Kurfürst Philipp von der Pfalz bekundet, dass sein Untertan (der unser) Wendel Stux von Neuenstadt am Kocher als Fuhrmann mit seinem Geschirr, Karren und Pferd die Landstraße von [Schwäbisch] Hall gebraucht hatte und beim Zoll, den die Schenken von Limpurg dort haben, durch einige Knechte des Götz Schenk von Limpurg auf Befehl des Zöllners aufgrund des Zolls aufgehalten und kontrolliert (gerechtfertigt) worden war, namentlich durch Hensel Sechsgulden (Henßlin sechs gulden) und Kunzel, Lochingers Knecht (Contzlin Lochingers knecht). Als sich der Fuhrmann zur Wehr gestellt hatte, war er getötet worden. Seine Ehefrau und Kindern haben darum Abtrag gefordert. Die pfalzgräflichen Räte Graf Michael von Wertheim, Graf Ludwig von Löwenstein, Ludwig von Eyb, Ritter und Vitztum zu Neumarkt, sowie Jakob Kuhorn, Doktor und Kanzler, haben zur Beilegungen der Irrung nunmehr zwischen den Parteien beredet, dass die zwei Knechte den Hinterbliebenen 46 Gulden an Gold oder gleichwertiger Münze geben und das Geld bis Weihnachten an den pfalzgräflichen Amtmann zu Weinsberg, Heinrich von Helmstatt, oder den Schultheißen zu Neuenstadt, Hensel Schwarz (Swartz Henseln), reichen sollen. Dafür werden sie einen Brief über die Rachtung erhalten. Die beiden Brüder des Getöteten, Lutz Mertin und Hans, sowie seine hinterbliebene Ehefrau Barbara sollen eine Verschreibung ausstellen, dass sie auf alle weiteren Forderungen gegen den Zöllner Walter Krauß (Kruß), die anderen Beteiligten und insbesondere gegen Götz Schenk von Limpurg als den Oberherrn des Zolls (oberhern der ort) verzichten. Beide Parteien haben die Einhaltung des Vertrags versichert.
Show full title
Kurfürst Philipp von der Pfalz bekundet, dass sein Untertan (der unser) Wendel Stux von Neuenstadt am Kocher als Fuhrmann mit seinem Geschirr, Karren und Pferd die Landstraße von [Schwäbisch] Hall gebraucht hatte und beim Zoll, den die Schenken von Limpurg dort haben, durch einige Knechte des Götz Schenk von Limpurg auf Befehl des Zöllners aufgrund des Zolls aufgehalten und kontrolliert (gerechtfertigt) worden war, namentlich durch Hensel Sechsgulden (Henßlin sechs gulden) und Kunzel, Lochingers Knecht (Contzlin Lochingers knecht). Als sich der Fuhrmann zur Wehr gestellt hatte, war er getötet worden. Seine Ehefrau und Kindern haben darum Abtrag gefordert. Die pfalzgräflichen Räte Graf Michael von Wertheim, Graf Ludwig von Löwenstein, Ludwig von Eyb, Ritter und Vitztum zu Neumarkt, sowie Jakob Kuhorn, Doktor und Kanzler, haben zur Beilegungen der Irrung nunmehr zwischen den Parteien beredet, dass die zwei Knechte den Hinterbliebenen 46 Gulden an Gold oder gleichwertiger Münze geben und das Geld bis Weihnachten an den pfalzgräflichen Amtmann zu Weinsberg, Heinrich von Helmstatt, oder den Schultheißen zu Neuenstadt, Hensel Schwarz (Swartz Henseln), reichen sollen. Dafür werden sie einen Brief über die Rachtung erhalten. Die beiden Brüder des Getöteten, Lutz Mertin und Hans, sowie seine hinterbliebene Ehefrau Barbara sollen eine Verschreibung ausstellen, dass sie auf alle weiteren Forderungen gegen den Zöllner Walter Krauß (Kruß), die anderen Beteiligten und insbesondere gegen Götz Schenk von Limpurg als den Oberherrn des Zolls (oberhern der ort) verzichten. Beide Parteien haben die Einhaltung des Vertrags versichert.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 824, 330
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Philipp >> Entscheide, Anlässe und Verträge II (Kurfürst Philipps von der Pfalz) >> Urkunden
1500 Dezember 4 (freyttag sant Barbaren tag)
fol. 494v-495v
Urkunden
Ausstellungsort: [ohne Ort]
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz (Sekretsiegel)
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz (Sekretsiegel)
Kopfregest: "Vertragk antreffen Wendell Stuxen von der Nuwenstatt am Kocher und Gotz Schenck von Limpurgk und etlich sin knecht die Wendell lyblos gemacht haben".
Barbara; m. Wendel Stux von Neuenstadt, erw. 1500
Helmstatt, Heinrich von; Amtmann zu Weinsberg, pfalzgräflicher Rat, erw. 1496, 1501
Krauß (Kruß), Walter; Zöllner, erw. 1500
Kuhorn (Kühorn, Kuwhorn), Jakob; kurpfälzischer Kanzler, -1502/1503
Kunzel; Knecht des Lochinger, erw. 1500
Mertin, Lutz; Bruder des Hans Stux, erw. 1500
Schenk von Limpurg, Götz; erw. 1500
Schwarz, Hensel; Schultheiß zu Neuenstadt am Kocher, erw. 1500
Sechsgulden, Hensel; limpurgischer Knecht, erw. 1500
Stux, Hans; Bruder des Wendel, erw. 1500
Stux, Wendel, von Neuenstadt am Kocher; Fuhrmann, Opfer eines Totschlags, erw. 1500
Schwäbisch Hall SHA
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
04.04.2025, 8:13 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)
- Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) (Archival tectonics)
- Amtsbücher (Archival tectonics)
- Kopialbücher (Archival tectonics)
- Kopialbücher (Archival holding)
- Weltliche Territorien und Herrschaften (Classification)
- Kurpfalz (Classification)
- Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten (Classification)
- Philipp (Classification)
- Entscheide, Anlässe und Verträge II (Kurfürst Philipps von der Pfalz) (Record)
- Urkunden (Item)
Public Domain Mark 1.0 Universal