E Rep. 300-69 Nachlass Heinz Glaß (Bestand)
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E Rep. 300-69
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> E Nachlässe und personengeschichtliche Sammlungen >> E 1 Nachlässe und Personenfonds
1919-1995
Vorwort: 1. Biographie
Im September 1919 hatte der Gastwirt Willi Glaß (*21. Februar 1886) ein Grundstück im damaligen Grundbuchbezirk Berlin-Lichtenberg, Bd. 17 Bl. 338 erworben und hierauf 1920 eine Schankwirtschaft errichtet.
Nach dem Tod von Willi Glaß am 24. Oktober 1950 verpachtete seine Witwe, Julie Anna Glaß geb. Würfel (*16. Juli 1879), einen Teil des Grundstücks an den Kleingartenverband in Berlin-Weißensee für die Kleingartenanlage „Langes Höhe“.
Im April 1961 verkaufte Juliane Glaß das Grundstück an Martha Meyer. In der Folgezeit kam es wegen Unstimmigkeiten bei der Kaufabwicklung, v. a. bzgl. der Zahlung des Kaufpreises, zu rechtlichen Auseinandersetzungen.
Durch den Mauerbau und die damit verbundenen rechtlichen Regelungen über die Behandlung der in der Hauptstadt der DDR befindlichen Vermögenswerte Westberliner Bürger war es ihrem Sohn Heinz Glaß (*11. Februar 1915), der im Westteil der Stadt lebte, in der Folgezeit kaum möglich, seine betagte Mutter in der Vermögensangelegenheit um das in Ostberlin belegene Grundstück zu unterstützen.
Nachdem Heinz Glaß das Erbe seiner am 8. Februar 1968 verstorbenen Mutter angetreten hatte, verstärkte er seine Bemühungen um Informationen und Auskünfte in der Grundstücksangelegenheit. Seine Anstrengungen blieben erfolglos; letztlich wurde das Grundstück 1982 in Volkseigentum überführt.
Erst mit dem Vermögensgesetz (VermG) war eine Möglichkeit zur Klärung offener Vermögensanfragen geschaffen wurde. Im August 1990 meldete Heinz Glaß das Grundstück zur Restitution an; die Rückübereignung wurde im November 1994 jedoch abgelehnt.
2. Bestandsbeschreibung
Der Nachlass-Splitter dokumentiert einerseits den Umgang mit privatem Grundeigentum im Ostteil Berlins nach dem Mauerbau als auch die Bemühungen Heinz Glaß’ um die Restitution des Vermögens.
Heinz Glass übergab die Dokumente aus seinem Nachlass als Schenkung im Jahre 2003 dem Bundesarchiv, das die Unterlagen dem Landesarchiv Berlin zuleitete.
Hier wurde der Bestand 2004 erschlossen, in der AUGIAS-Datenbank erfasst und ein Findbuch gefertigt.
Enthält:
Aufbau des Schankgewerbes.- Grundstücksangelegenheiten.- Private Korrespondenz.- Vermögensentzug.- Restitutionsbemühungen.
Erschlossen: 14 [AE] 0.15 [lfm]
Laufzeit:
1914 - 1994
Benutzung:
Datenbank, Findbuch
Berlin, Juli 2004 Dr. Heike Schroll
Im September 1919 hatte der Gastwirt Willi Glaß (*21. Februar 1886) ein Grundstück im damaligen Grundbuchbezirk Berlin-Lichtenberg, Bd. 17 Bl. 338 erworben und hierauf 1920 eine Schankwirtschaft errichtet.
Nach dem Tod von Willi Glaß am 24. Oktober 1950 verpachtete seine Witwe, Julie Anna Glaß geb. Würfel (*16. Juli 1879), einen Teil des Grundstücks an den Kleingartenverband in Berlin-Weißensee für die Kleingartenanlage „Langes Höhe“.
Im April 1961 verkaufte Juliane Glaß das Grundstück an Martha Meyer. In der Folgezeit kam es wegen Unstimmigkeiten bei der Kaufabwicklung, v. a. bzgl. der Zahlung des Kaufpreises, zu rechtlichen Auseinandersetzungen.
Durch den Mauerbau und die damit verbundenen rechtlichen Regelungen über die Behandlung der in der Hauptstadt der DDR befindlichen Vermögenswerte Westberliner Bürger war es ihrem Sohn Heinz Glaß (*11. Februar 1915), der im Westteil der Stadt lebte, in der Folgezeit kaum möglich, seine betagte Mutter in der Vermögensangelegenheit um das in Ostberlin belegene Grundstück zu unterstützen.
Nachdem Heinz Glaß das Erbe seiner am 8. Februar 1968 verstorbenen Mutter angetreten hatte, verstärkte er seine Bemühungen um Informationen und Auskünfte in der Grundstücksangelegenheit. Seine Anstrengungen blieben erfolglos; letztlich wurde das Grundstück 1982 in Volkseigentum überführt.
Erst mit dem Vermögensgesetz (VermG) war eine Möglichkeit zur Klärung offener Vermögensanfragen geschaffen wurde. Im August 1990 meldete Heinz Glaß das Grundstück zur Restitution an; die Rückübereignung wurde im November 1994 jedoch abgelehnt.
2. Bestandsbeschreibung
Der Nachlass-Splitter dokumentiert einerseits den Umgang mit privatem Grundeigentum im Ostteil Berlins nach dem Mauerbau als auch die Bemühungen Heinz Glaß’ um die Restitution des Vermögens.
Heinz Glass übergab die Dokumente aus seinem Nachlass als Schenkung im Jahre 2003 dem Bundesarchiv, das die Unterlagen dem Landesarchiv Berlin zuleitete.
Hier wurde der Bestand 2004 erschlossen, in der AUGIAS-Datenbank erfasst und ein Findbuch gefertigt.
Enthält:
Aufbau des Schankgewerbes.- Grundstücksangelegenheiten.- Private Korrespondenz.- Vermögensentzug.- Restitutionsbemühungen.
Erschlossen: 14 [AE] 0.15 [lfm]
Laufzeit:
1914 - 1994
Benutzung:
Datenbank, Findbuch
Berlin, Juli 2004 Dr. Heike Schroll
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ