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Bestand Forchtenberg I (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Kommunalarchive im Hohenlohekreis >> Stadt- und Gemeindearchive >> Stadtarchiv Forchtenberg >> Teilorte
(1357) 1400-1949
Inhalt und Bewertung
Forchtenberg entstand im 13. Jahrhundert in Anlehnung an eine von Konrad von Dürn erbaute Burg als Nachfolgeort der im gleichen Jahrhundert abgegangenen Siedlung Wülfingen (erstmals erwähnt 771). 1298 wird Forchtenberg erstmals als Stadt bezeichnet. 1323 kamen Burg und Stadt an die Herren von Hohenlohe und wurden zum Sitz eines hohenlohischen Amtes. Bei der Hauptlandesteilung 1556 fiel Fochtenberg an die Linie Hohenlohe-Neuenstein. Später folgten als Besitzer der Stadt die Teillinien Hohenlohe-Oehringen (1677), Hohenlohe-Weikersheim (1708) und wieder Hohenlohe-Oehringen (1756). 1806 fiel Forchtenberg zusammen mit den übrigen hohenlohischen Besitzungen an das Könígreich Württemberg und wurde Sitz eines Patrimonialamtes im Oberamt Neuenstein. Nach Auflösung des Patrimonialamtes (1809) wurde die Schultheißerei Forchtenberg dem Oberamt Schöntal zugeschlagen. Kurze Zeit später (1812) wechselte die Stadt verwaltungstechnisch zum Unteramt Sindringen im Oberamt Öhringen. Nach der Auflösung des Sindringer Unteramtes (1819) gehörte Forchtenberg unmittelbar zum Oberamt Öhringen, das ab 1938 als Landkreis firmierte. Der Landkreis Öhringen ging 1973 im Hohenlohekreis auf.
Der Bestand umfasst die Überlieferung der Stadt Forchtenberg vom Mittelalter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
Gliederung: 1. Urkunden; 2. Akten; 3. Bände; 4. Rechnungen.
Forchtenberg entstand im 13. Jahrhundert in Anlehnung an eine von Konrad von Dürn erbaute Burg, als Nachfolgeort der im gleichen Jahrhundert abgegangenen Siedlung Wülfingen (771 Uulfinga, 1042 Sitz eines Grafen Heinrich im Kochergau). 1234 tritt ein Rupertus de Vortemberg als Zeuge in einer Urkunde Königs Heinrich VII. auf. 1298 wird Forchtenberg zum ersten mal Stadt genannt. 1323 übergab Ruprecht III. von Dürn, kurz vor seinem Tode Kraft II. von Hohenlohe ¿alle Mannlehen und alle eigen edel Leut¿ die er vom Reich, vom Erzbischof von Mainz, und den Bischöfen von Würzburg und Regensburg vom Abt von Ellwangen besaß. Burg und Stadt Forchtenberg mit allen Rechten fiel damit an Hohenlohe. Forchtenberg wurde Sitz eines hohenlohischen Amtes. Bei der Hauptlandesteilung von 1556 fiel Forchtenberg an die Linie Hohenlohe - Neuenstein, 1677 an deren Zweig Hohenlohe Öhringen, 1708 an Hohenlohe Weikersheim und 1756 wieder an Hohenlohe Öhringen. Vor dem Übergang an Württemberg (1806) gehörten zum hohenlohischen Amt Forchtenberg die Orte Ernsbach, Weißbach und Niedernhall. Nach der Mediatisierung (1806) war Forchtenberg Sitz eines Patrimonialamts im Oberamt Neuenstein. 1809 nach Auflösung des Patrimonalamts, fiel die Schultheißerei Forchtenberg an das Oberamt Schöntal, 1812 an das Unteramt Sindringen im Oberamt Öhringen. Nach der Auflösung des Unteramts Sindringen (1819) gehörte Forchtenberg unmittelbar zum Oberamt und nach 1938 zum Landeskreis Öhringen. Die frühere Kirche in Wülfingen, heute noch als Friedhofskapelle benützt, dürfte zu den ältesten unseres Landkreises gehören. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wird die Michaelskirche in Forchtenberg genannt. Im 13. Jahrhundert schenkten die Herren von Dürn das Patronat der Michaelskirche dem Kloster Amorbach. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit den Patronatsherren führte Hohenlohe 1541 die Reformation ein und 1589 wurde die Pfarrei Forchtenberg der Superintendentur Neuenstein zugeteilt. 1598 kaufte Hohenlohe - Neuenstein die gesamten kirchlichen Rechte vom Kloster Amorbach. Die Pfarrei Forchtenberg, zu der ursprünglich zahlreiche Orte und Wohnplätze gehörten, wurde auf das Gebiet der Gemeinde beschränkt. Über die Anfänge des Stadtarchivs Forchtenberg haben sich einige Nachrichten erhalten. 1827 wurden aus dem im Rathaus aufbewahrten Schriftgut ältere Akten ausgeschieden und ein ¿Repertorium über die ältere Registratur auf dem Rathhaus¿ angelegt. Die ¿ältere Registratur¿ umfaßte vor allem Inventuren und Teilungen, Vormundschaftsakten, Schuldklagen, Strafsachen, zivile Rechtsstreitigkeiten, Zunftsachen, Kirchen- und Schulakten, Ehesachen. Weid- und Forstsachen u.a. bei einer Laufzeit vom 17. Jahrhundert bis 1819. Der größte Teil der hier erfassten Akten finden sich heute im Stadtarchiv Forchtenberg. Das Repertorium über die 1827 laufende Registratur ist nicht mehr vorhanden. 1836 wurde die ¿hiesige Stadtregistratur¿ neu geordnet und gerichtliche Akten betreffend Auswärtige an die entsprechenden Registraturen der Gemeinden Sindringen, Ernsbach, Orendelsall, Wohlmuthausen und Zweiflingen abgegeben. Schultheiß Krauß legte 1909 einen ¿Plan über die Ortsregistratur¿ an. Diesem lag ein Stichwortalphabet der Hauptbegriffe mit Signaturen (Kasten, Fach) zugrunde. Das gesamte Schriftgut der Stadt Forchtenberg wurde in 10 Kästen mit einer größeren Zahl von Fächern aufgewahrt. Es fehlen Angaben zur Laufzeit der Akten. Im gleichen Jahr erstellte Schultheiß Krauß ein ¿Verzeichnis der in der hiesigen Registratur vorgefundenen wertvollen alten Urkunden¿. 1935 wurde die Schriftgutablage der Stadtverwaltung Forchtenberg auf Flattich'schen Aktenplan umgestellt. (Hugo Flattich: Systematischer Aktenplan für die Württembergische Gemeindeverwaltung, Stuttgart, 1934). Bei dieser Gelegenheit wurden ältere Akten ausgeschieden und in die sogenannte ¿alte Rathausregistratur¿ umgelagert. 1940 ließ der Lehrer Wilhelm Müller die, wie er betont, stark verschmutzten und ungeordneten Archivalien aus dem Rathaus ins Schulhaus schaffen und begann mit der Sichtung und Ordnung des alten Schriftguts. Er erwähnte Verluste und Schäden die durch Umlagerungen des Schriftguts und durch ¿Briefmarkenräuber und andere Interessenten¿ entstanden sind. Lehrer Müller teilte das gesamte Schriftgut in vier Hauptgruppen (Urkunden - A, Beziehungen zur Herrschaft - B, Stadtgemeinschaft - C und Privatsachen einzelner Bürger-D) mit Gruppen (I...) und Untergruppen (I.1...). Das Ergebnis der Ordnungsarbeiten war ein Repertorium des Stadtarchivs. Wilhelm Müller betreute das Stadtarchiv bis 1965. 1966 wurden die Archivalien des Stadtarchivs Forchtenberg und weitere Akten bis 1945 in einen Raum des alten Spitals umgelagert und von Stadtarchivar Rauser neu geordnet. Hierbei wurde die Müller`sche Ordnung zerstört und die alten Signaturen teilweise entfernt. Stadtarchivar Rauser hat versucht die Akten nach dem Ordnungsplan A in ¿Archivpflege in den Kreisen und Gemeinden¿ (hg. Württembergische Archivdirektion und Staatsarchiv Sigmaringen, Stuttgart, 1952) zu ordnen. Der gute Ansatz ist aber nur teilweise umgesetzt worden. Der größte Teil der Akten wurden als Nachtragsnummern außerhalb jedes Ordnungsschemas durchnumeriert. In dem 1966 erstellten Verzeichnis sind die Titel der einzelnen Faszikel und Angaben zur Laufzeit mangelhaft (z.B. Laufzeit nur in Jahrhunderten, so 19. Jh.). 1996 wurde das alte Schriftgut der Stadt Forchtenberg in das neu eingerichtete Stadtarchiv in der alten Schule umgelagert. Bürgermeister Tuffentsammer gebührt das Verdienst die Einrichtung des neuen Stadtarchivs und die umfassende Ordnung und Verzeichnung des Schriftguts veranlaßt zu haben, die der Kreisarchivar 1997 durchführte. Die Ordnung und Verzeichnung des Bestands wurde unter gleichzeitiger Trennung der Akten nach 1935, die der Flattich-Altregistratur zugeordnet wurden, durchgeführt. Die Archivalien wurden, wie bei Gemeindearchiven üblich, nach ihrer äußeren Form, d.h. nach Urkunden, Akten und Bänden getrennt. Außerdem wurde für die Rechnungen eine weitere Gruppe gebildet. Die Urkunden wurden chronologisch gelegt und durchnumeriert. Die in Urkunden gebrauchten Heiligennamen erscheinen ohne Klammer, die aufgelösten Daten in runden Klammern. [Nachtrag: Zum Bestand zählen 16 Urkundeneinheiten in 0,15 lfdm.] Die Akten waren, wie schon betont, teilweise nach den Richtlinen der Württ. Archivdirektion von 1952, Ordnungsplan A - für Akten, geordnet. Da ältere Ordnungsansätze nicht mehr festgestellt werden konnten, empfahl es sich, den gesamten Aktenbestand nach diesem Schema zu ordnen. Die hier nicht berücksichtigten Sozialversicherungsakten, wurden bei der Hauptgruppe 8 - Wirtschaft eingegliedert. Der Aktenbestand umfaßt nunmehr 632 Büschel in 25 lfdm [Nachtrag: 637 Büschel in 25,2 lfdm.]. Die Bände wurden nach dem Ordnungsplan B - für Bände der gleichen Richtlinien der Württ. Archivdirektion von 1952 geordnet und umfassen 265 Nummern in 10,5 lfdm [Nachtrag: 272 Bände in 10,85 lfdm.]. Die Rechnungen unterscheiden sich wesentlich von den übrigen Akten und Bänden und wurden gesondert verzeichnet. Sie umfassen 813 Büschel in 21 lfdm [Nachtrag: 824 Büschel in 21 lfdm.]. Die im neuen Repertorium verwendeten Signaturen (U.., A.., B.., R..) finden sich auf den Archivalien bzw. den Aktenumschlägen wieder in blauer Farbe. Das nun erschlossene Archiv gibt umfassend Auskunft über die Entwicklung der Stadt Forchenberg in den letzten vor allem 300 Jahren. Wertvolle Ergänzungen bieten die im Pfarrarchiv Forchtenberg aufbewahrten Archivalien. Weiteres Material vor allem für die Zeit vor 1806 verwahrt das Hohenlohe Zentralarchiv Neuenstein, nach 1806 das Staatsarchiv Ludwigsburg in den Beständen F 192 (Oberamt Öhringen) und FL 20/14 (Landratsamt Öhringen) Neuenstein, 1997 Rainer Gross, Kreisachivar Nachträge: Vier neu aufgefundene Protokollbände wurden im Oktober 2011 dem Bestand hinzugefügt. Mehrere Archivalien, die sich im Kern-Museum befanden, wurden im Mai 2013 dem Bestand hinzugefügt. Ein neu aufgefundener Band wurde im Januar 2014 dem Bestand hinzugefügt. Dr. Thomas Kreutzer, Kreisarchivar
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.