Das Problem der Gemeinschaftskunde in den Schulen: Preisträger des dritten Schülerwettbewerbs diskutieren mit Abgeordneten, Fortsetzung der Sendung vom 16.04.1960
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/002 D601004/102
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/002 Politischer Wochenbericht aus Baden-Württemberg des SDR 1958-1970
Politischer Wochenbericht aus Baden-Württemberg des SDR 1958-1970 >> 1960 >> April
23. April 1960
(O-Ton) Gerhard Storz, Dr., Kultusminister von Baden-Württemberg: Es wurden bereits Maßnahmen für die Ausbildung von Lehrern in den Fächern neueste Geschichte und Gemeinschaftskunde ergriffen / Es geht nicht nur darum, Bekenntnisse abzulegen, der Lehrer muss auch auf wissenschaftlichem Niveau kundig sein / Über die Vermittlung von Sachwissen hinaus ist die Didaktik wichtig, da der Unterricht in Gemeinschaftskunde oft als langweilig empfunden wird / Warnung vor Unterricht in Gemeinschaftskunde als Gesinnungsunterricht / Unter Lehrern wie Schülern gibt es labile Charaktere und es ist leicht, sich ein gutes Gesinnungszeugnis zu erwerben / (4'15)
(O-Ton) N.N., Preisträgerin: Warum hat man neun Jahre lang Biologieunterricht und nur zwei Jahre Gemeinschaftskunde / Ihr Lehrer hat sich Mühe gegeben, dennoch war es langweilig, in der neunten Klasse durchzunehmen, wie der Stadtrat gewählt wird / Man soll in frühen Jahren die Tatsachen lernen, um später die Grundlagen für Diskussionen zu haben / (0'28)
(O-Ton) Irma Schröder, Preisträgerin: Die Kenntnisse über die Sowjetische Besatzungszone sind sehr mangelhaft / Was Schüler aus der Ostzone berichten, ist für ihre Klasse sehr interessant, gilt aber als heißes Eisen / (0'59)
(O-Ton) N.N., Preisträger: War mit seiner Klasse vor dem Abitur in Berlin / "Die Leute dort haben uns mit ihrer Ideologie völlig überfahren" / Würde intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema Kommunismus im hiesigen Unterricht begrüßen / (0'27)
(O-Ton) N.N., Preisträger: Was soll der Unterricht in Geschichte und Gemeinschaftskunde leisten: wissenschaftliche Ausbildung oder staatsbürgerliche Erziehung / Hält die staatsbürgerliche Erziehung für wichtiger, um gegen ideologische Gefahren gewappnet zu sein / (0'53)
(O-Ton) Irma Schröder, Preisträgerin: In ihrer Klasse gibt es Arbeitskreise zu verschiedenen Themen, die großes Interesse finden / Die Jugend wird heute zu stark abgelenkt, etwa durch Filme / (0'45)
(O-Ton) Ludwig Heieck, Dr., MdL, CDU, Göppingen: Neue Fächer dürfen nicht forciert werden / Es kommt darauf an, wie sie in der Schule behandelt werden / Hat Antrag eingebracht, das Kultusministerium solle auf die Behandlung des dialektischen Materialismus mehr Wert legen / Befürwortet Unterricht in Geschichte und Gemeinschaftskunde zur staatsbürgerlichen Erziehung, dies gehe aber nicht, ohne "in die Geschichte hineinzuhorchen" / Gemeinschaftskunde als Prinzip des Unterrichts / (2'49)
(O-Ton) Willi Lausen, MdL, SPD, Stuttgart: Unterricht in Geschichte als Gesinnungsunterricht ist bedenklich / Der Unterricht soll verschiedene Meinungen darstellen / Er kann keine endgültige Auskunft über geschichtliche Vorgänge geben / Für Gemeinschaftskunde ist der Begriff jedoch angebracht / Wir leben in einem pluralistischen Staat / Jeder Bürger muss lernen, welcher Gefahr er sich aussetzt, wenn er die Prinzipien des demokratischen Staates antastet / Die Grundrechte als Basis der Demokratie / (2'18)
(O-Ton) N.N., Preisträgerin: Warum hat man neun Jahre lang Biologieunterricht und nur zwei Jahre Gemeinschaftskunde / Ihr Lehrer hat sich Mühe gegeben, dennoch war es langweilig, in der neunten Klasse durchzunehmen, wie der Stadtrat gewählt wird / Man soll in frühen Jahren die Tatsachen lernen, um später die Grundlagen für Diskussionen zu haben / (0'28)
(O-Ton) Irma Schröder, Preisträgerin: Die Kenntnisse über die Sowjetische Besatzungszone sind sehr mangelhaft / Was Schüler aus der Ostzone berichten, ist für ihre Klasse sehr interessant, gilt aber als heißes Eisen / (0'59)
(O-Ton) N.N., Preisträger: War mit seiner Klasse vor dem Abitur in Berlin / "Die Leute dort haben uns mit ihrer Ideologie völlig überfahren" / Würde intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema Kommunismus im hiesigen Unterricht begrüßen / (0'27)
(O-Ton) N.N., Preisträger: Was soll der Unterricht in Geschichte und Gemeinschaftskunde leisten: wissenschaftliche Ausbildung oder staatsbürgerliche Erziehung / Hält die staatsbürgerliche Erziehung für wichtiger, um gegen ideologische Gefahren gewappnet zu sein / (0'53)
(O-Ton) Irma Schröder, Preisträgerin: In ihrer Klasse gibt es Arbeitskreise zu verschiedenen Themen, die großes Interesse finden / Die Jugend wird heute zu stark abgelenkt, etwa durch Filme / (0'45)
(O-Ton) Ludwig Heieck, Dr., MdL, CDU, Göppingen: Neue Fächer dürfen nicht forciert werden / Es kommt darauf an, wie sie in der Schule behandelt werden / Hat Antrag eingebracht, das Kultusministerium solle auf die Behandlung des dialektischen Materialismus mehr Wert legen / Befürwortet Unterricht in Geschichte und Gemeinschaftskunde zur staatsbürgerlichen Erziehung, dies gehe aber nicht, ohne "in die Geschichte hineinzuhorchen" / Gemeinschaftskunde als Prinzip des Unterrichts / (2'49)
(O-Ton) Willi Lausen, MdL, SPD, Stuttgart: Unterricht in Geschichte als Gesinnungsunterricht ist bedenklich / Der Unterricht soll verschiedene Meinungen darstellen / Er kann keine endgültige Auskunft über geschichtliche Vorgänge geben / Für Gemeinschaftskunde ist der Begriff jedoch angebracht / Wir leben in einem pluralistischen Staat / Jeder Bürger muss lernen, welcher Gefahr er sich aussetzt, wenn er die Prinzipien des demokratischen Staates antastet / Die Grundrechte als Basis der Demokratie / (2'18)
0:15:13; 0'15
Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Politischer Wochenbericht
Lausen, Willi; Revisor, Politiker, Abgeordneter, 1901-1972
Schröder, Irma
Deutschland [D]; Sowjetische Besatzungszone
BRD: Berlin
Nationalsozialismus; Folgen
Schule: Didaktik
Schule: Dritter Schülerwettbewerb 1959: Preisträger
Schule: Unterricht: Gemeinschaftskunde
Schule: Unterricht: Geschichte
Vergangenheitsbewältigung
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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