Kuhlo, D. Johannes; Pfarrer (Bestand)
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3.16
Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 07. Nachlässe
1573 - 1983
Johannes Kuhlo wurde am 8. Oktober 1856 als Sohn des Gohfelder Pfarrers Eduard Kuhlo geboren. Er besuchte ab 1865 die Lateinschule in Bad Oeynhausen, dann zunächst das Stiftsgymnasium Herford (ab 1868) und ab 1870 das Stiftsgymnasium Gütersloh. 1875 erhielt er das Reifezeugnis. Seine Zeit als Einjährig-Freiwilliger diente er in Halle an der Saale ab; danach studierte er Theologie in Halle, Leipzig und Erlangen. Das 1. Theologische Examen legte er 1879 in Münster ab; danach wurde er Oberhelfer im Rauhen Haus in Hamburg bei Wichern. Als Hauslehrer und Vikar arbeitete er bei Pfarrer Julius Möller in Alswede, Kirchenkreis Lübbecke, in diese Zeit fällt auch die politische Unterstützung Stoeckers durch Johannes Kuhlo. 1882 wurde er Pfarradjunkt mit dem Recht der Nachfolge in Hüllhorst, am 15. November 1882 wurde er als Pfarrer ordiniert. Er blieb Pfarrer in Hüllhorst bis 1893, als er von Friedrich von Bodelschwingh nach Bethel als Leiter der Westfälischen Diakonenanstalt Nazareth berufen wurde. Diese Funktion behielt er bis zu seiner Verabschiedung 1923; 1925 wurde er als Anstaltspfarrer pensioniert. Johannes Kuhlo war in erster Ehe mit Anna Siebold verheiratet, die ihm elf Kinder schenkte; sie starb 1908. 1915 heiratete Kuhlo ihre Schwester Else Sieblod, die 1933 starb. Kuhlo selbst starb am 16. Mai 1941.Kuhlos besondere Bedeutung liegt in seinem Einsatz für die kirchliche Blasmusik. Zuerst zusammen mit seinem Vater, dann nach dessen Tod als sein Nachfolger gab er das Posaunenbuch heraus, das in über vierzig Auflagen verarbeitet ist. Beide Kuhlos gelten als Ahnherren der ravensbergischen Posaunenbewegung; in immer neuen Reisen, auch in seinem aktiven Ruhestand hat Johannes Kuhlo die Bildung von Posaunenchören angeregt. Unzählige Lieder sind von ihm für Blasorchesterumgeschrieben worden. Kuhlos Bedeutung für die Kirchenmusik unterstreicht auch die Ehrendoktorwürde der theologischen Fakultät Erlangen, die ihm zum 70. Geburtstag verliehen wurde. Schon im Alter von 25 Jahren hatte Johannes Kuhlo den Spitznamen "Posaunengeneral" erhalten, unter dem er sein Leben lang bekannt war. Der Nachlass von D. Johannes Kuhlo wurde dem Landeskirchlichen Archiv vom seinem Sohn, Ltd. Medizinaldirektor i.R., Dr. Traugott Kuhlo, in zwei Etappen (1983 und 1985) übergeben; er wurde ergänzt durch eine weitere Abgabe von Prof. Wilhelm Ehmann (1985, Herford). Der Nachlass wurde 1985 von Dr. Bernd Hey geordnet und verzeichnet.
Bestand
Ehmann, Wilhelm "Johannes Kuhlo. Ein Spielmann Gottes", Luther-Verlag Witten, 1956
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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05.11.2025, 2:00 PM CET