen dürfen, daß sie sich vor zu viel Absichtlichkeit zu hüten und eine gewisse geschraubte Sprechweise ablegen muß, damit ihre Leistungen gerundeter und mehr aus einem Guß zur Anschauung gelangen. Herr Siedler, Junker Sonnenberg, spielte frisch und heiter, er war ein eleganter Junker und das ist für jene Rolle genug. Jedenfalls möchten wir nicht oft dergleichen gestiefelte und gespornte Stücke sehen, wir möchten sie um so weniger sehen, als Darstellungen werthvoller Werke, wie Fidelio, Romeo und Julie, das öffentliche Geheimniß, die weiße Dame, ja selbst der Mann mit der eisernen Maske, Zeugniß ablegen, daß mit den Kräften unserer Bühne auch künstlerische Eindrücke zu erzielen sind. Theatergeheimnisse nannten wir das Hervorsuchen einiger gehaltloser Stücke. Vielleicht gelingt es uns durch aufmerksames Beobachten in die Karten zu gucken und auf diese Weise das Geheimniß zu lüften.“