Haus der Deutschen Kunst (Bestand)
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Haus der Deutschen Kunst
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.2 Verbandsschriftgut >> 5.2.2 Geschichte, Kultur, Kunst, Presse und Medien, Weltanschauung
1932-1949
Haus der Deutschen Kunst: Geschichte des Bestandes:
Die Abteilung V des Bayerischen Hauptstaatsarchivs verwahrt unter der Bestandsbezeichnung "Haus der Deutschen Kunst" insgesamt 191 Archivalieneinheiten. Sie wurden im Jahr 1989 zwar vom Haus der Kunst übernommen, die Überlieferungsgeschichte ist jedoch kompliziert, da das Haus der Kunst nur als Nutzer unter wechselnden Rechtsformen fungiert (zuletzt seit 1992 als "Stiftung Haus der Kunst München, gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH") und nicht für das Gebäude und das dort ursprünglich vorhandene Inventar zuständig ist. Diese Vermögenswerte stehen im Eigentum des Freistaates Bayern und werden als "Sondervermögen Haus der Kunst" vom Kultusministerium verwaltet. Den Kernbestand des übernommenen Aktenbestandes, der eigentumsrechtlich unter das Inventar zu zählen wäre, bilden Unterlagen der ursprünglich unter diesem Namen eingerichteten Anstalt des öffentlichen Rechts "Haus der Deutschen Kunst". Weitere Anteile gehen auf die Verwaltung des Sondervermögens Haus der Kunst (bzw. zunächst dessen treuhänderischer Administration) aus der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie auf die Münchner Künstlergenossenschaft zurück.
Bestandsgliederung und inhaltliche Charakterisierung:
Die Gliederung des Bestandes spiegelt die verschiedenen Herkunftsstellen der Unterlagen wieder; die Bezeichnungen der Hauptkapitel lauten daher: 1. Haus der Deutschen Kunst (Neuer Glaspalast), Anstalt des öffentlichen Rechts; 2. Treuhandverwaltung bzw. Abwicklungsstelle des Hauses der Deutschen Kunst; 3. Münchner Künstlergenossenschaft bzw. (seit 1939) Sektor "Bildende Kunst" der Kameradschaft der Künstler Münchens e.V.
Die Überlieferung der Anstalt Haus der Deutschen Kunst selbst (Hauptkapitel 1) bezieht sich dabei ausschließlich auf die Großen Deutschen Kunstausstellungen. Diese sind in unterschiedlichen Phasen (Vorbereitung, Einlieferung, Nachbereitung) zeitlich lückenhaft dokumentiert. Während über die Einlieferungsverzeichnisse die Großen Deutschen Kunstausstellungen der Jahre 1941 bis 1944 komplett oder teilweise fassbar werden, liegen von den Anmeldungen lediglich die des Jahres 1944 vor. Die Nachbereitung (Auftragsbestätigungen und Kaufvereinbarungen; Abrechnungen über verkaufte Stücke; Rücklieferungen an die Künstler; Umsatzstatistik) betrifft wiederum die Jahre 1940 bis 1944.
Die vorhandenen Unterlagen geben einerseits einen vertieften Einblick in die Organisation der Großen Deutschen Kunstausstellungen, bieten andererseits aber auch die Möglichkeit, einzelne Künstler sowie einzelne Kunstwerke und gegebenenfalls deren Käufer zu identifizieren: Aus den Anmeldungen für die Große Deutsche Kunstausstellung 1944 (Nr. 10-15) gehen die Namen der Künstler, die Bezeichnung der angemeldeten Objekte, schließlich die tatsächlich ausgestellte Werke und die verlangten Preise hervor; diese Informationen können in den Einlieferungsverzeichnissen (getrennt nach Malerei, Graphik und Plastik; Nr. 173-191) auch für weitere Jahre nochmals verifiziert werden; die Abrechnungen über den Verkauf von Ausstellungsstücken bzw. die Auftragsbestätigungen für die Rücklieferungen für die Jahre 1940 bis 1944 (Nr. 1-9) enthalten schließlich die Namen der Künstler und die Bezeichnung der Objekte, während die Kaufvereinbarungen (Nr. 16-18) zusätzlich noch die Namen der Käufer sowie die Kaufpreise aufweisen; die beiden jüngsten Bände der Kaufvereinbarungen nach der Großen Deutschen Kunstausstellung 1944 (Nr. 19 und 20) geben schließlich sogar noch einen Einblick in die Abwicklung dieser letzten Großen Deutschen Kunstausstellung, sind dort doch auch Fälle dokumentiert, in denen der Kauf nachträglich auf Anordnung der Militärregierung rückgängig gemacht wurde.
In jedem Fall aber ist eine solche Recherche mit einem gewissen Suchaufwand verbunden, da die Unterlagen in der Regel chronologisch (nach Einlieferungsdatum bzw. nach Verkaufs- oder Abholdatum der Kunstwerke) geordnet sind, also in der Regel keinen schnellen Zugriff auf einzelne Namen zulassen.
Die Akten der Treuhandverwaltung bzw. Abwicklungsstelle des Hauses der Deutschen Kunst (Hauptkapitel 2) umfassen die Jahre 1945 bis 1949. Neben allgemeiner Korrespondenz (etwa in Personalangelegenheiten, in Sachen Rückgabe und Auslieferung von Kunstwerken oder Rücküberweisung von Anzahlungen; Nr. 28) und einer speziellen Korrespondenzserie vorwiegend mit Künstlern, die vor allem die Herausgabe einzelner Kunstwerke betrifft (Nr. 29-35), finden sich auch hier Unterlagen, die für die konkrete Recherche nach bestimmten Kunstwerken und Künstlern geeignet sind: Insbesondere die Rücklieferungs- und Empfangsbestätigungen über Ausstellungsstücke (Nr. 23-27) enthalten wiederum die Namen der Künstler nebst der Bezeichnung der Werke; Einblick in die politische Gesinnung der Künstler selbst kann eine Serie von Fragebögen und Spruchkammerbescheiden von Künstlern geben (Nr. 38-42); vermutlich stellte der Nachweis der Entnazifizierung die Voraussetzung für die Rückgabe von Kunstwerken durch die amerikanische Treuhandverwaltung dar, weshalb diese Unterlagen bei der Abwicklungsstelle vorgelegt werden mussten.
Den umfangmäßig überwiegenden Anteil des Bestandes bilden Unterlagen der Provenienz Münchner Künstlergenossenschaft bzw. (seit 1939) Sektor "Bildende Kunst" der Kameradschaft der Künstler Münchens e.V. (Hauptkapitel 3). Neben Gremiensitzungen, Organisation und Verwaltung dieser Vereinigung ist auch deren Ausstellungstätigkeit dokumentiert; hier wären vor allem die Großen Münchener Kunstausstellungen, aber auch sonstige Ausstellungen und Veranstaltungen, etwa anlässlich der Olympischen Spiele 1936, zu nennen. Besonders hervorzuheben sind noch zwei Bände mit (alphabetisch geordneten) Biographien zeitgenössischer bildender Künstler (Nr. 36-37), die wohl von der Münchner Künstlergenossenschaft zusammengestellt wurden, sowie eine über hundert Bände umfassende Sammlung von Presseausschnitten aus den Jahren 1932 bis 1943; diese sind thematisch geordnet und beziehen sich auf Kunstausstellungen im ganzen Reich (Nr. 43-46), auf (bei Kunstausstellungen vertretene) Künstler (Nr. 47-76), auf Einzelausstellungen, insbesondere die Großen Münchner Kunstausstellungen (Nr. 95-102), auf Künstlerverbände, Kunstauktionen, dann auf Stipendien und Preise für bildende Künstler, Ausstellungsorte, auf einzelne Persönlichkeiten (z.B. Franz Graf Pocci oder Paul Ludwig Troost) sowie auf allgemeine Fragen der Kunst und Kultur. Die Presseausschnittsammlung, deren Entstehen im Umfeld der Münchner Künstlergenossenschaft nur aus dem Überlieferungszusammenhang geschlossen werden kann, stellt in ihrer Breite einen eigenen, nicht zu unterschätzenden Schwerpunkt des Bestandes dar. Dass diese Unterlagen überhaupt in den Bestand Haus der Deutschen Kunst gelangt sind, hängt mit der Tatsache zusammen, dass die 1949 wiederbegründete Münchner Künstlergenossenschaft ihren Sitz (bis 2014) im Haus der Kunst gefunden hat.
Weitere Überlieferung
Erst im Jahr 2005, also lange nach der erfolgten Übernahme der Unterlagen in das Bayerische Hauptstaatsarchiv, entschloss sich das Haus der Kunst dazu, ein eigenes Archiv zu etablieren. Dieses Historische Archiv des Hauses der Kunst (https://hausderkunst.de/historisches-archiv) ist eine Einrichtung der Stiftung Haus der Kunst GmbH. Es verwahrt vorwiegend Unterlagen zu Bauprojekt und Gebäude sowie Dokumente, die über die wirtschaftlichen Belange und die Organisation des Hauses der Kunst sowie der Gesellschaft der Freunde des Hauses der Kunst und der Ausstellungsleitung e.V. Auskunft geben können. Zum Bestand des Archivs gehören außerdem eine umfangreiche Plansammlung, Plakate und diverse Objekte, wie z.B. Büromaschinen und Ausstattungsdekor. Die Bestände geben Einblick in die Entwicklung und den Ausstellungsbetrieb des Hauses seit den 1930er-Jahren. Einige der Dokumente wie zum Beispiel die Künstlerkartei des Hauses der Deutschen Kunst, in der jeder Bewerber von 1938 bis 1943 registriert wurde, ist in der Archiv Galerie im Haus der Kunst öffentlich digital zugänglich.
Da der vorliegende Bestand "Haus der Deutschen Kunst" des Bayerischen Hauptstaatsarchivs sowie die im Historischen Archiv des Hauses der Kunst befindlichen Unterlagen aufgrund der komplizierten eigentumsrechtlichen Situation nicht systematisch und nach archivischen Gesichtspunkten voneinander abgegrenzt werden konnten, sondern die Bestandsbildung vorwiegend situations- und lagerungsbedingten Voraussetzungen gehorchen musste, so empfiehlt es sich, bei entsprechenden Forschungsvorhaben stets beide Institutionen heranzuziehen.
Schließlich sei noch darauf verwiesen, dass die Großen Deutschen Kunstausstellungen 1937-1944 weitgehend über die Onlinedatenbank www.gdk-research.de recherchierbar sind. Es handelt sich dabei um ein DFG-gefördertes Kooperationsprojekt unter Federführung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, München, mit dem Haus der Kunst, München, und dem Deutschen Historischen Museum, Berlin, das unter anderem auch unter Beteiligung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs realisiert wurde.
September 2018
Dr. Thomas Paringer
Die Abteilung V des Bayerischen Hauptstaatsarchivs verwahrt unter der Bestandsbezeichnung "Haus der Deutschen Kunst" insgesamt 191 Archivalieneinheiten. Sie wurden im Jahr 1989 zwar vom Haus der Kunst übernommen, die Überlieferungsgeschichte ist jedoch kompliziert, da das Haus der Kunst nur als Nutzer unter wechselnden Rechtsformen fungiert (zuletzt seit 1992 als "Stiftung Haus der Kunst München, gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH") und nicht für das Gebäude und das dort ursprünglich vorhandene Inventar zuständig ist. Diese Vermögenswerte stehen im Eigentum des Freistaates Bayern und werden als "Sondervermögen Haus der Kunst" vom Kultusministerium verwaltet. Den Kernbestand des übernommenen Aktenbestandes, der eigentumsrechtlich unter das Inventar zu zählen wäre, bilden Unterlagen der ursprünglich unter diesem Namen eingerichteten Anstalt des öffentlichen Rechts "Haus der Deutschen Kunst". Weitere Anteile gehen auf die Verwaltung des Sondervermögens Haus der Kunst (bzw. zunächst dessen treuhänderischer Administration) aus der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie auf die Münchner Künstlergenossenschaft zurück.
Bestandsgliederung und inhaltliche Charakterisierung:
Die Gliederung des Bestandes spiegelt die verschiedenen Herkunftsstellen der Unterlagen wieder; die Bezeichnungen der Hauptkapitel lauten daher: 1. Haus der Deutschen Kunst (Neuer Glaspalast), Anstalt des öffentlichen Rechts; 2. Treuhandverwaltung bzw. Abwicklungsstelle des Hauses der Deutschen Kunst; 3. Münchner Künstlergenossenschaft bzw. (seit 1939) Sektor "Bildende Kunst" der Kameradschaft der Künstler Münchens e.V.
Die Überlieferung der Anstalt Haus der Deutschen Kunst selbst (Hauptkapitel 1) bezieht sich dabei ausschließlich auf die Großen Deutschen Kunstausstellungen. Diese sind in unterschiedlichen Phasen (Vorbereitung, Einlieferung, Nachbereitung) zeitlich lückenhaft dokumentiert. Während über die Einlieferungsverzeichnisse die Großen Deutschen Kunstausstellungen der Jahre 1941 bis 1944 komplett oder teilweise fassbar werden, liegen von den Anmeldungen lediglich die des Jahres 1944 vor. Die Nachbereitung (Auftragsbestätigungen und Kaufvereinbarungen; Abrechnungen über verkaufte Stücke; Rücklieferungen an die Künstler; Umsatzstatistik) betrifft wiederum die Jahre 1940 bis 1944.
Die vorhandenen Unterlagen geben einerseits einen vertieften Einblick in die Organisation der Großen Deutschen Kunstausstellungen, bieten andererseits aber auch die Möglichkeit, einzelne Künstler sowie einzelne Kunstwerke und gegebenenfalls deren Käufer zu identifizieren: Aus den Anmeldungen für die Große Deutsche Kunstausstellung 1944 (Nr. 10-15) gehen die Namen der Künstler, die Bezeichnung der angemeldeten Objekte, schließlich die tatsächlich ausgestellte Werke und die verlangten Preise hervor; diese Informationen können in den Einlieferungsverzeichnissen (getrennt nach Malerei, Graphik und Plastik; Nr. 173-191) auch für weitere Jahre nochmals verifiziert werden; die Abrechnungen über den Verkauf von Ausstellungsstücken bzw. die Auftragsbestätigungen für die Rücklieferungen für die Jahre 1940 bis 1944 (Nr. 1-9) enthalten schließlich die Namen der Künstler und die Bezeichnung der Objekte, während die Kaufvereinbarungen (Nr. 16-18) zusätzlich noch die Namen der Käufer sowie die Kaufpreise aufweisen; die beiden jüngsten Bände der Kaufvereinbarungen nach der Großen Deutschen Kunstausstellung 1944 (Nr. 19 und 20) geben schließlich sogar noch einen Einblick in die Abwicklung dieser letzten Großen Deutschen Kunstausstellung, sind dort doch auch Fälle dokumentiert, in denen der Kauf nachträglich auf Anordnung der Militärregierung rückgängig gemacht wurde.
In jedem Fall aber ist eine solche Recherche mit einem gewissen Suchaufwand verbunden, da die Unterlagen in der Regel chronologisch (nach Einlieferungsdatum bzw. nach Verkaufs- oder Abholdatum der Kunstwerke) geordnet sind, also in der Regel keinen schnellen Zugriff auf einzelne Namen zulassen.
Die Akten der Treuhandverwaltung bzw. Abwicklungsstelle des Hauses der Deutschen Kunst (Hauptkapitel 2) umfassen die Jahre 1945 bis 1949. Neben allgemeiner Korrespondenz (etwa in Personalangelegenheiten, in Sachen Rückgabe und Auslieferung von Kunstwerken oder Rücküberweisung von Anzahlungen; Nr. 28) und einer speziellen Korrespondenzserie vorwiegend mit Künstlern, die vor allem die Herausgabe einzelner Kunstwerke betrifft (Nr. 29-35), finden sich auch hier Unterlagen, die für die konkrete Recherche nach bestimmten Kunstwerken und Künstlern geeignet sind: Insbesondere die Rücklieferungs- und Empfangsbestätigungen über Ausstellungsstücke (Nr. 23-27) enthalten wiederum die Namen der Künstler nebst der Bezeichnung der Werke; Einblick in die politische Gesinnung der Künstler selbst kann eine Serie von Fragebögen und Spruchkammerbescheiden von Künstlern geben (Nr. 38-42); vermutlich stellte der Nachweis der Entnazifizierung die Voraussetzung für die Rückgabe von Kunstwerken durch die amerikanische Treuhandverwaltung dar, weshalb diese Unterlagen bei der Abwicklungsstelle vorgelegt werden mussten.
Den umfangmäßig überwiegenden Anteil des Bestandes bilden Unterlagen der Provenienz Münchner Künstlergenossenschaft bzw. (seit 1939) Sektor "Bildende Kunst" der Kameradschaft der Künstler Münchens e.V. (Hauptkapitel 3). Neben Gremiensitzungen, Organisation und Verwaltung dieser Vereinigung ist auch deren Ausstellungstätigkeit dokumentiert; hier wären vor allem die Großen Münchener Kunstausstellungen, aber auch sonstige Ausstellungen und Veranstaltungen, etwa anlässlich der Olympischen Spiele 1936, zu nennen. Besonders hervorzuheben sind noch zwei Bände mit (alphabetisch geordneten) Biographien zeitgenössischer bildender Künstler (Nr. 36-37), die wohl von der Münchner Künstlergenossenschaft zusammengestellt wurden, sowie eine über hundert Bände umfassende Sammlung von Presseausschnitten aus den Jahren 1932 bis 1943; diese sind thematisch geordnet und beziehen sich auf Kunstausstellungen im ganzen Reich (Nr. 43-46), auf (bei Kunstausstellungen vertretene) Künstler (Nr. 47-76), auf Einzelausstellungen, insbesondere die Großen Münchner Kunstausstellungen (Nr. 95-102), auf Künstlerverbände, Kunstauktionen, dann auf Stipendien und Preise für bildende Künstler, Ausstellungsorte, auf einzelne Persönlichkeiten (z.B. Franz Graf Pocci oder Paul Ludwig Troost) sowie auf allgemeine Fragen der Kunst und Kultur. Die Presseausschnittsammlung, deren Entstehen im Umfeld der Münchner Künstlergenossenschaft nur aus dem Überlieferungszusammenhang geschlossen werden kann, stellt in ihrer Breite einen eigenen, nicht zu unterschätzenden Schwerpunkt des Bestandes dar. Dass diese Unterlagen überhaupt in den Bestand Haus der Deutschen Kunst gelangt sind, hängt mit der Tatsache zusammen, dass die 1949 wiederbegründete Münchner Künstlergenossenschaft ihren Sitz (bis 2014) im Haus der Kunst gefunden hat.
Weitere Überlieferung
Erst im Jahr 2005, also lange nach der erfolgten Übernahme der Unterlagen in das Bayerische Hauptstaatsarchiv, entschloss sich das Haus der Kunst dazu, ein eigenes Archiv zu etablieren. Dieses Historische Archiv des Hauses der Kunst (https://hausderkunst.de/historisches-archiv) ist eine Einrichtung der Stiftung Haus der Kunst GmbH. Es verwahrt vorwiegend Unterlagen zu Bauprojekt und Gebäude sowie Dokumente, die über die wirtschaftlichen Belange und die Organisation des Hauses der Kunst sowie der Gesellschaft der Freunde des Hauses der Kunst und der Ausstellungsleitung e.V. Auskunft geben können. Zum Bestand des Archivs gehören außerdem eine umfangreiche Plansammlung, Plakate und diverse Objekte, wie z.B. Büromaschinen und Ausstattungsdekor. Die Bestände geben Einblick in die Entwicklung und den Ausstellungsbetrieb des Hauses seit den 1930er-Jahren. Einige der Dokumente wie zum Beispiel die Künstlerkartei des Hauses der Deutschen Kunst, in der jeder Bewerber von 1938 bis 1943 registriert wurde, ist in der Archiv Galerie im Haus der Kunst öffentlich digital zugänglich.
Da der vorliegende Bestand "Haus der Deutschen Kunst" des Bayerischen Hauptstaatsarchivs sowie die im Historischen Archiv des Hauses der Kunst befindlichen Unterlagen aufgrund der komplizierten eigentumsrechtlichen Situation nicht systematisch und nach archivischen Gesichtspunkten voneinander abgegrenzt werden konnten, sondern die Bestandsbildung vorwiegend situations- und lagerungsbedingten Voraussetzungen gehorchen musste, so empfiehlt es sich, bei entsprechenden Forschungsvorhaben stets beide Institutionen heranzuziehen.
Schließlich sei noch darauf verwiesen, dass die Großen Deutschen Kunstausstellungen 1937-1944 weitgehend über die Onlinedatenbank www.gdk-research.de recherchierbar sind. Es handelt sich dabei um ein DFG-gefördertes Kooperationsprojekt unter Federführung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, München, mit dem Haus der Kunst, München, und dem Deutschen Historischen Museum, Berlin, das unter anderem auch unter Beteiligung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs realisiert wurde.
September 2018
Dr. Thomas Paringer
191
Bestand
Akten
deutsch
4,90;2018
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:04 MESZ