Die Familie von der Portzen (Johann Ludwig und sein Sohn Arnold) verschuldete sich völlig. 1670 belastete sie die Halbscheid des Genneper Hofes im Erzstift Köln, Amt Kempen, unweit des Hauses Niersdonk gelegen, mit 1200 Rtlr. Von Caecilia Wedigh gelangte die Schuldforderung an die Familie Mylius, die 1677 wegen ausbleibender Zahlungen die Immission in den Hof erwirkte. Da jedoch auch andere Gläubiger Ansprüche stellten, wurde der Hof öffentlich versteigert (Subhastation). Er ging für 2860 Rtlr. an von Aschenbroich. Der Appellant, der an von der Portzen Forderungen hatte durch seine Heirat mit Cecilia Juliane von Morrien, deren Interessen während ihrer Minderjährigkeit zunächst von den Brüdern ihres Vaters, Walter und Wilhelm von Morrien, vertreten wurden, behauptet, bei der Versteigerung der Letzt- und Meistbietende gewesen zu sein (3060 Rtlr.) und beansprucht die Halbscheid des Genneper Hofes. Aschenbroich dagegen weist diese Forderung zurück, da von Danckelmanns Gebot erst „nach Ausgang der Kerzen“ erfolgt, eine derartige Erhöhung aber null und nichtig sei (Kerzenkauf).
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Die Familie von der Portzen (Johann Ludwig und sein Sohn Arnold) verschuldete sich völlig. 1670 belastete sie die Halbscheid des Genneper Hofes im Erzstift Köln, Amt Kempen, unweit des Hauses Niersdonk gelegen, mit 1200 Rtlr. Von Caecilia Wedigh gelangte die Schuldforderung an die Familie Mylius, die 1677 wegen ausbleibender Zahlungen die Immission in den Hof erwirkte. Da jedoch auch andere Gläubiger Ansprüche stellten, wurde der Hof öffentlich versteigert (Subhastation). Er ging für 2860 Rtlr. an von Aschenbroich. Der Appellant, der an von der Portzen Forderungen hatte durch seine Heirat mit Cecilia Juliane von Morrien, deren Interessen während ihrer Minderjährigkeit zunächst von den Brüdern ihres Vaters, Walter und Wilhelm von Morrien, vertreten wurden, behauptet, bei der Versteigerung der Letzt- und Meistbietende gewesen zu sein (3060 Rtlr.) und beansprucht die Halbscheid des Genneper Hofes. Aschenbroich dagegen weist diese Forderung zurück, da von Danckelmanns Gebot erst „nach Ausgang der Kerzen“ erfolgt, eine derartige Erhöhung aber null und nichtig sei (Kerzenkauf).
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 2. Buchstabe D
1693 - 1729 (1661 - 1723)
Enthaeltvermerke: Kläger: Eberhard von Danckelmann, kurfürstl. brandenburgischer Geheimer Rat, im Namen seiner Ehefrau Juliane geb. von Morrien Beklagter: Rombert Bernhardt von Aschenbroich zu Niersdonk und Konsorten: Gebr. Brüder Hermann und Franz Gereon Mylius, Kanzler und Räte der Hofkanzlei Köln, Schultheiß und Schöffen von Kempen Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Ulrich Zeller 1692 - Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs - Dr. Cornelius Lindheimer 1712 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert - Dr. Johann Goy 1722 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Ludolf Prokuratoren (Bekl.): Für Aschenbroich: Lic. Johann Philipp Nidderer 1693 - Lic. Wilhelm Heeser 1713 - Subst.: Dr. (Georg Andreas) Geibel - Für Kanzler und Räte der Hofkanzlei Köln: Lic. Johann Conrad Albrecht 1694 (1693) - Subst.: Dr. (Franz Heinrich) Krebs - Für Gebrüder Mylius: Lic. Conrad Franz Steinhausen 1693 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Hoffmann Prozeßart: Appellationis et mandati attentatorum revocatorii Instanzen: 1. Kurfürstl. Hofkanzlei Köln 1690 - 1692 - 2. RKG 1693 - 1729 (1661 - 1723) Beweismittel: Urteil der kurfürstl. Hofkammer Köln von 31. März 1692 (Q 6, Bl. 31f.). Subhastation des halben Genneper Hofs vom 22. März 1691 (Q 21). Specification Portzischer Schulden durch Schultheiß von Kempen (Q 23, 24). Abtretungserklärung des Arnold von der Portzen, der seinem Gläubiger Eberhardt von Danckelmann den Genneper Hof überträgt (Q 26). Vorakten Erbgenahmen Mylius ./. von der Portzen zu Nersdunck (Niersdonk) (Q 33). Darin: Zahlung des Genneper Halfmanns an den Herrn von Nievenheim (100f.). Taxation des halben Genneper Hofs 1690 auf 200 Rtlr. (111f.). Aufzählung der auf dem Genneper Hof lastenden Schulden, insgesamt über 12.000 Rtlr. (196f.). Liste der Schäden, die von Aschenbroich dem Halbmann des Genneper Hofs zugefügt hat (Q 51). RKG-Urteil vom 29. Okt. 1696 gegen Danckelmann (Q 61). Protokoll der zweiten Versteigerung (Haus Niersdonk), 20. Juli 1696 (Q 67). Kurkölnisches Urteil vom 4. Aug. 1691 für Aschenbroich (Q 68). Übersicht über den Wert der nachgelassenen Portzischen Güter (Q 69). Beschreibung: 8 cm, 362 Bl., lose; Q 1 - 79, 10a und b, Q 33 (Priora) gebunden (193 Bl.).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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09.01.2026, 11:13 AM CET