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Gut Nieder-Ochtenhausen (Bestand)
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Bestandsgeschichte: 1. Zur Geschichte des Gutes Nieder Ochtenhausen
Die Ursprünge des nördlich von Bremervörde im Kirchspiel Oerel gelegenen Gutes Nieder Ochtenhausen liegen im Dunkeln. In den Quellen begegnet das Gut erstmals im Jahr 1499 im Besitz des Melchior von der Lieth. Es ist nicht sicher zu bestimmen, ob die Familie von der Lieth das Gut von der Stader Ministerialenfamilie von Ochtenhausen, die im 13. und frühen 14. Jahrhundert in den Quellen Erwähnung findet, erworben hat oder ob sich der Zweig zu Nieder Ochtenhausen ansässige Zweig der von Ochtenhausen schließlich "von der Lieth" genannt hat.
Melchior von der Lieth suchte 1499 vergebens um die erzbischöfliche Erlaubnis, auf Nieder Ochtenhausen ein Wohnhaus bauen zu dürfen, nach. Melchiors Söhne Melchior und Lüder teilten im Jahr 1503 das väterliche Erbe, so daß es nunmehr zwei Güter Nieder Ochtenhausen gab. Während Melchiors Teil, das Gut Nieder Ochtenhausen I, bis zum Aussterben der Familie von der Lieth im Mannesstamm im Besitz der Familie blieb, fiel Lüders Teil, das Gut Nieder Ochtenhausen II, bereits nach dem Tod von Lüders Sohn Franz im Jahr 1551 an den Sohn von Lüders Tochter Jutta, den Landdrosten Jobst von Behr. Ab 1664 kauften Lüder von der Lieth zu Nieder Ochtenhausen I und sein Sohn, der Stader Regierungsrat Sebastian von der Lieth, nach und nach alle Teile von Nieder Ochtenhausen II, so daß Sebastian schließlich die beiden Güter wieder vereint hatte.
Mit Sebastian von der Lieth starb im Jahr 1740 die Familie im Mannesstamm aus. Das Gut Nieder Ochtenhausen gelangte nun an Otto von Grote als Ehemann der einzigen Tochter Sebastians, Margarethe Wilhelmine von der Lieth. Die Familie von Grote verkaufte Nieder Ochtenhausen im Jahr 1792 an den Oberst von Zastrow, der das Gut wiederum 1807 an Hans Burkhard Otto von der Decken verkaufte. Über Hans Burkhard Ottos Enkelin Caecilia von der Decken gelangte Nieder
Bestandsgeschichte: Ochtenhausen durch Heirat an Eduard von Gruben. Im Besitz der Familie von Gruben befand sich das Gut noch im Jahr 1936. Zu dieser Zeit gehörte es mit einer Größe von 201 ha noch zu den Gütern der Bremischen Ritterschaft, während die Mitgliedschaft heute erloschen ist.
2. Zur Geschichte des Bestandes
Es läßt sich nicht mehr nachvollziehen, wann das Gutsarchiv von Nieder Ochtenhausen in den Besitz des Staatsarchivs Hannover gelangt ist. Jedenfalls ist die Erwerbung ganz offensichtlich vor 1945 erfolgt. Im Staatsarchiv Hannover trug der Bestand zunächst die Bezeichnung "Kleine Erwerbungen A 14". Kurz nach 1945 wurde der Bestand in "Hann. Des. 301 Abt. II" umbenannt. Nach der Wiedererrichtung des Staatsarchivs Stade im Jahr 1959 wurde der Bestand mit den anderen Stader Archivalien im September 1964 von Hannover in den Neubau des Staatsarchivs nach Stade überführt. Hier trägt der Bestand seitdem die Bestandsbezeichnung "Rep. 301/1".
Im Staatsarchiv Stade wurden die Akten in den 1970er Jahren von Paul Dubielzig erstmals verzeichnet. Im Dezember 2001 erfolgte eine Neuzeichnung unter der Anleitung des Unterzeichners durch die Praktikantin Sabine Tete. In seiner jetzigen Gestalt umfaßt der Bestand 53 Akten des Gutsarchivs aus den Jahren 1532 bis 1901 sowie 23 Nummern mit Abschriften zur Geschichte von Nieder Ochtenhausen, die der Stader Oberstudienrat Dietrich Müller angefertigt hat. Im Ganzen umfaßt der Bestand damit 1 lfdm Schriftgut. Ergänzend ist hier auf den ebenfalls im Staatsarchiv Stade verwahrten Nachlaß Dietrich Müllers (Rep. 91/6) hinzuweisen. Außerdem wurde auch das alte Archivfindbuch zum Bestand gegeben.
3. Literaturhinweise:
Thassilo von der Decken, Die Familie von der Lieth, 3 Teile, in: Stader Jahrbuch NF 60 (1970), S. 105-132, NF 61 (1971), S. 135-166 und NF 62 (1972), S. 109-142.
Arthur von Düring, Ehemalige und jetzige Adelssitze in
Bestandsgeschichte: den Landkreisen Bremervörde-Zeven und Rotenburg, in: Stader Archiv NF 26 (1936), S. 76-105; hier S. 88-90.
Die Güter der Ritterschaft im Herzogtum Bremen. Hrsg. v. der Ritterschaft der Herzogtümer Bremen und Verden, Stade 2001.
Ulrike Hindersmann, Der ritterschaftliche Adel im Königreich Hannover 1814-1866(= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 203), Hannover 2001.
Adolf Krönke (Hrsg.), Claus Harmen Baltzer von der Lieth, seine Vorfahren, sein Leben und seine Chronik 1574 - 1640- 1700, Bremerhaven 1931.
Otto Merker, Die Ritterschaft des Erzstifts Bremen im Spätmittelalter. Herrschaft und politische Stellung als Landstand (= Einzelschriften des Stader Geschichts- und Heimatvereins, 16), Stade 1962.
Luneberg Mushard, Monumenta Nobilitatis antiquae Familiarum illustrium, inprimis Ordinis Equestris in Ducatibus Bremensi & Verdensi, Bremen 1708, S. 351-372.
Hans G. Trüper, Ritter und Knappen zwischen Elbe und Weser. Die Ministerialität des Erzstifts Bremen (= Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, 12), Stade 2000.
Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover, Bd. 3, bearb. v. Manfred Hamann, Teil 2 (Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung, 42/2), Göttingen 1983, S. 805.
Stade, den 14.02.2002 Dr. Christian
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
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