Bonn, Engelthal, Akten AA 0155 (Bestand)
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AA 0155 120.35.03
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik) >> 1. Behörden und Bestände vor 1816 >> 1.2. Geistliche Institute >> 1.2.1. A - D >> 1.2.1.15. Bonn >> 1.2.1.15.3. Engelthal
ca. 1500-1801
v.a. Besitzrechte, Finanzen
Bestandsbeschreibung: Bonn, Engelthal
Augustinerinnen, vor 1324 (Reg. EB Köln 4 Nr. 1506), seit 1417 der Windesheimer Kongregation angehörend - 1802
Übersicht
Das Archiv dieses kleinen Kosters ist minder bedeutend und hat überdies viele Verluste erlitten. Über den Ursprung des Klosters hat sich darin keine Urkunde erhalten, doch das Archiv des Cassiusstifts (Nr. 64) gibt uns davon Kunde. Im Jahr 1324 überwies Erzbischof Heinrich I. von Köln den Augustinerinnen, welche sich seit kurzem zu einem Konvent versammelt, das Haus zu Bonn genannt zum Engelthal und in dem Sprengel der von dem Cassiusstift abhängigen Pfarrkirche zum St. Remigius gelegen zur Klosterstätte. Er verlieh ihnen dabei die Befugniss, eine Glocke zu haben, einen Priester zu halten, den sie dem Propst zur Bestätigung zu präsentieren hätten und ihre Toten bei sich beerdingen zu dürfen. Die erste Ausstattung des Klosters scheint unerheblich gewesen zu sein. Allein in der Zeit lag der Trieb, ja der Drang, immer neue Klöster für das weibliche Geschlecht zu gründen. Religiöser Pietismus und das Bedürfniss, die Töchter der besseren Bürgerklasse anständig unterzubringen, boten einander die Hand. Neben Dietkirchen und Engeltal werden damals noch vier Klöster vor und in Bonn genannt (Nr. 5, 19, 52). Die Stifter rechneten dabei künftige Wohltätigkeit.
Die ersten Urkunden des Klosters haben daher nur kleine Renten aus Häusern, Weingärten und kleinen Grundstücken zu Bonn und in der Umgegend zum Gegenstand, welche als Mitgigt der eintretenden Klosterjungfrauen zum Teil erworben wurden. Erzbischof Dietrich von Köln führte sogleich nach seinem Regierungsantritt im Jahr 1414 strenge Ordensregel und Klausur in dem Kloster ein (Nr. 80). Dies hielt aber die angesehenen Familien des Adels nicht ab, ihre Töchter darin unterzubringen (Nr. 90, 92, 111). Das Kloster ward zugleich einem geistlichen Kommissar untergeben und seit dem hebt sich sichtbar sein Wohlstand. Von dem Erzbischof Dietrich erwarb es den Bischofshof zu Kassel zu Pfand (Nr. 84); von dem Stift Rees den Haupthof zu Oberwinter (Nr. 104). Es war im Stande, dem Kurfürsten ein Darlehn von 800 Goldflorin auf den Zoll zu Bonn zu machen und mehreren Städten Kapitalien vorzuschießen (Nr. 81, 89, 99, 102, 110, 133)
Im Stadtarchiv Bonn 1 Urk. von 1476 März 18 (die Akten über Ländereien 17./18. Jh. (ebend. Alt-Bonn 1116 Tille 1, 145 Nr. 61) sind vernichtet)
In der Slg. de Claer zu Vilich war 1896 die Urk. von 1323 November 25 (1293 Februar 19) (Tille 1, 168 Nr. 14; Reg. EB Köln 4 Nr. 1426)
Im Münsterarchiv Bonn 84) Fragen und Antworten des Kommissars an verschiedene Jungfrauen bei ihrem Eintritt 1551
Im Wolff-Metternichschen Archiv zu Vinsebeck K² I 5/1 ) Grundpachten 1753
Aufhebung s. STA Koblenz Abt. 256/6929, Stadtarchiv Bonn, Französ. Zeit 48/23, u.a. Mitgliederverzeichnisse 1795 (-1810)
Bestandsbeschreibung: Bonn, Engelthal
Augustinerinnen, vor 1324 (Reg. EB Köln 4 Nr. 1506), seit 1417 der Windesheimer Kongregation angehörend - 1802
Übersicht
Das Archiv dieses kleinen Kosters ist minder bedeutend und hat überdies viele Verluste erlitten. Über den Ursprung des Klosters hat sich darin keine Urkunde erhalten, doch das Archiv des Cassiusstifts (Nr. 64) gibt uns davon Kunde. Im Jahr 1324 überwies Erzbischof Heinrich I. von Köln den Augustinerinnen, welche sich seit kurzem zu einem Konvent versammelt, das Haus zu Bonn genannt zum Engelthal und in dem Sprengel der von dem Cassiusstift abhängigen Pfarrkirche zum St. Remigius gelegen zur Klosterstätte. Er verlieh ihnen dabei die Befugniss, eine Glocke zu haben, einen Priester zu halten, den sie dem Propst zur Bestätigung zu präsentieren hätten und ihre Toten bei sich beerdingen zu dürfen. Die erste Ausstattung des Klosters scheint unerheblich gewesen zu sein. Allein in der Zeit lag der Trieb, ja der Drang, immer neue Klöster für das weibliche Geschlecht zu gründen. Religiöser Pietismus und das Bedürfniss, die Töchter der besseren Bürgerklasse anständig unterzubringen, boten einander die Hand. Neben Dietkirchen und Engeltal werden damals noch vier Klöster vor und in Bonn genannt (Nr. 5, 19, 52). Die Stifter rechneten dabei künftige Wohltätigkeit.
Die ersten Urkunden des Klosters haben daher nur kleine Renten aus Häusern, Weingärten und kleinen Grundstücken zu Bonn und in der Umgegend zum Gegenstand, welche als Mitgigt der eintretenden Klosterjungfrauen zum Teil erworben wurden. Erzbischof Dietrich von Köln führte sogleich nach seinem Regierungsantritt im Jahr 1414 strenge Ordensregel und Klausur in dem Kloster ein (Nr. 80). Dies hielt aber die angesehenen Familien des Adels nicht ab, ihre Töchter darin unterzubringen (Nr. 90, 92, 111). Das Kloster ward zugleich einem geistlichen Kommissar untergeben und seit dem hebt sich sichtbar sein Wohlstand. Von dem Erzbischof Dietrich erwarb es den Bischofshof zu Kassel zu Pfand (Nr. 84); von dem Stift Rees den Haupthof zu Oberwinter (Nr. 104). Es war im Stande, dem Kurfürsten ein Darlehn von 800 Goldflorin auf den Zoll zu Bonn zu machen und mehreren Städten Kapitalien vorzuschießen (Nr. 81, 89, 99, 102, 110, 133)
Im Stadtarchiv Bonn 1 Urk. von 1476 März 18 (die Akten über Ländereien 17./18. Jh. (ebend. Alt-Bonn 1116 Tille 1, 145 Nr. 61) sind vernichtet)
In der Slg. de Claer zu Vilich war 1896 die Urk. von 1323 November 25 (1293 Februar 19) (Tille 1, 168 Nr. 14; Reg. EB Köln 4 Nr. 1426)
Im Münsterarchiv Bonn 84) Fragen und Antworten des Kommissars an verschiedene Jungfrauen bei ihrem Eintritt 1551
Im Wolff-Metternichschen Archiv zu Vinsebeck K² I 5/1 ) Grundpachten 1753
Aufhebung s. STA Koblenz Abt. 256/6929, Stadtarchiv Bonn, Französ. Zeit 48/23, u.a. Mitgliederverzeichnisse 1795 (-1810)
Archivbestand
Deutsch
1323 November 25 s. Tille 1, 168 Nr. 14
1337 März 10 Priorin und Konvent von Engelthal (Engildale) bekunden, dass Heynrich Ackerman bei seinen Lebzeiten von Drudin Rodekanne einen Weingarten, der imme Dompghe gelegen und 1 1/2 Viertel groß ist und von der Äbtissin zu Dietkirchen zu Lehn ging gekauft und dem Konvent verkauft; der der Konvent veräußert ihn weiter an Thietzhe van Molinheym und Frau, diese an Heynrige van Socke und Frau, dem er durch den Konvent aufgetragen wird. Der Auftrag erfolgt vor den Schöffen zu Bonn: Gerard van Ompecovin, Heynrich van Gylzdorp, Wynrich von Gyrlachsyn Bruder in der Bunegassen. Siegel des W.v.G. in den Bunegassen und des Konvents in Engeltal. Gedruckt Hoefer, D. Urk. S. 314
1337 März 10 Priorin und Konvent von Engelthal (Engildale) bekunden, dass Heynrich Ackerman bei seinen Lebzeiten von Drudin Rodekanne einen Weingarten, der imme Dompghe gelegen und 1 1/2 Viertel groß ist und von der Äbtissin zu Dietkirchen zu Lehn ging gekauft und dem Konvent verkauft; der der Konvent veräußert ihn weiter an Thietzhe van Molinheym und Frau, diese an Heynrige van Socke und Frau, dem er durch den Konvent aufgetragen wird. Der Auftrag erfolgt vor den Schöffen zu Bonn: Gerard van Ompecovin, Heynrich van Gylzdorp, Wynrich von Gyrlachsyn Bruder in der Bunegassen. Siegel des W.v.G. in den Bunegassen und des Konvents in Engeltal. Gedruckt Hoefer, D. Urk. S. 314
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
21.04.2026, 08:22 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
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- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.2. Geistliche Institute (Tektonik)
- 1.2.1. A - D (Tektonik)
- 1.2.1.15. Bonn (Tektonik)
- 1.2.1.15.3. Engelthal (Tektonik)
- Bonn, Engelthal, Akten AA 0155 (Bestand)