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Freiherren von Hammerstein (-Equord): Urkunden und Akten (Bestand)
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Geschichte des Bestandsbildners: Geschichte der Familie von Hammerstein
Die Herren von Hammerstein kommen ursprünglich aus dem Rheinland. Sie gehörten zum landständischen Uradel der Grafschaft Berg, ihr gleichnamiger Stammsitz liegt bei Sonnborn an der Wupper. Hier wird um 1400 ein Johann von Hammerstein erwähnt, mit dem die Stammreihe beginnt. Verwandtschaftliche Verbindungen mit den 1202 genannten Burggrafen von Hammerstein (bei Andernach) sind urkundlich nicht nachweisbar. Das Geschlecht kam in Niedersachsen zu Ansehen durch Hans Adam von Hammerstein (gest. 1635), Landdrost zu Hoya, und seinen Sohn Georg Christoph (1624-1687), Hofmarschall und Großvogt zu Celle. Nach Erwerb von Grundbesitz in Norddeutschland (zuerst Equord 1621) teilte es sich in drei, nach den Stammgütern benannte Linien von Hammerstein-Equord (bei Peine im Stift Hildesheim), von Hammerstein-Gesmold (bei Melle im Stift Osnabrück) und von Hammerstein-Loxten (bei Bersenbrück im Stift Osnabrück). Die hannoversche Genehmigung zur Fortführung des Freiherrentitels erfolgte 1841.
Bestandsgeschichte: Den Anstoß zur Deponierung hatten sowohl der Verkauf des Gutes Equord (1929) wie auch wiederholte Pressemitteilungen gegeben, dass die Staatsarchive wertvolle Familienarchive in Verwahrung nähmen. Der in Stettin lebende Vorsitzende des Familienverbandes, General der Infanterie a. D. Hans Freiherr von Hammerstein, bot daraufhin 1932 die Deponierung 1. des Archivs der von Hammersteinschen Familienstiftung von 1854 bzw. des Familienverbandes sowie 2. das dem Verband 1929 zugefallene frühere Equorder Familienarchiv an. Am 25/27. August 1932 wurde ein Depositalvertrag abgeschlossen. Anfang September wurden die Archivalien in das Staatsarchiv verbracht. Der Korrespondenz ist zu entnehmen, dass die Akten bereits vollständig geordnet und verzeichnet waren; vermutlich ließ das Staatsarchiv das vorhandene Findbuch abschreiben. Während das Findbuch 1943 verbrannte, überstanden die Archivalien jedoch den Zweiten Weltkrieg. Allerdings gerieten sie im Februar 1946 in das Leinehochwasser. Als Folge behielten die Urkunden starke Wasserschäden zurück, während die Akten nur teilweise betroffen sind.
Bestandsgeschichte: Bereits im März 1947 erkundigte sich der Familienverband nach dem Schicksal des Archivs, das damals wieder neu geordnet und auch schon grob verzeichnet worden war. 1959 wurde das Archiv dann endgültig von dem Hildesheimer Mittelschullehrer a. D. Wilhelm Hartmann erschlossen. Im Vorfeld war das Depositum um wichtige Teile erweitert worden: im September 1955 um den wertvollen Nachlass des hannoverschen Ministers Wilhelm von Hammerstein-Loxten, der sich auf dem Gut Steinhorst, Kreis Celle, befunden hatte, sowie im Juni 1956 um Handakten des - späteren - preußischen Landwirtschaftsministers Ernst von Hammerstein-Loxten betreffend die Freigabe des Welfenfonds.
Vollständigkeit war freilich nicht erreichbar. Die Verbreitung und Bedeutung der von Hammerstein hat vielmehr zu einer Aufsplitterung der Nachlässe geführt. So wurden aus der Hinterlassenschaft des preußischen Innenministers Hans von Hammerstein-Loxten, die sich 1955 in Steinhorst anfand, diejenigen Teile, die sich auf seine Tätigkeit in Elsaß-Lothringen bezogen, im Mai 1960 an das Bundesarchiv abgegeben, während der größere Rest in Hannover verblieb. Andererseits ließ man den Nachlass des Landwirtschaftsministers Ernst von Hammerstein im Wesentlichen beim Gutsarchiv Loxten. Im Übrigen veranlasste Wilhelm Hartmann in Verbindung mit seinen Ordnungsarbeiten einige weitere Zugänge. Im Einzelnen fügte er an: die Gesamtfamilie betreffendes Schriftgut aus dem Gutsarchiv Apelern (ein Fach, eingegangen am 03. Oktober 1959), Schriftgut aus dem Gut Steinhorst (ca. 24 Fach, eingegangen im Dezember 1959, teilweise an das Bundesarchiv abgegeben), Teile vom Nachlass des Generals Rudolf von Hammerstein-Loxten aus dem Loxtener Archiv (15 Bündel, eingegangen im März 1960), Akten betreffend das Gut Equord (30 Faszikel, eingegangen im Mai 1960).
Bestandsgeschichte: Die Archivalien der Freiherren von Hammerstein im Bereich des Niedersächsischen Landesarchivs verteilen sich heute im Wesentlichen auf vier größere Bestände: das Familienarchiv mit dem Equorder Gutsarchiv (im NLA Hannover als Dep. 52), die Gutsarchive Gesmold und Loxten (im NLA Osnabrück als Dep. 55 und Dep. 69) sowie das Gutsarchiv Apelern (im NLA Bückeburg als Dep. 13). Material über die von Hammerstein befindet sich weiterhin im Gutsarchiv Bockel (Findbuch im NLA Stade unter der Signatur FA 62), in Resten des Gutsarchivs Heinsen (im NLA Hannover unter der Signatur Hann. 301, 7) sowie in dem 1971 ins Kreisarchiv Peine überführten Guts- und Gerichtsarchiv von Hammerstein-Equord (Findbuch im NLA Hannover unter der Signatur FA 232).
Bestandsgeschichte: Das Dep. 52 zählt wegen der darin enthaltenen Nachlässe hoher Beamter und Militärs (seit dem Dreißigjährigen Krieg) und der zugehörigen familiengeschichtlichen Sammlung zu den wertvollsten Deposita im NLA Hannover. Zudem sind sie für die allgemeine Landesgeschichte kaum benutzt. Besonders hingewiesen sei auf den Nachlass des hannoverschen Ministers Wilhelm von Hammerstein (-Loxten), in dem sich Akten des hannoverschen Innenministeriums erhalten haben, die nach dem Verlust des Bestandes im Zweiten Weltkrieg Einblicke in die Verwaltungsinterna erlauben.
Weitere Nachlässe enthalten das Loxtener, Gesmolder und Apelerner Gutsarchiv. Der Beitrag zur mittelalterlichen und zur Lokalgeschichte, abgesehen vom Patrimonialgericht Equord, tritt dagegen zurück.
Bestandsgeschichte: Urkunden:
Die 66 Urkunden der Urkundenabteilung des Bestandes Dep. 52 stellen bis auf wenige Ausnahmen den erhaltenen Bestand des Equorder Archivs an Pergamenturkunden dar, wie dieser dem Staatsarchiv durch Depositalvertrag vom 25.08.1932 überwiesen wurde. Da die Urkunden auf Papier bei den zugehörigen Akten belassen wurden, sind weitere Urkunden (besonders Ehestiftungen, Testamente, Verträge etc.) in der Aktenabteilung des Bestandes Dep. 52 vorhanden.
Die von dem Referendar Dr. Mundhenke im Jahre 1952 gefertigten Regesten konnten bei der vorliegenden Regestierung weitgehend übernommen werden.
Weniger als die Hälfte der Urkunden des Bestandes Dep. 52 ist in der Publikation von Emil von Hammerstein-Gesmold (Hg.), Urkunden und Regesten zur Geschichte der Burggrafen und Freiherren von Hammerstein, Hannover 1891, erfasst worden. Dieses Werk, das fast 1500 Urkunden und Regesten umfasst, schöpft im Wesentlichen aus rheinischen Quellen, wie sich solche bei langjähriger Forschung in Fragen der Herkunft und der älteren Heimat des Geschlechts von Hammerstein in großer Fülle erschlossen haben.
Bestandsgeschichte: Akten:
Der Bestand umfasst 1002 Aktenfaszikel, die in Anlehung an die Gliederung des Werks von Staatsminister Wilhelm Freiherr von Hammerstein, Geschichte der freiherrlichen von Hammersteinschen Familie, Hannover 1856, nach Akten der Gesamtfamilie, Akten der Linien, Nachlässen einzelner Familienmitglieder und Akten des Gutsarchivs Equord geordnet wurden.
Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank übertragen worden.
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Bestand
Literatur: - Hans Georg Freiherr von Hammerstein-Equord, Beyträge zur Geschichte der Grafen und Freyherren von Hammerstein von den frühesten Zeiten bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts, Göttingen 1806. - Wilhelm Karl Konrad Freiherr von Hammerstein-Loxten und Emil Ferdinand Viktor Freiherr von Hammerstein-Gesmold, Geschichte der freiherrlichen von Hammerstein´schen Familie, Hannover 1856. - Emil Freiherr von Hammerstein-Gesmold, Urkunden und Regesten zur Geschichte der Burggrafen und Freiherren von Hammerstein: mit Stammtafeln, Siegeltafeln und Abbildungen, Hannover 1891. - Heino Freiherr von Hammerstein-Equord, Beiträge zur Genealogeie der Familien von Hammerstein, von Oldershausen, von Gustedt, von Flemming, Görlitz 1907. - Christian von Hammerstein-Loxten (Bearb.), Die Lebenserinnerungen des Königlich Preußischen Staatsministers Ernst Freiherr von Hammerstein-Loxten, o. O. 1910. - Christian Freiherr von Hammerstein-Loxten senior, Genealogie der Freiherren von Hammerstein, Göttingen 1960. - Christian Freiherr von Hammerstein-Loxten senior, Mein Leben, o. O. und J. (ca. 1957). - Wilhelm Hartmann, Der Hildesheimer Forstmeister Carl Freiherr von Hammerstein: ein Lebensbild, in: Alt-Hildesheim 36 (1965), S. 21-27. - Wilhelm Hartmann, Der General Hans Georg von Hammerstein-Equord 1771-1841, in: Alt-Hildesheim 40 (1969), S. 42 -55. - Hans Leuss, Wilhelm Freiherr von Hammerstein, o. O. 1905. - Hans-Jürgen Vogtherr, Christian Freiherr von Hammerstein und die Modernisierung der Landwirtschaft in der Lüneburger Heide im 19. Jahrhundert, Uelzen 2001.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.