Kaiser Leopold II. (voller Titel) belehnt Anton (Damian Friederich Anton) Schenk Freiherr von Stauffenberg für sich selbst und als Lehenträger seines Bruders Johann Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg aus der Wilflinger Linie mit dem Hochgericht, dem Recht zur Aufrichtung von Stock und Galgen und dem Blutbann in dem Rittergut Geislingen in der freien Pürsch in Schwaben, mit dem vorher sein Vater Lothar Schenk (Lothar Philipp Ludwig Hartmann) Freiherr von Stauffenberg für sich selbst und für seine Lehensagnaten Josef (Joseph Franz) Schenk, Wilhelm (Franz Wilhelm) Schenk und Karl Christof (Sebastian Karl Christoph) Schenk von Stauffenberg belehnt worden waren. Das Rittergut Geislingen hatte früher Georg Schütz [von Purrschütz], Kommandant in Freiburg, gehört, wurde konfisziert und danach von dem oberösterreichischen Fiskus jeweils zur Hälfte an seine Schwiegersöhne Ferdinand Karl und Karl Anton von Rost verkauft. Karl Anton von Rost verkaufte seine Hälfte an Fürst Maximilian [I.] von Hohenzollern, der sie an Graf Lamora von Thurn und Taxis weiter verkaufte. Ferdinand Karl von Rost verkaufte seine Hälfte an Adam Andre Vogelmeyer. Alle Verkäufe erfolgten mit Zustimmung von Kaiser Leopold [I.]. Von den letzten Besitzern kauften die Brüder Johann Wilhelm Schenk, Johann Werner Schenk, Johann Albrecht Schenk, Johann Franz Schenk und Johann Friedrich Schenk von Stauffenberg das Rittergut Geislingen, das nach der unter ihnen vorgenommenen Erbteilung an Johann Wilhelm Schenk Freiherr von Stauffenberg fiel und mit dem er von Kaiser Joseph [I.] am 3. September 1706 belehnt worden war. Nach ihm wurden Lothar Schenk von Stauffenberg und seine Lehensagnaten von Kaiser Karl VI. am 9. Juni 1738 und durch Kaiser Franz [I.] am 18. Mai 1765 und zuletzt Anton Schenk Freiherr von Stauffenberg für sich selbst und als Lehenträger seines Bruders Johann Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg und seines zwischenzeitlich verstorbenen Onkels Josef (Joseph Franz) Schenk von Stauffenberg durch Kaiser Joseph II. am 19. August 1766 mit dem Rittergut Geislingen belehnt. Der Belehnte und die von ihm eingesetzten Amtleute werden ermächtigt, die Straftäter in Geislingen zu verhaften, peinlich zu verhören und jeden nach seinem Geständnis oder seiner Misshandlung nach den Ordnungen und Satzungen des Heiligen Reiches zu verurteilen und zu bestrafen. Die Rechte des Kaisers, des Königs und anderer Rechtsträger, die in der Umgebung die Hochgerichtsbarkeit besitzen, bleiben davon unberührt. Bei jedem Lehenfall müssen der Belehnte und seine Erben den Blutbann neu empfangen und die übliche Lehenspflicht leisten, die bei dieser Belehnung der Bevollmächtigte Heinrich Joseph von Walter Edler von Aland, Agent am kaiserlichen Hof in Wien, abgelegt hat. Den Eid und das Gelübde müssen der Belehnte und seine Erben auch von ihren Amtleuten abnehmen.