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Regest: Graf Philipp zu Katzenellenbogen stiftet aus religiösen Motiven, besonders für das Seelenheil seiner Eltern Johann und Anna, zur Ehre Gottes, der hl. Maria sowie der hll. Sebastianus, Georg, Cosmas und Damian, Caecilia und Elisabeth einen neuen Altar zu St. Goar in der Kirche auf der rechten Seite neben dem Pfarraltar (”pfaraltair“) (”von nuwes und unserem vetterlichen erbe gebauwet gestifft und begabet). Zur Einhaltung der Stiftung sind seine Erben und Nachkommen verpflichtet, die ”Rheinfels, die Burg St. Goar, die Stadt und dem Zoll daselbst sämtlich oder einzeln besitzen“. Als Stiftungswerte werden angeführt Renten von 21 Gulden von bestimmten Gütern und Pfandgütern: Rente von 4 Gulden, zu zahlen von Lucas Nicolaus Nequam Sohn zu Oberwesel (3 Gulden) und von Matt. Rothuß (1 Gulden), und zwar aus ihrem Weinberg in der Hebestait unterhalb Oberwesel, der vorher Moubecher gehörte und angrenzt an Henne Beckers von Oberwesel, Hartmann Withus und Cleßgen Decker. Eine Rente von 2 Gulden, zu zahlen von Claß Magerman, Bürger zu Oberwesel, von einem Weinberg unter Schloss Schönberg gelegen, früher dem Herrn Joh. von Schonenbergh gehörig. Eine Rente von einer halben Mark, zu zahlen von der Stadt Oberwesel, und zwar für (ligt uff) das Rathaus daselbst, d.h. für den hinteren Teil desselben, der nächst dem Kak (= Schandpfahl) liegt (theille hinden, daß negst daß Kax was). 1 Gulden und 12 Weißpf. zu zahlen von Georg von Bormich, Bueteryns Eidam von Hirtzennauwe, und zwar aus einem Weinberg zu Garten, belastet mit drei Vierteln Bedewein, sowie mit dem Zehntem und dem Lohn des Feldschützen, angrenzend an Else Wirtz und Gutte Chrisman. Rente von 2 Gulden, zu zahlen durch Hell Zimmerman von seinem Weinberg am Bornicher Elligh am Grunberg, der vorher dem Henn Pillen gehörte und angrenzt an Werner Wack. 1 Gulden Rente, zu zahlen durch Werner Karbach von seinem Wingert, früher dem Henne Karbechers gehörig und uff der Heimbach zu Fellen gelegen, belastet mit Zehnt, Feldschützenlohn und einem Drittel der Trauben, angrenzend an Goar Welmich und Friedrich Murer. Eine Rente von 6 Gulden zahlt der Schneider Waldecker von einem Wingert in Enchgenbach, der früher Hengen Walchen gehörte. 2 Gulden zahlen jährlich Rome Henne zu Hausen und Schwertz Peter von einem Wingert in Huettennack, früher Else Wack gehörig. Eine Rente von 6 Gulden und 6 Weißpf. zahlt Wigandt Hassen zu St. Goar von einem Wingert zu Pruffe (?) im Hemminger Berg, früher Heintz Wolffs Erben gehörig, angrenzend an Dönges Dietherich. Der Zensit verpfändet als Sicherheit weiter seinen Weinberg an der Heimbach, angrenzend an Juden Peter von Welmich bezw. Dönges Becker von Werle. Weiter werden für den Altar gestiftet 100 rh. Gulden, die gezahlt werden sollen von den Einwohnern von St. Goar und Biebernheim als Maibede und Schatzung. Von der Zahlung sind Priester, Edelleute usw. ausgenommen. Die Bürgermeister von St. Goar sind für die Zahlung der Summe an die zwei Priester verpflichtet. Die Zahlung erfolgt zu je einem Viertel an den Quatembertagen usw. Neben. dieser Neustiftung werden gleichzeitig zwei Benefizien aufgebessert, und zwar eins auf dem Dreikönigenaltar auf dem Lettner (uff dem letter) in der Kirche, das von dem +Grafen Eberhard von Katzenellenbogen gestiftet worden ist, und das zweite auf dem Altar, den der +Pastor zu Bormich Wilhelm mit Erlaubnis des Grafen gestiftet hat. Zu diesem zweiten Benefizium (dieses genannten Pastor Wilhelm) werden 20 Gulden in Renten gestiftet, die sich wie folgt zusammensetzen: Davon zahlen nämlich 2 Gulden Goar Brandt von Bert Kornß Wingert oben bei Hausen, angrenzend an Wigandt Barth von St. Goar und Seicher Hanß Henn von Husen. 2 Gulden Culman ”zum Schwert“ von seinem Hause der Münzgasse (Muntzgaße), früher dem Dilman Foltz gehörig. 2 Gulden Dönges Diethrich von einem Wingert am Werlinger Berg, früher Pele Wynandis gehörig, gelegen an Badenhardts Nußbäumen, angrenzend. an Adam ”zum Radt“ in St. Goar und Cuntz von Bingenheym zu Werle. 1 Mark von einem Wingert abwärts Husten, früher Diel Wacke, jetzt Werner Wtacke, Henrich Mölner und Cleßgen Enckelen von St. Goar gehörig. 2 Gulden zahlen Göbelen Henn und Henne Stack von einem Wingert unterhalb Husen, früher Elsken am Stack gehörig, belastet mit 4 Schillingen an die Kirche zu Husen und 18 Pfennig an die Kirche U. L. Frau zu Oberwesel, gelegen vor dem Wingert von Werner Mack zu St. Goar. 1 Gulden jährlich zahlt Henne von Bornich von einem Wingert uff der Platten zwischen den Kindern von Hen Schneider und Krugkelgins Kindern, vorher Schwabier gehörig, belastet mit 8 Groschen jährlich (ablösbar mit 8 Gulden) an Heintz Burggraven zu Husen sowie mit Feldschützenlohn und Zehnten. 1 Gulden zahlen Heinen Henn und Wilh. Reiden von ihrem Wingert zu Rode zwischen Rulen und Debeß von Bornich. 3 Gulden zahlt Hanß Heintz von einem Wingert zu Ranßthal bei der Hutten, vorher Ketter (?) Dubelß gehörig, belastet mit einem Drittel der Trauben an die Herrschaft usw., angrenzend an dessen Bruder Henne bezw. Wolff von Oberwesel. 3 Gulden zahlen Henne Unbescheiden und Reiden Henn von einem Wingert uff Huderißen zwischen Helle Peter van Bornich und Herrn Peter Menheimes Sohn von. St. Goar, belastet u.a. mit 14. Maas Bedewein. 1 Gulden zahlen Becker Henne und Henne Graßengeber von einem Wingert in Butzhelder zu Bornich zwischen Clas Molner und Reitz Henne. 1 Mark zahlen Peter Fuiß und Hellen Peter von einem Wingert uff Hinderressy bei dem ”weinpfaltz (!)“ am neuen Weg. 1 Mark zahlt Reiden Benn von. einem Wingert zu liund.erres y beim. Weinplatz (1) am neuen Weg usw. Für das Benefizium auf dem Dreikönigealtar werden folgende Werte überwiesen: Rente von 2 Gulden, zu zahlen von Ulen Claß von seinem Wohnhause in der Hellengasse, vorher Henn Pyll gehörig und bei der ”Stivepe-Hoffe“ gelegen, belastet mit 18 Pfennig an die Stiftsherren von St. Goar. 3 Gulden Rente, zu zahlen durch Henne von Kamppe von einem Wingert oberhalb Hausen und einem Hause zu Hausen, beide früher Peter Walmelecher gehörig usw. 3 Gulden Rente zahlt Demut Schepertz dem Oden Henne und Demut Helle von ihrem Wingert in dem Rode, früher Henn Kelners gehörig und zwischen Peyners Henne und Herrn Joh. Dudenfelt gelegen. Eine Rente von 1 Mark zahlt Goar Schneider von seinem Hause bei dem ”Zalle“, das der Herrschaft gehörte und an die Stiftsherren von St. Goar ebenfalls mit 1 Mark belastet ist. 1 Mark zahlt Heintz Paderßbergh zu St. Goar von einem Wingert im dem Koillrop, angrenzend an Adam ”zum Schwanen“ und Henne Zulp. 1 Gulden zahlt Badenhardts Wiese, bei Klein Dieters bezw. bei Schepmans Maele gelegen. 1 Gulden zahlt Henne Weißgerber vom einer Wiese am Bornicher Bach unterhalb Elers Mühle. Beide Offizien sollen je von zwei Priestern versehen werden. Die Verleihung der Offizien liegt bei den Stiftern. Der Beliehene muss Priester sein oder binnen Jahresfrist Priester werden. Das Vorschlagsrecht liegt bei dem Stifter, der den Kandidaten dem Dechant und Kapitel von St. Goar präsentiert, die ihrerseits auf die Erfüllung der Stiftungsbestimmungen achten müssen. Die genannten Priester dürfen keine anderen Offizien oder Benefizien zu St. Goar haben. Sollte einer ein anderes Benefizium haben, so solle die Belehnung verfallen sein. Weder der Papst noch der Erzbischof noch sonst ein kirchlicher Oberer soll an diesen Bestimmungen etwas ändern dürfen. So ist auch des Stifters Wille, dass das Offizium, das der genannte Pastor Wilhelm gestiftet hat und das vom ihm (dem Grafen) verbessert worden ist, nur einer solchen Person übertragen wird, die auf der Orgel spielen kann, damit man einen Organisten für das von ihm (dem Grafen) gestiftete Werk (= die Orgel) (”wir han laßen machen“) habe. Die Unterhaltungspflicht der Orgel soll den Stiftern obliegen. Stirbt einer der vier Priester, so sollen ihm seine Gefälle bis Johannistag ganz gehören usw. Jeder Priester ist verpflichtet, täglich eine Messe zu lesen, und zwar abwechselnd von Sonntag an, und zwar einen Tag um den andern oder eine Woche um die andere. Alle Opfergaben sind in einer Büchse zu sammeln und zu verteilen. Die Messe soll gefeiert werden zu Ehren der ”hochgelobten, hochwürdigen Königin, Mutter und Magd Maria“, und zwar an allen Tagen., wo das kirchlich möglich ist usw. Bei den Gebeten für die Verstorbenen bezw. beim Lesen der Messe soll der Priester den drei anderen assistiert werden usw. An Sonn- und Feiertagen, wenn man die Pfarrmesse hält oder predigt, die nach altem Herkommen nach der Mette beginnt, so sollen die vier Priester nach Beendigung der Predigt oder nach der Wandlung während der Pfarrmesse zur Kapelle U. L. Frau gehen, dort zur Messe läuten und die Messe feiern. Wenn man in dem Stift ”nicht singt“, soll man die Messe werktags um 6 Uhr feiern und an Sonn- und Feiertagen zu dem Zeitpunkt, nachdem das Offertorium auf dem Pfarraltar gelesen ist. In der Kreuzwoche sollen die vier Priester mit ihren Chorröcken mit dem Kreuzen gehen wie die anderen Priester und sonstigen Mitglieder des Stiftes usw. Am Donnerstag in den Vier Fronfasten sollen die vier Priester, wenn man zur Vesper läutet, in die Kirche gehen und Vigilien mit 9 Lektionen singen und am Freitag eine Seelmesse lesen statt der Messe zur Ehre U. L. Frau usw. Die Überwachung der Pflichterfüllung der Geistlichen wird dem gräflichen Burggrafen zu Rheinfels und dem Zollschreiber zu St. Goar auferlegt. Weiter stiftet der Graf einen Zins für eine Ampel, die jeden Abend bei Beginn der Dämmerung angezündet werden und die ganze Nacht bis zur Beendigung der Messe am kommenden Morgen brennen soll. 1 Gulden Zins erhält auch der Orgelspieler, und zwar jeder der beiden Priester abwechselnd ein Jahr lang. Dies sind die für die Ampel und Orgel bestimmten Zinsen: 3 Gulden werden gezahlt von Mölnerhaus zu St. Goar oben am Hause derer von Niendorf. 3 Gulden zahlt Goar Welmich von dem sog. Kumpelgeshaus bei Henrich Scheber und ”unden ahm Greben-Eck“. 2 Gulden werden gezahlt von einem Wingert zu Hinderfeld. 3 Mark desgleichen von Reitz Hengen von einem Wingert im Paderßberger Helde bei Pfaffen-Rath zwischen Adam Fuiß‘ Weingart und Herm. Frijen. 1/2 Mark zahlt Henne van Reinbell von einem Wingert zu Garten neben Werner Wacke. Weiter bestimmt der Graf, dass falls die Bürger und Einwohner zu St. Goar und Biebernheym arm würden, es wäre durch Krieg, Mißwachs, Brand usw., so dass sie die 100 Gulden nicht zahlen könnten oder dass die Güter und Pfänder die Rente nicht mehr abwerfen würden, dann sollten die 100 Gulden aus dem gräflichen Zoll genommen werden. uff s. Killanus tagh d. h. bischoffs Siegler: der Graf, das Stift St. Goar (großes Kapitelssiegel) sowie Schultheiß und Schöffen des Gerichts St. Goar mit dem Gerichtssiegel. 1477 Februar 9 (Trierischen Stils 1476; datum in castro Erembreitstein nona mensis Februarii) Erzbischof Johann von Trier bestätigt die vorhergehende Stiftung. Beglaubigte Abschrift des Nicolaus Deuren.
Urkunden
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
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Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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