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Militärischer Nachlass Maximilian Georg von Haldenwang (1870-1939) (Bestand)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
(1871) 1903 - 1935 (1940)
Überlieferungsgeschichte
Nachlass von Maximilian Georg von Haldenwang (1870-1939), Offizier im Ersten Weltkrieg und Leiter der Stuttgarter Reichsheeresarchivstelle, in die Bestände des Heeresarchiv übernommen im September 1937, im Zuge der Eingliederung des Heeresarchivs in das Hauptstaatsarchiv in dessen Bestände übergegangen, Vorverzeichnung durch Dr. Alfons Beiermeister 1951
Inhalt und Bewertung
Amtlicher Schriftwechsel vor allem während von Haldenwangs Tätigkeit als Archivar, Sachakten betr. die am Ersten Weltkrieg beteiligten Kadetten und Offiziere, Fragmente von Kriegstagebüchern von Haldenwangs
Zu Bestand und Person: Der Nachlass von Maximilian von Haldenwang überliefert die amtlichen und nebenamtlichen Zeugnisse eines Offiziers, der im Anschluss an die Erziehung zum Kadetten bis zum Ende des Ersten Weltkrieges eine erfolgreiche Militärkarriere absolvierte. Während der Weimarer Republik versah er die Aufgabe eines Archivleiters der Stuttgarter Reichsarchivnebenstelle, an deren Aufbau in den Gründungsjahren nach 1920 er maßgeblich beteiligt war. Zahlreiche Repertorien, die sich heute im Militärarchiv des Hauptstaatsarchivs befinden, gehen sicher oder wahrscheinlich auf seine Tätigkeit zurück. Maximilian von Haldenwang starb am 2. Februar 1939, unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Geboren wurde Maximilian von Haldenwang (ev.) am 9. Juli 1870 in Stuttgart als jüngster Sohn des späteren Generals der Infanterie, Otto von Haldenwang (geadelt 1895, gest. 1897), und der Pauline geb. Eichenmayer (gest. 1908). Ein älterer Bruder war der später ebenfalls militärisch tätige Otto Paul von Haldenwang (1861-1914). Nach der Erziehung im Elternhaus besuchte Maximilian von Haldenwang die Elementarschule und das Gymnasium in Straßburg. Er erhielt eine Ausbildung auf der Kadettenanstalt zu Oranienstein (Diez/Lahn) und der preußischen Hauptkadettenanstalt in Groß-Lichterfelde. 1891 wurde er als Portepeefähnrich in das Grenadier-Regiment Königin Olga Nr. 119 befördert, dem er bis zu dessen Auflösung angehörte. Ein Jahr später stieg er zum Sekondeleutnant, 1900 zum Oberleutnant auf. Mit Genehmigung seines Dienstherrn ging von Haldenwang am 27. September 1906 in Jauer/ Schlesien die Ehe mit Elisabeth geb. Henschel ein, mit der er in den folgenden Jahren die Tochter Hortense (geb. 1907) und den Sohn Udogötz (Udo) (1919-1941) bekam. Elisabeth sollte bereits Anfang 1926 sterben und der Witwer eineinhalb Jahre später seine zweite Frau, Elisabeth geb. Hacker, heiraten. Noch vor Kriegsbeginn wurde von Haldenwang 1907 zum Hauptmann befördert. Dennoch waren seine finanziellen Verhältnisse, einer Beurteilung vom Mai 1919 zufolge, auf längere Zeit "sehr ungünstig", da er vor dem Krieg sein Vermögen verloren habe (vgl. M 430/2 Nr. 765). Mit dem Grenadier-Regiment Königin Olga nahm von Haldenwang im Ersten Weltkrieg an den Kämpfen der 26. Infanterie-Division an der West- wie an der Ostfront teil. Er rückte mit seinem Regiment am 7. August 1914 gemeinsam mit Leutnant Herzog Albrecht Eugen von Württemberg (1865-1939) in Richtung Belgien aus und führte bis zum November 1914, als er an Typhus erkrankte, die Kämpfe im belgisch-französischen Grenzgebiet. Für seinen militärischen Erfolg wurde ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse (9. Sept.) und I. Klasse (3. Nov.) verliehen; auch erlangte er im April 1915 die Beförderung zum Major. Als solcher befehligte er von August bis November 1915 sein Regiment an der Ostfront im Gebiet der Narew und im Serbienfeldzug. Im Dezember 1815 wurde seine Einheit erneut an die Westfront versetzt und bestritt hier knapp zwei Jahre lang zahlreiche Stellungskämpfe an der Somme, bei Arras und im Artois. Im September 1917 verunglückte von Haldenwang durch einen Sturz vom Pferd und blieb auch während des ersten Halbjahres 1918 gesundheitlich angeschlagen, sodass er wegen Lazarett- bzw. Kuraufenthalten und Genesungsurlaub keine Einsätze führte. Für seine militärische Leistung wurde er noch während des Krieges mit dem Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone mit Schwertern und dem Militärverdienstorden geehrt. Eine Beurteilung vom Mai 1919 bescheinigte ihm eine besondere Begabung für die Gefechts- und Schussausbildung, er sei "[e]nergisch, bestimmt und sicher". (M 430/2 Nr. 765) Nach Kriegsende wurde von Haldenwang Kommandant im Kriegsgefangenenlager Eglosheim. Im April 1920 trat er als Beamter beim Heeresabwicklungsamt Württemberg ein und wurde nur wenig später, im Mai 1920, zum Oberstleutnant befördert. Zugleich blieb er noch während acht Jahren Landesvorsitzender der Vereinigung ehemaliger Olga-Grenadiere, der er anschließ end als aktives Ehrenmitglied angehörte. Mit der Gründung einer Zweigstelle des Reichsarchivs in Stuttgart im September 1920 ernannte man von Haldenwang, der sich schon während des Krieges mit Militärgeschichte beschäftigt hatte, ab April des darauf folgenden Jahres zu dessen Leiter. Die Zweigstelle übernahm die Akten der württembergischen Heeresverwaltung und seit 1923 auch diejenigen des früheren 14. Armeekorpsgebiets (Baden). Von Haldenwang machte sich um den Aufbau des neuen Hauses verdient. Neben seinen organisatorischen Aufgaben widmete er sich auch der württembergischen Militärgeschichte und trug durch seine Verzeichnungsarbeiten zu deren Erforschung bei. Er avancierte im April 1927 zum Archivrat, im Januar 1932 zum Oberarchivrat und nahm bei seinem Dienstausschied im Oktober 1935 den Dank Adolf Hitlers für seine besonderen Dienste entgegen. Seinen Lebensabend verbrachte von Haldenwang in Esslingen, wo er am 2. Februar 1939 starb. In der Traueranzeige hieß es ihm zu Ehren, man habe ihn "zur großen Armee abberufen" (vgl. M 430/2 Nr. 765).
Zur Bearbeitung des Bestands: Der Nachlass von Maximilian Georg von Haldenwang wurde bereits vor seinem Tod ans Archiv abgegeben. Spätestens im September 1937, als die Reichsarchivnebenstelle zum Heeresarchiv umbenannt wurde, kam der Nachlass in dessen Bestände (vgl. alte Beständedatei in Karteikarten M 660). Mit der Eingliederung des Heeresarchivs in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart ging auch der Nachlass in den Besitz dieses Hauses über. Eine vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammende handschriftliche Aufstellung, die den Inhalt der ehemaligen Büschel 1a-i (vgl. jetzt Bü 1 und 11-14) angibt, wurde im Jahre 1951 durch eine Vorverzeichnung des gesamten Bestandes von Regierungsoberinspektor Dr. Alfons Beiermeister (1892-1956) ergänzt. Die abschließende Verzeichnung unter Verwendung von MIDOSA 95, eine Klassifikation und Indizierung nahm die Archivreferendarin Nicola Wurthmann unter Betreuung von Herrn Dr. Franz Moegle-Hofacker im September 2004 vor; sie fügte auch das Vorwort und die Literaturangaben hinzu. Der Nachlass umfasst 0,1 lfd.m. Nicola Wurthmann
Quellen und Literatur: M 430/2: Personalakten II, Nr. 765: Maximilian Georg von Haldenwang HStAS M 703/R371N2: Fotografie von Mitarbeitern der Reichsarchiv-Zweigstelle Stuttgart, 1922/1923, Gründung zum 1. April 1921 unter der Leitung von Maximilian von Haldenwang, Oberstleutnant a.D., Fotopapier auf Schmuckblatt, 14 x 9 cm; 31 x 24,5 cm Art. Haldenwang, Maximilian Georg von. In: Wolfgang Leesch: Die deutschen Archivare 1500-1945, Bd. 2: Biographisches Lexikon, München u.a. 1992, S. 218 f. Der Olga-Grenadier. Mitteilungen der Vereinigung ehemaliger Olga-Grenadiere, nachgewiesen ab 2 (1922), Hf. 4 (vgl. HStAS Z II c 14: Jg. 4, 1924, Nr. 11 und 12; Jg. 7, 1927, Nr. 10; Jg. 10, 1930, Nr. 8 und 9).
13 Büschel
Bestand
M 430/2 Personalakten II, Nr. 765; HStAS M 703/R371N2: Fotografie von Mitarbeitern der Reichsarchiv-Zweigstelle Stuttgart, 1922/23; Art. Haldenwang, Maximilian Georg von. In: Wolfgang Leesch: Die deutschen Archivare 1500-1945, Bd. 2: Biografisches Lexikon, München u.a. 1992, S. 218 f.; Der Olga-Grenadier. Mitteilungen der Vereinigung ehemaliger Olga-Grenadiere, nachgewiesen ab 2 (1922), Hf. 4.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.