Ortsarchiv Urphar (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Wertheim, S-O 16
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Wertheim >> Ortsarchive (O-Bestände)
1613-1988
Inhalt und Bewertung
Das Ortsarchiv Urphar beinhaltet die Akten, Bände und Rechnungen der ehemaligen Gemeindeverwaltung Urphar. Die Mehrzahl der Archivalien stammt aus dem 19./20. Jahrhundert. Ein für die Ortsgeschichte relevantes Ratsprotokoll umfaßt die Jahre 1617 - 1808. Ein Teil der Gültbücher aus dem 18. Jahrhundert ist derzeit aus konservatorischen Gründen für die Benutzung gesperrt.
Vorbemerkung: Als älteste bekannte erhaltene schriftliche Erwähnung Urphars gilt die Nennung des Ortes in der Gründungsgeschichte des 775 gegründeten Klosters Holzkirchen. Dieses erhielt als Stiftungsgut auch Güter in "Urfare". Die Gründungsgeschichte Holzkirchens findet sich im sogenannten Codex Eberhardi, einem Schenkungsverzeichnis des Klosters Fulda, dem Mutterkloster Holzkirchens. Der Codex wird heute im Staatsarchiv Marburg unter der Signatur K 425 verwahrt. Auf Grund jüngerer Quellen als dieses Bandes ist davon auszugehen, dass auch das Bistum Würzburg damals bereits Besitzungen in Urphar hatte. Um 1100 lassen sich dann auch die Grafen von Wertheim als Rechteinhaber und Besitzer nachweisen. Neben diesen drei Akteuren hatten weitere Herrschaften (z.B. das Kloster Bronnbach) Besitzungen in Urphar. 1325 wurde die Kirche in Urphar durch die Trennung von der Pfarrkirche Reicholzheim eigenständig und Urphar erhielt einen eigenen Ortsgeistlichen (vgl. StAWt-G Rep. 14_Lade XX Nr. 120). Einige Jahre später - 1329 - erhielt auch der Deutsche Orden Besitzungen und Rechte (u.a. die Zehnt) in Urphar, die ihnen Elisabeth von Hohenlohe (eine Tochter des Grafen Poppo IV von Wertheim) übergab (vgl. StAL- JL 425 Bd. 1 Qu. 268). 1418 erhält Graf Johann von Wertheim ein Mannlehen des Würzburger Bischofs, welches Gülten, Zinsen und Zehnte in Urphar enthält (StAWt-G Rep. 1d Passivlehen: Würzburg Nr. 8). Diese Aufteilung der verschiedenen Rechte und Güter führten immer wieder zu Streitigkeiten untereinander, da die einzelnen Parteien die Ortsherrschaft in Urphar für sich beanspruchten. Von diesen Streitigkeiten zeugen verschiedenste Archivalien u.a. im Staatsarchiv Wertheim. Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Grafen von Wertheim (1599), und nachdem deren Herrschaftsbereiche durch den Grafen Ludwig von Löwenstein (einem Schwiegersohn des letzten Grafen) übernommen worden waren, kam es zur sogenannten Würzburger Fehde, die bis 1617 andauerte. Das Bistum Würzburg sah seine an die Wertheimer verliehenen Güter und Rechte als heimgefallen an, während Graf Ludwig von Löwenstein sich als legitimer Erbnachfolger verstand und somit auch die Lehen übernehmen wollte. Im Rahmen der daraus entstandenen Streitigkeiten, die auch in mehreren Gefechten ausgetragen wurden, wurde neben weiteren Orten auch Urphar mehrfach verwüstet und brandgeschatzt. Schlussendlich war Urphar danach der Grafschaft Wertheim zugehörig. Bald nach Beendigung der Fehde hatte die Bevölkerung des Ortes mit den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu kämpfen. Neben Abgaben und Einquartierungen von Soldaten, grassierte auch die Pest und kostete Urphar einige Einwohner, andere verließen Urphar mit der Hoffnung in der Fremde ein besseres Leben aufbauen zu können. 1630 sollen in Urphar noch 10 Familien gelebt haben. Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges erholte sich Urphar und es wuchs Dank Zuzug und Rückzug ehemaliger Einwohner wieder an. 1806 schließlich wurde die Grafschaft Wertheim, zu der Urphar bis dahin weiter gehörte, Teil des Großherzogtums Baden. In Baden war Urphar bis 1972 eine eigenständige Gemeinde. 1972 wurde es nach Wertheim eingemeindet. Im Jahr 1621 wohnen in Urphar gemäß des Visitationsberichtes der Kirchen und Schulen auf dem Land (StAWt-G Rep. 45 Nr. 4) 300 Personen. Diese Zählung umschließt die Erwachsenen und Kinder ab dem Schulalter, so dass die Gesamtbevölkerungszahl noch ein wenig höher gewesen sein dürfte. Im 19. /20. Jahrhundert verlief die Bevölkerungsentwicklung in Urphar dann wie folgt: 1820: 325 Einwohner (StAWt-S O 16 R 29) 1830: 330 Einwohner (StAWt-S O 16 R 49) 1840: 335 Einwohner (StAWt-S O 16 R 69) 1850: 341 Einwohner (StAWt-S O 16 R 89) 1858: 346 Einwohner (StAWt-S O 16 R 109) 1867: 335 Einwohner (StAWt-S O 16 R 129) 1880: 322 Einwohner (StAWt-S O 16 R 149) 1890: 337 Einwohner (StAWt-S O 16 R 170) 1900: 392 Einwohner (StAWt-S O 16 R 189) 1910: 384 Einwohner (StAWt-S O 16 R 209) 1921: 360 Einwohner (StAWt-S O 16 R 231) 1925: 351 Einwohner (StAWt-S O 16 R 247) 1933: 371 Einwohner (StAWt-S O 16 R 265) 1946: 531 Einwohner (StAWt-S O 16 R 285) 1950: 544 Einwohner (StAWt-S O 16 R 304) 1961: 470 Einwohner (StAWt-S O 16 R 333) 1970: 499 Einwohner (StAWt-S O 16 R 342) Die Bürgermeister von Urphar in den Jahren 1839 - 1972 waren (S-O 16 R 69 - R 341): 1839 - 1847: Christoph Michael Büttel 1847 - 1862: Wilhelm Diehm 1862 - 1870: Georg Adam Friedrich 1870 - 1894: Christoph Michael Diehm 1894 - 1922: Georg Wiesner 1922 - 1929: Jakob Michael Diehm 1929 - 1938: Andreas Flegler III 1938 - 1945: Wilhelm Spielmann 1945 - 1948: Andreas Flegler 1948 - 1966: Peter Fiederling 1966 - 1972: Adam Kuhn
Literatur: Das Land Baden-Württemberg: amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Bd. 4: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg, Stuttgart, 1980, S. 372 Gustav Rommel: Die Kirchenvisitation auf den Landorten der Grafschaft Wertheim im Jahr 1621, in: Wertheimer Jahrbuch 1926, S. 49 Friedrich Dosch: Jakobuskirche Urphar, Wertheim-Bettingen, 1981 75 Jahre SSV Mainperle e.V. Urphar-Lindelbach. 22. Wertheimer Fußball-Stadt-Meisterschaft 9.-18. Juni 1995, Hrsg. SSV Mainperle e.V. Urphar-Lindelbach, Wertheim, 1995 Gustav Rommel: Urphar am Main. ein Beitrag zur Geschichte und Kulturgeschichte der ehemaligen Grafschaft Wertheim, Wertheim, 1924
Bearbeiterbericht: Die wohl erste fachliche Sichtung des Archivbestandes erfolgte 1906 durch Prof. Dr. Hofmann, als Pfleger der Badischen historischen Kommission. Damals fand er als Archivgut nur die Bürgermeisterrechnungen 1613-1698, ein Vermessungsbuch von 1674, die Zins- und Gültbücher des Stiftes Triefenstein und der Kloster Bronnbach und Grünau, eine Lagerbuch der Gemeinde Urphar sowie Kriegskostenrechnungen der Jahre 1806-1815. Von diesen sind heute nur noch Teile erhalten. 1985 wurde das Ortsarchiv Urphar dann an das Stadtarchiv Wertheim übergeben. Dort wurde es nach archivfachlichen Grundsätzen erfasst, entmetallisiert und verpackt. In Teilen konnte bei der Erfassung auf ein bereits vorhandenes Inventar von 1971 zurückgegriffen werden. Die Verzeichnung erfolgte getrennt nach den einzelnen Archivaliengattungen Urkunden, Akten, Bände, Rechnung und Karten. Innerhalb der Gattungen wurde nach Bär´schem Prinzip verzeichnet. Die Klassifikation des Bestandes, erstellt von Archivarin Ulrike Kühnle, lehnt sich im Wesentlichen an die Hauptgruppen des Külby-Aktenplanes an, der 1906 für die badischen Gemeinden eingeführt worden war. Im Zuge der Vorbereitung für die Online-Stellung des Findmittels wurden die Titelaufnahmen der Karten, die später erfasst wurden, in die Klassifikation eingebunden und einige bisher unverzeichnete Einheiten erfasst. Der vor allem für die Ortsgeschichte wichtige Bestand umfasst nun 1794 Einheiten in 30,7 lfd. m. Bronnbach, November 2015 Anna Spiesberger
Das Ortsarchiv Urphar beinhaltet die Akten, Bände und Rechnungen der ehemaligen Gemeindeverwaltung Urphar. Die Mehrzahl der Archivalien stammt aus dem 19./20. Jahrhundert. Ein für die Ortsgeschichte relevantes Ratsprotokoll umfaßt die Jahre 1617 - 1808. Ein Teil der Gültbücher aus dem 18. Jahrhundert ist derzeit aus konservatorischen Gründen für die Benutzung gesperrt.
Vorbemerkung: Als älteste bekannte erhaltene schriftliche Erwähnung Urphars gilt die Nennung des Ortes in der Gründungsgeschichte des 775 gegründeten Klosters Holzkirchen. Dieses erhielt als Stiftungsgut auch Güter in "Urfare". Die Gründungsgeschichte Holzkirchens findet sich im sogenannten Codex Eberhardi, einem Schenkungsverzeichnis des Klosters Fulda, dem Mutterkloster Holzkirchens. Der Codex wird heute im Staatsarchiv Marburg unter der Signatur K 425 verwahrt. Auf Grund jüngerer Quellen als dieses Bandes ist davon auszugehen, dass auch das Bistum Würzburg damals bereits Besitzungen in Urphar hatte. Um 1100 lassen sich dann auch die Grafen von Wertheim als Rechteinhaber und Besitzer nachweisen. Neben diesen drei Akteuren hatten weitere Herrschaften (z.B. das Kloster Bronnbach) Besitzungen in Urphar. 1325 wurde die Kirche in Urphar durch die Trennung von der Pfarrkirche Reicholzheim eigenständig und Urphar erhielt einen eigenen Ortsgeistlichen (vgl. StAWt-G Rep. 14_Lade XX Nr. 120). Einige Jahre später - 1329 - erhielt auch der Deutsche Orden Besitzungen und Rechte (u.a. die Zehnt) in Urphar, die ihnen Elisabeth von Hohenlohe (eine Tochter des Grafen Poppo IV von Wertheim) übergab (vgl. StAL- JL 425 Bd. 1 Qu. 268). 1418 erhält Graf Johann von Wertheim ein Mannlehen des Würzburger Bischofs, welches Gülten, Zinsen und Zehnte in Urphar enthält (StAWt-G Rep. 1d Passivlehen: Würzburg Nr. 8). Diese Aufteilung der verschiedenen Rechte und Güter führten immer wieder zu Streitigkeiten untereinander, da die einzelnen Parteien die Ortsherrschaft in Urphar für sich beanspruchten. Von diesen Streitigkeiten zeugen verschiedenste Archivalien u.a. im Staatsarchiv Wertheim. Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Grafen von Wertheim (1599), und nachdem deren Herrschaftsbereiche durch den Grafen Ludwig von Löwenstein (einem Schwiegersohn des letzten Grafen) übernommen worden waren, kam es zur sogenannten Würzburger Fehde, die bis 1617 andauerte. Das Bistum Würzburg sah seine an die Wertheimer verliehenen Güter und Rechte als heimgefallen an, während Graf Ludwig von Löwenstein sich als legitimer Erbnachfolger verstand und somit auch die Lehen übernehmen wollte. Im Rahmen der daraus entstandenen Streitigkeiten, die auch in mehreren Gefechten ausgetragen wurden, wurde neben weiteren Orten auch Urphar mehrfach verwüstet und brandgeschatzt. Schlussendlich war Urphar danach der Grafschaft Wertheim zugehörig. Bald nach Beendigung der Fehde hatte die Bevölkerung des Ortes mit den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu kämpfen. Neben Abgaben und Einquartierungen von Soldaten, grassierte auch die Pest und kostete Urphar einige Einwohner, andere verließen Urphar mit der Hoffnung in der Fremde ein besseres Leben aufbauen zu können. 1630 sollen in Urphar noch 10 Familien gelebt haben. Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges erholte sich Urphar und es wuchs Dank Zuzug und Rückzug ehemaliger Einwohner wieder an. 1806 schließlich wurde die Grafschaft Wertheim, zu der Urphar bis dahin weiter gehörte, Teil des Großherzogtums Baden. In Baden war Urphar bis 1972 eine eigenständige Gemeinde. 1972 wurde es nach Wertheim eingemeindet. Im Jahr 1621 wohnen in Urphar gemäß des Visitationsberichtes der Kirchen und Schulen auf dem Land (StAWt-G Rep. 45 Nr. 4) 300 Personen. Diese Zählung umschließt die Erwachsenen und Kinder ab dem Schulalter, so dass die Gesamtbevölkerungszahl noch ein wenig höher gewesen sein dürfte. Im 19. /20. Jahrhundert verlief die Bevölkerungsentwicklung in Urphar dann wie folgt: 1820: 325 Einwohner (StAWt-S O 16 R 29) 1830: 330 Einwohner (StAWt-S O 16 R 49) 1840: 335 Einwohner (StAWt-S O 16 R 69) 1850: 341 Einwohner (StAWt-S O 16 R 89) 1858: 346 Einwohner (StAWt-S O 16 R 109) 1867: 335 Einwohner (StAWt-S O 16 R 129) 1880: 322 Einwohner (StAWt-S O 16 R 149) 1890: 337 Einwohner (StAWt-S O 16 R 170) 1900: 392 Einwohner (StAWt-S O 16 R 189) 1910: 384 Einwohner (StAWt-S O 16 R 209) 1921: 360 Einwohner (StAWt-S O 16 R 231) 1925: 351 Einwohner (StAWt-S O 16 R 247) 1933: 371 Einwohner (StAWt-S O 16 R 265) 1946: 531 Einwohner (StAWt-S O 16 R 285) 1950: 544 Einwohner (StAWt-S O 16 R 304) 1961: 470 Einwohner (StAWt-S O 16 R 333) 1970: 499 Einwohner (StAWt-S O 16 R 342) Die Bürgermeister von Urphar in den Jahren 1839 - 1972 waren (S-O 16 R 69 - R 341): 1839 - 1847: Christoph Michael Büttel 1847 - 1862: Wilhelm Diehm 1862 - 1870: Georg Adam Friedrich 1870 - 1894: Christoph Michael Diehm 1894 - 1922: Georg Wiesner 1922 - 1929: Jakob Michael Diehm 1929 - 1938: Andreas Flegler III 1938 - 1945: Wilhelm Spielmann 1945 - 1948: Andreas Flegler 1948 - 1966: Peter Fiederling 1966 - 1972: Adam Kuhn
Literatur: Das Land Baden-Württemberg: amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Bd. 4: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg, Stuttgart, 1980, S. 372 Gustav Rommel: Die Kirchenvisitation auf den Landorten der Grafschaft Wertheim im Jahr 1621, in: Wertheimer Jahrbuch 1926, S. 49 Friedrich Dosch: Jakobuskirche Urphar, Wertheim-Bettingen, 1981 75 Jahre SSV Mainperle e.V. Urphar-Lindelbach. 22. Wertheimer Fußball-Stadt-Meisterschaft 9.-18. Juni 1995, Hrsg. SSV Mainperle e.V. Urphar-Lindelbach, Wertheim, 1995 Gustav Rommel: Urphar am Main. ein Beitrag zur Geschichte und Kulturgeschichte der ehemaligen Grafschaft Wertheim, Wertheim, 1924
Bearbeiterbericht: Die wohl erste fachliche Sichtung des Archivbestandes erfolgte 1906 durch Prof. Dr. Hofmann, als Pfleger der Badischen historischen Kommission. Damals fand er als Archivgut nur die Bürgermeisterrechnungen 1613-1698, ein Vermessungsbuch von 1674, die Zins- und Gültbücher des Stiftes Triefenstein und der Kloster Bronnbach und Grünau, eine Lagerbuch der Gemeinde Urphar sowie Kriegskostenrechnungen der Jahre 1806-1815. Von diesen sind heute nur noch Teile erhalten. 1985 wurde das Ortsarchiv Urphar dann an das Stadtarchiv Wertheim übergeben. Dort wurde es nach archivfachlichen Grundsätzen erfasst, entmetallisiert und verpackt. In Teilen konnte bei der Erfassung auf ein bereits vorhandenes Inventar von 1971 zurückgegriffen werden. Die Verzeichnung erfolgte getrennt nach den einzelnen Archivaliengattungen Urkunden, Akten, Bände, Rechnung und Karten. Innerhalb der Gattungen wurde nach Bär´schem Prinzip verzeichnet. Die Klassifikation des Bestandes, erstellt von Archivarin Ulrike Kühnle, lehnt sich im Wesentlichen an die Hauptgruppen des Külby-Aktenplanes an, der 1906 für die badischen Gemeinden eingeführt worden war. Im Zuge der Vorbereitung für die Online-Stellung des Findmittels wurden die Titelaufnahmen der Karten, die später erfasst wurden, in die Klassifikation eingebunden und einige bisher unverzeichnete Einheiten erfasst. Der vor allem für die Ortsgeschichte wichtige Bestand umfasst nun 1794 Einheiten in 30,7 lfd. m. Bronnbach, November 2015 Anna Spiesberger
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ