Vagts, Erich (Bestand)
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7.29
Staatsarchiv Bremen (Archivtektonik) >> Gliederung >> 7. Nichtamtliche Überlieferung >> 7.1. Nachlässe von Einzelpersonen und Familien >> Nachlässe T - Z
1916-1977
Enthält: Tätigkeit im Senat 1933-1934 - Einsetzung als Regierender Bürgermeister durch die US-Besatzungsmacht und Entlassung 1945 - Tätigkeit als Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft 1933-1939
Geschichte des Bestandsbildners: Erich Johannes Vagts wurde am 9.2.1896 in Cuxhaven geboren, als Sohn des Kaufmanns Diedrich Otto Vagts und dessen Ehefrau Bertha Johanne, geb. Steenken. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Hamburg machte er im Februar 1914 sein Abitur und trat am 1. April 1914 sein Einjährig-Freiwilligenjahr in Tübingen an. Gleichzeitig immatrikulierte er sich an der Universität für das Studium der Staats- und Rechtswissenschaften.
Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Vagts schwer verletzt und verbrachte ein Jahr im Lazarett. Bis zum Ende des Krieges war er dann im aktiven Dienst an der Front. Im Februar 1919 nahm er das Studium in Rübingen wieder auf und wechselte später an die Universität nach Kiel. Kurz vor seiner Promotion ging Erich Vagts als Direktor des Landbundes Mecklenburg-Schwerin nach Güstrow. Nach der Übersiedlung nach Bremen 1926 war er erst als Geschäftsführer und später als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Bremen der DNVP tätig. Am 1.1.1928 trat er in die Bremische Bürgerschaft ein und war dort seit dem 1.1.1931 Fraktionsvorsitzender der deutschnationalen Fraktion.
Im Zuge der Machtergreifung im März 1933 wurde Vagts am 8. Mai 1933 zum Senator f. d. Gesundheitswesen ernannt. Im Juni übernahm er dann den Vorsitz der Philharmonischen Gesellschaft Bremen, den er bis 1939 innehatte. Zum 1.10.1933 wurde er aus dem Senat entlassen, führte aber sein bisheriges Ressort unter dem Senator für Inneres und Justiz als Landherr (Präsident der Gemeindeaufsichtsbehörde) weiter.
Am 1.1.1935 ging Vagts als bremischer Vertreter nach Berlin. Auch dort wurde er in den Vorstand der neu gegründeten Philharmonischen Gesellschaft berufen. Vom 27.5.1956 bis zum 1.4.1938 war er neben seiner Tätigkeit in Berlin noch städtischer Musikbeauftragter in Bremen.
Geschichte des Bestandsbildners: Mit der Schließung der Bremischen Vertretung am 1. Oktober 1937 schied Vagts aus dem Amt, wurde jedoch am 28.11.1938 erneut, diesmal mit der Leitung der gemeinsamen Vertretung Oldenburgs und Bremens in Berlin beauftragt.
Am 2. Mai 1945 setzte die amerikanische Militärregierung Erich Vagts als Regierenden Bürgermeister von Bremen ein, aber schon am 1. August 1945 wurde er von Wilhelm Kaisen abgelöst. Ein paar Wochen später verhaftete die Militärregierung Vagts und brachte ihn in das Internierungslager nach Ludwigsburg, in dem er einige Monate blieb. Nach seiner Entlassung ging Erich Vagts zurück nach Bremen, wo er am 20.2.1980 starb.
Im März 1957 übergab Erich Vagts dem Staatsarchiv einen versiegelten Umschlag, der unter der Bestandsnummer 7,29 archiviert wurde. Der Umschlag enthielt einen von Vagts selbstverfassten, unter 7,29-5 verzeichneten Bericht. Die zweite Ablieferung vom 24.2.1982 erfolgte durch Vagts Testamentsvollstrecker Rechtsanwalt Oliver, der den größten Teil des Nachlasses, unter anderem zahlreiche Kompositionen Vagts, schon nach dessen Tod vernichtet hatte.
Die jetzt in dem Bestand formierten Nachlassreste haben einen Umfang von 1 Karton.
Bremen 1982
Monika Lentz
Geschichte des Bestandsbildners: Erich Johannes Vagts wurde am 9.2.1896 in Cuxhaven geboren, als Sohn des Kaufmanns Diedrich Otto Vagts und dessen Ehefrau Bertha Johanne, geb. Steenken. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Hamburg machte er im Februar 1914 sein Abitur und trat am 1. April 1914 sein Einjährig-Freiwilligenjahr in Tübingen an. Gleichzeitig immatrikulierte er sich an der Universität für das Studium der Staats- und Rechtswissenschaften.
Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Vagts schwer verletzt und verbrachte ein Jahr im Lazarett. Bis zum Ende des Krieges war er dann im aktiven Dienst an der Front. Im Februar 1919 nahm er das Studium in Rübingen wieder auf und wechselte später an die Universität nach Kiel. Kurz vor seiner Promotion ging Erich Vagts als Direktor des Landbundes Mecklenburg-Schwerin nach Güstrow. Nach der Übersiedlung nach Bremen 1926 war er erst als Geschäftsführer und später als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Bremen der DNVP tätig. Am 1.1.1928 trat er in die Bremische Bürgerschaft ein und war dort seit dem 1.1.1931 Fraktionsvorsitzender der deutschnationalen Fraktion.
Im Zuge der Machtergreifung im März 1933 wurde Vagts am 8. Mai 1933 zum Senator f. d. Gesundheitswesen ernannt. Im Juni übernahm er dann den Vorsitz der Philharmonischen Gesellschaft Bremen, den er bis 1939 innehatte. Zum 1.10.1933 wurde er aus dem Senat entlassen, führte aber sein bisheriges Ressort unter dem Senator für Inneres und Justiz als Landherr (Präsident der Gemeindeaufsichtsbehörde) weiter.
Am 1.1.1935 ging Vagts als bremischer Vertreter nach Berlin. Auch dort wurde er in den Vorstand der neu gegründeten Philharmonischen Gesellschaft berufen. Vom 27.5.1956 bis zum 1.4.1938 war er neben seiner Tätigkeit in Berlin noch städtischer Musikbeauftragter in Bremen.
Geschichte des Bestandsbildners: Mit der Schließung der Bremischen Vertretung am 1. Oktober 1937 schied Vagts aus dem Amt, wurde jedoch am 28.11.1938 erneut, diesmal mit der Leitung der gemeinsamen Vertretung Oldenburgs und Bremens in Berlin beauftragt.
Am 2. Mai 1945 setzte die amerikanische Militärregierung Erich Vagts als Regierenden Bürgermeister von Bremen ein, aber schon am 1. August 1945 wurde er von Wilhelm Kaisen abgelöst. Ein paar Wochen später verhaftete die Militärregierung Vagts und brachte ihn in das Internierungslager nach Ludwigsburg, in dem er einige Monate blieb. Nach seiner Entlassung ging Erich Vagts zurück nach Bremen, wo er am 20.2.1980 starb.
Im März 1957 übergab Erich Vagts dem Staatsarchiv einen versiegelten Umschlag, der unter der Bestandsnummer 7,29 archiviert wurde. Der Umschlag enthielt einen von Vagts selbstverfassten, unter 7,29-5 verzeichneten Bericht. Die zweite Ablieferung vom 24.2.1982 erfolgte durch Vagts Testamentsvollstrecker Rechtsanwalt Oliver, der den größten Teil des Nachlasses, unter anderem zahlreiche Kompositionen Vagts, schon nach dessen Tod vernichtet hatte.
Die jetzt in dem Bestand formierten Nachlassreste haben einen Umfang von 1 Karton.
Bremen 1982
Monika Lentz
0,1
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
30.06.2025, 11:55 AM CEST