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Kloster Gotteszell Urkunden (Bestand)
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Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 1 Abteilung I: Ältere Bestände >> 1.7 Klöster >> Kloster Gotteszell
1295-1708
Vorwort: 1. Klostergeschichte Die Keimzelle von Kloster Gotteszell im Landkreis Regen am Fuß des Bayerischen Waldes entstand 1285 durch eine fromme Stiftung Heinrichs von Pfelling, eines Ministerialen der Grafen von Ortenburg. Gemeinsam mit seiner Gemahlin Mechthild von Rotteneck übertrug Heinrich der Zisterzienserabtei Aldersbach umfangreichen Besitz, darunter seine villa Drosslach, mit der Auflage, dort eine Zelle für zwei Mönche zu errichten, die die Seelsorge in der Umgebung übernehmen sollten. Bereits ein Jahr später bestätigte sein Schwager, der Regensburger Bischof Heinrich von Rotteneck, die Neugründung und benannte diese in cella Dei, zu deutsch Gotteszell, um. Nach dem Tod des kinderlos verstorbenen Stifterpaares ließen die Mönche aus den Steinen der Pfellinger Burganlage die Klosterkirche und Konventgebäude neben dem Meierhof der Burg errichten. Zunächst wurde die auf 13 Mönche angewachsene Gemeinschaft als Priorat von Kloster Aldersbach geführt. Im Jahr 1320 erfolgte mit Zustimmung des Generalkapitels der Zisterzienser die Umwandlung in eine eigenständige Abtei. Noch unter dem ersten Abt Berthold (1320 - 1343), der dem Mutterkloster Aldersbach entstammte, wurde im Jahr 1339 die Klosterkirche zu Ehren der heiligen Muttergottes Maria geweiht. Ein erstes Salbuch von 1400 zeugt von den umfangreichen Besitzungen links und rechts der Donau sowie im Bayerischen Wald. Einem zunächst bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung des jungen Klosters im Verlauf des 14. Jahrhundert, der in die Übertragung der - 1671 wieder entzogenen - Hofmarksrechte für die Pfellinger Liegenschaften durch Kaiser Ludwig den Bayern gipfelte, folgte der wirtschaftliche Niedergang ab 1450. Neben Missernten zogen vor allem die Hussiten- und Böcklerkriege das Kloster in Mitleidenschaft. Schon im Jahr 1466 sah Abt Stephan sich gezwungen, einige Kirchenschätze an Kloster Aldersbach zu verkaufen, und 1479 musste das Mutterkloster dem verarmten Konvent ein Darlehen gewähren. Auch der Erwerb des Marktes Ruhmannsfelden durch Tausch vom Kloster Aldersbach im Jahr 1501 führte nicht zu der erhofften wirtschaftlichen Konsolidierung, sondern brachte dem Kloster vielmehr für die kommenden Jahrhunderte zahlreiche Rechtsstreitigkeiten mit den Bewohnern des Marktes ein. Wie in vielen anderen bayerischen Klöstern folgte im Zeitalter der Reformation schließlich auch der disziplinarische Niedergang der Gotteszeller Gemeinschaft, die zudem durch die Pest (1613), mehrere Brände (1629, 1641, 1646) und den Einfall der schwedischen Truppen (1634, 1641) in Mitleidenschaft gezogen war. Im Jahr 1651 starb der letzte Konventuale von Gotteszell. Abt Christoph (1638 - 1651) verließ daraufhin das Kloster. Bis 1658 wurde die Abtei vom Mutterkloster Aldersbach aus betreut. Von hier aus erfolgte auch die Wiederbesiedlung unter Abt Bonifaz Hildebrand (1658 - 1689), der den Wiederaufbau der Abtei aus seinem Privatvermögen förderte. Die Überlassung der Braurechte durch Kurfürst Ferdinand Maria im Jahr 1667 sorgte für eine stabile wirtschaftliche Grundlage. Im 18. Jahrhundert erlebte das Kloster eine neue Blüte. 1729 erfolgte die heute nur noch in Teilen erhaltene barocke Ausgestaltung der Klosterkirche durch die Gebrüder Asam. Im Jahr 1752/60 unterstanden dem Kloster 148 gerichts- und grundbare Anwesen, wovon sich 26 im Volleigentum befanden, hinzu kamen etwa 115 grundbare Güter in den Landgerichten Viechtach, Mitterfels, Schwarzach, Straubing und Vilshofen. Am Vorabend der Säkularisation lebten 22 Mönche in Gotteszell, das zwar nicht als reich, aber innerlich gesund beschrieben wurde. Die Auflösung erfolgte am 24. März 1803. Die Gebäude und Liegenschaften erzielten durch Verkauf und Versteigerung einen Erlös von fast 55.000 Gulden zugunsten der Staatskasse. Zudem ging gut die Hälfte des Waldbesitzes in staatlichen Besitz über. Die Klosterkirche wird heute als Pfarrkirche genutzt. Ein Flügel des ehemaligen Klostergebäudes dient als Pfarrhaus, in einem weiteren wurde die Volksschule eingerichtet. Teile der Klosteranlage und die meisten Neben- und Wirtschaftsgebäude wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen. 2. Bestandsgeschichte Der vergleichsweise kleine Urkundenbestand des Klosters Gotteszell im Bayerischen Hauptstaatsarchiv umfasst 142 Urkunden mit einer Laufzeit von 1295 - 1708. Davon stammen etwa 20 Urkunden, die vornehmlich den Markt Ruhmannsfelden betreffen, aus dem Altbestand der Gerichtsurkunden Viechtach. Sie ließen sich im Zug einer Provenienzanalyse dem Bestand von Kloster Gotteszell zuordnen. Die Überlieferung enthält neben einigen Privilegien der bayerischen Herzöge und zwei Papsturkunden hauptsächlich Urkunden zu Rechtsgeschäften aus dem Bereich der Grund- und Gerichtsherrschaft, darunter vor allem Kauf-, Leibrechts- und Übergabebriefe. 3. Literatur Hermann und Anna BAUER: Klöster in Bayern. Eine Kunst- und Kulturgeschichte. München 1985, S. 198-199. Anton EBERL: Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters Gotteszell im bayerischen Walde auf Grund eingehender archivalischer Studien. Deggendorf 1935. Heimatverein GOTTESZELL (Hg.): 700 Jahre Gotteszell. Gotteszell 1986. Michael HARTIG: Die niederbayerischen Stifte - mächtige Förderer deutscher Kunst, München 1939, S. 168-176. Edgar KRAUSEN: Die Klöster des Zisterzienserordens in Bayern, München 1953, S. 45-47 (= Bayerische Heimatforschung, Heft 7). Robert MÜNSTER: Zur Musikpflege in der Zisterzienserabtei Gotteszell im 18. Jahrhundert. In: Kirchenmusikalisches Jahrbuch 84 (2000), S. 101-110. Rudolf PENZKOFER (Bearb.): Das Landgericht Viechtach und das Pfleggericht Linden. München 1968 (= Historischer Atlas von Bayern Teil Altbayern, H. 18). Alfons Maria SCHLEGLMANN: Geschichte der Säkularisation im rechtsrheinischen Bayern, Bd. 3/2, München 1906, S. 96-114. Fritz SCHOSSER: Gotteszell. Regensburg 1988 (= Schnell & Steiner, Kleine Kunstführer, Nr. 738). Lois TREML: Gotteszeller Heimat-Geschichte. Gotteszell 2000. Klaus WOLLENBERG: Die Zisterzienser in Altbayern, Franken und Schwaben. München 2. Auflage 1999 (= Hefte zur bayerischen Geschichte und Kultur Bd. 7). Dr. Monika Ofer
Kloster Gotteszell Urkunden
Dr. Monika Ofer
142
Bestand
Urkunden
ger
Hinweise zum Bestand: Die unten genannten Bestellnummern wurden entnommen und sind nun den folgenden Beständen zugeordnet: Kloster Gotteszell Urkunden 1 Jetzt: Kloster Metten Urkunden 21 /I Kloster Gotteszell Urkunden 2 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 90/1 Kloster Gotteszell Urkunden 19 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 545/2 Kloster Gotteszell Urkunden 20 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 545/3 Kloster Gotteszell Urkunden 59 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1663 Kloster Gotteszell Urkunden 62 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1667 Kloster Gotteszell Urkunden 63 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1668 Kloster Gotteszell Urkunden 64 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1669 Kloster Gotteszell Urkunden 65 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1682 Kloster Gotteszell Urkunden 67 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1694 Kloster Gotteszell Urkunden 69 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1696 Kloster Gotteszell Urkunden 70 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1698 Kloster Gotteszell Urkunden 71 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1699 Kloster Gotteszell Urkunden 72 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1702 Kloster Gotteszell Urkunden 79 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1722 Kloster Gotteszell Urkunden 132 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1828 Kloster Gotteszell Urkunden 135 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1837 Kloster Gotteszell Urkunden 136 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1838 Kloster Gotteszell Urkunden 138 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden1845 Kloster Gotteszell Urkunden 143 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1861 Kloster Gotteszell Urkunden 144 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1861 Kloster Gotteszell Urkunden 145 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 145 Kloster Gotteszell Urkunden 146 Jetzt: Kloster Aldersbach Urkunden 1862 Die Bestellnummern Kloster Gotteszell Urkunden 104 und 106 fehlen im Bestand.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.