Erzbischof Dietrich1 verweist darauf, dass der vorherige Paderborner Bischof Wilhelm2 dem Gerhard v. Ense das Amt Erwitte für 1.450 Gulden verpfändet hatte, dass er nach seiner Übernahme des Bistums deshalb Streit mit Gerhard hatte, ihm dann aber das Amt weiter für die 1.450 Gulden verpfändet ließ. Er inseriert die Urkunde Wilhelms von 1413 und seine eigene von 1420. Dietrich hatte die Briefe von Heinrich v. Ense, dem Sohn und Erben Gerhards, eingelöst und ausgezahlt, gibt sie ihm jetzt wieder unkanzelliert zurück, weil Heinrich ihn in der Fehde mit dem Herzog von Kleve und der Stadt Soist unterstützt und einen solchen Betrag ausgeliehen hatte. Siegelankündigung Dietrichs. Köln, den 6. Juni 1451 (up den sondach exaudi). Regest der ersten enthaltenen Urkunde3: Der Paderborner Bischof Wilhelm2 schuldet Gerhard v. Ense 1.450 Gulden und verpfändet ihm dafür das Amt Erwitte, von dem er erst wieder abgelöst werden kann, wenn die Schuld erstattet ist. Er wird ihm das Amt so verteidigen wie das Paderborner Stift und dessen Güter. Wenn etwas aus dem Amt verpfändet war, und Gerhard den Pfand ausgezahlt hat, dann wird er das bei einer Ablösung des Amtes erstattet. Siegelankündigung des Paderborner Bischofs zusammen mit Abt Heiderich (Eyderich) von Helmarshausen4, den Rittern Rabe von Calenberg und Hermann Spiegel sowie den Knappen Reineke von der Lippe und Friedrich v. Driburg. Datum 1. Oktober 1413 (dominicum die proximum post festum Michaelis archangelis). Erzbischof Dietrich1 hatte die Verpfändung des Amtes Erwitte durch seinen Vorgänger für 1.450 Gulden an Gerhard v. Ense angezweifelt, sich aber mit Gerhard auf die Fortsetzung der Verpfändung mit diesen Betrag geeinigt. Siegelankündigung Dietrichs. Datum 18. August 1420 (dominica post assumptionis marie virginis). Umschlag: Urkunde. Erzbischofs Diderich über das dem Heinrich van Ense für 1450 Gulden vepfändete Amt Erwitte. 1451. 6. juny. Inhalt: Wir Diederich van Gotz gnaden der hilliger kirchen zo Colne ertzbusschoff, des hilligen romischen rychs in Ytalien ertzcanceller, hertzoch zo Westfalen ind zo Engeren, here ind vurstender des gestichtz van Paderborne etc., doin kunt, also as wilne der edell unse lieve swager Wilhelm van dem Berge, greve zo Ravensberg, in den zyden als hee eyn busschoff zo Paderborne was, wilne Gerarde van Ense dat ampt zo Erwitte verpant hatte vur vunfftziendehalffhundert oeverlentzsche rynsche gulden, na lude des brieffs dairover sprechende, ind als wir dan dair na an dat gestichte van Paderborne quamen, ind in zweyonge ind unwillen wairen komen, mit dem vurg. Gerarde van Ense ind verdedingt wart, tusschen uns ind dem selven Gerarde, dat wir yme dat vurg. ampt van Erwitte vur die vurg. vunfftziendehalffhundert gulden pand gewyße sulden laissen behalden, nan lude des brieffs dair oever sprechende, die vurg. beyde brieve van woirde zo woirde herna geschreven folgen ind luden alsus: ”Wir Wilhelm van dem Berghe, van Goitz gnaden byschop to Paderborne, be- kennet vur uns, unse nakomeling ind gestichte, dat wy hebbet gerekent mit Gerd van Ense, also dat wy eme schuldich synt van unss gestichtes wegen vyffteyndehalffhundert gude geneme rynsche guldene, gut van golde ind swair noch van gewichte, die witliken in unser ind unses gestichtes nut gekomen sint, hyr ane ind ober deser vurs. reckenschap hebbet mit uns an ind over geweist unse lieven getruwen und reede, die eirsamen heren Tyderich, abt to Helmerßhusen, her Raven van dem Calenberge, ritter, her Herman Spiegell, ritter, Reyneke van der Lyppe und Frederich van Dryburgh, knapen, vur dese vurs. summen gulden hebben wy dem vurs. Gerde ind synen erven gesat to eyme amptmann over unse ampt to Erwitte mit alle synen tobehorongen, gerichten, heirlicheiden, upkomen ind mit alle synen rechten ind gebieden, und dit unser ampt sullen sy hebben ungereckent ind sunder jenicher leye affslach, und wy noch unse nakomelinge en sullen noch enwillen den vurs. Gerde offte synen erven van dem vurs. ampte nyt entsetzen und en neynerley hynder dair ane doin eder doin laten neynerleyewys. Were ock, dat deses vurs. amptes war verpendet were, dat mach die vurs. Gerdt offte syne erven inloesen, ind wann wy dan offte unse nakomelinge dit vurs. ampt wederloesten, so solde wy en dan wedergeven to voiren dat gelt, dat sy uyt gegeven hedden, na innehalt der brieve, die sy ingeloist hedden, mit den vurg. byffteyndehalffhundert gulden. Ock so sulle wy ind unse nakomelinge dit vurs. ampt verdedingen gelyck unsem eygen stichte ind gueden, sunder argelist. Alle dese vurg. punte ind artikule love wy Wilhelm, van Goides gnaden byschop to Paderborne vurs. vur uns ind unse nakomelinge ind gestichte, dem vurs. Gerde van Ense ind synen erven vaste ind stede to halden ain argelist. Und deses to eyner merer kuntschap ind vestonge hebbe wy Wilhelm, van Goides gnaden byschop vurs., unse ingesigell mit ingesegelen unser lieven getruwen ind reeden, hern Tyderikes, abdes, hern Ravens, hern Hermans, ritters, Reyneken ind Frederiken, knapen, vurs. an desen brieff laten gehangen, des wy Tyderich, abt to Helmerßhusen, Raven van dem Calenberge, Herman Spiegell, ritere, Reyneke van der Lyppe ind Frederich van Dryburgh, knapen, vurs. bekennen, dat wy desse vurs. stucke ind artikele hebbet dedinges lude geweist, ind hebbet unse insesiegele in urkunde der wairheit umme beden willen unsses lieven gnedigen heren heren Wilhelms byschopen vurs. na syne ingesigele an desen brieff gehangen, Datum anno domini M° CCCC° XIII° dominicum die proximum post festum Michaelis archangelis.“ ”Wy Diderich ertzbyschop der hilligen kirchen to Colne, hertuge to Westfalen ind to Enger, here ind vurstender des stichtes to Paderborne, doin kunt offentlich overmitz dusses unsen breyve, so als wy angesprochen hadden in zweyonge ind twist wairen mit Gerde van Ense, als van des amptz wegen to Erwitt, dat eme ind synen erven van unsen vurfairen in unsen gestich van Paderborne vurg. ist, na innehalt sulches breyves, hee dair up hevet sprechen up vyffteyndehalffhundert rynsche guldene, so bekenne wy ertzbuschoff vurg. vur uns ind unse nakomen in dem vurs. gestichte van Paderborne, dat wy mit Gerde vurg. sulcher anprachen ind zweyonge genslich ind to maile gutlichen vereyniget ind vurscheiden synt in sulcher wys, dat wy ind unse nakomen em ind synen erven by dem vurgerorden brieve ind ampte to Erwitt ungehyndert rouwelichen ind fredelichen laten sullen also lange, dat wy off unse nakomen vurges. sey dair aff setten mit den vurg. vyffteyndehalffhundert gulden na innhalt des vurg. principailbrieffs, dat wy eme ind synen erven vur uns ind unse nakomen geloven festlichen to halden, ind hebben des to getuge ind bekentnisse unse sigel vur uns ind unse nakomen an desen brieff doin hangen. Datum anno domini M° CCCC° XX°, dominica post assumptionis marie virginis.“ Ind als dan die vurg. zweene brieve Heinriche van Ense, des vurg. Gerardz van Ense son, van doides wegen desselven Gerartz anerstorven synt als eyme rechten erven, ind wir dem vurg. Henrich die vurg. vunfftziendehalffhundert betzalt ind da mit die vurg. zweene brieve dair oever sprechende zo uns geloist hatten, also bekennen wir vur uns, unse nakomen ind gestichte overmitz desen briff, dat der vurg. Heinrich van Ense uns in der veeden die lest geweist ist tusschen dem hertzogen van Cleve, den van Soist ind uns, uns upgedragen ind verlacht hait vunfftziendehalffhundert overlentzsche rynsche gulden, ind han dairumb dem selven Heinrich ind synen erven dairover dat vurg. ampt van Erwitt pandzgewyse ingegeven, ind yme die vurg. zweene brieve volsegelt ind ungecancelliert wederumb gegeven, der zo gebruychen ind zo genyessen, na inhalt der selver brievs, die ouch in yrre gantzer volkomener moge ind macht syn ind blyven sullen, in alre maissen die innehalden, ind off die vurg. affloesunge nye geschiet were. allet sunder argelist. Ind diss zo urkunde der wairheit ind gantzer vaster stedicheit han wir unse sigel vur uns, unse nakomen ind gestichte, an desen brieff doin hangen. Gegeven in unser stat Colne in den jairen unsses heren suysent vierhundert eyn ind vunfftzich, up den sondach exaudi. Ad [__] oem domini Lutteri Quaden militis Ridzerus. Rückseite: Enße uff das ambt Erwite. Datum 1451. Original, Pergament, mnd., mit Plica, ca. 50 × 29 cm, das Siegel Dietrichs hängt am Pressel an. Die Urkunde ist durch einen schrägen Schnitt kanzelliert worden, was vermutlich nach der Rückgabe der Urkunde durch Gerhards Sohn Heinrich 1457 (Nr. 2417) erfolgt ist. 1Dietrich II v. Moers, Erzbischof von Köln 1414 bis 1463, seit 1415 auch Administrator des Fürstbistums Paderborn. 2Wilhelm v. Berg (Berg-Ravensberg), 1382 - 1428, Fürstbischof von Paderborn 1402 - 1414. 3das Original ist unter Nr. 1491 erhalten. 4Helmarshausen - heute Ortsteil von Bad Karlshafen