Notar Petrus Engelhard, Kleriker aus Mainz, beurkundet die durch Johannes [I. von Essendorf], Abt zu Weingarten, im päpstlichen Auftrag und auf Bitte des Grafen Albrecht von Werdenberg-Heiligenberg durchgeführte Erhebung der Pfarrkirche von Betenbrunn zu einem Kollegiatstift. Inseriert: lateinische Bulle Papst Bonifacius IX. vom 1. August 1398 (vgl. vorige Urkunde). Der Abt ernennt zum ersten Propst Johannes Simler von Oberndorf, ferner als Kanoniker die Priester Ulrich Edelmann, Heinrich Heckler und Nikolaus Miller. Es folgen die vom Grafen aufgestellten und vom Abt bestätigten Statuten des Stifts betreffend Einsetzung des Propstes und der Kanoniker, Gottesdienst, Kleidung und Verhalten der Kanoniker, Strafgewalt und Pfründen. Der Graf begabt das Stift mit den Einkünften der Pfarrkirche von Betenbrunn sowie mit denen der Pfarrkirche von Deggenhausen, soweit sie ihm als Vogt und Patron zustehen. Dazu schenkt der genannte Kanoniker Ulrich Edelmann als Seelgerät von Todes wegen Besitz und Einkünfte, die im folgenden in deutscher Sprache aufgeführt werden. Unter anderem handelt es sich dabei um den Hof in Sattelbach, den Edelmann von den Raitnern des Almosens der Stadt Konstanz gekauft hat und den derzeit Hamman Velder anbaut, sowie um Laienzehnten in Sattelbach, den Höfen zu Mengenschwiler (=Megetsweiler), dem Hof Grumbach (=Groben?), dem Hof zu Rymeswiler (=Rimersweiler), sowie von Gütern in Happenweiler, Gayken (=Geigen) und Friderichswiler (=Firmetsweiler). Es folgt die Investitur der neuen Stiftsgeistlichen.