C Rep. 908 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands- Westberlin (SED-Westberlin) (Bestand)
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C Rep. 908
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 7 Kammern und Körperschaften, Parteien, Organisationen und Vereine >> C 7.1 Stiftung Parteien und Massenorganisationen der DDR - Bezirk Berlin >> C 7.1.1 SED-Bezirksorganisation Berlin
Vorwort: C Rep. 908 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands - Westberlin (SED-W)
1. Organsationsgeschichte
Mit der Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED) im April 1946 und ihrer Legitimierung durch die westlichen Besatzungsmächte organisierten sich ihre Mitglieder auch im Westteil der Stadt in Grund- und Kreisorganisationen. Diese unterstanden ebenfalls dem im Ostteil der Stadt ansässigen Parteivorstand bzw. der Bezirksleitung Berlin der SED.
Bereits bis zur ersten Hälfte der 50er Jahre hatte sich gezeigt, dass eine offensive Einflussnahme der SED auf Politik und Wirtschaft West-Berlins weitgehend erfolglos blieb.
Infolge dessen richteten die 12 West-Berliner Kreisorganisationen ihr Selbstverständnis stärker darauf, den Aufbau der DDR sowie die Deutschland- und Außenpolitik Ost-Berlins und der Sowjetunion im Westteil der Stadt zur propagieren und zu legitimieren. Den Alltagsproblemen in West-Berlin wandte man sich hauptsächlich in Wahlkampfzeiten propagandistisch im Ost-West-Vergleich zu.
Der 1959 einsetzende "Separierungsprozess" der West-Berliner Kreisorganisationen von der Mutterpartei war eine Folge der veränderten Deutschlandpoltik der Sowjetunion, der sogenannten "Dreistaatenthese", die neben dem Bestehen der beiden deutschen Staaten die "Umwandlung West-Berlins in eine selbständige politische Einheit - in eine Freie Stadt" propagierte. Damit waren nach dem Verständnis der Sowjetunion und der DDR staatsrechtliche und politische Weichen gestellt, denen auch die West-Berliner Parteiorganisation der SED schrittweise Rechnung trug: Auf einer Delegiertenkonferenz am 26. April 1959 wählten die Mitglieder zunächst eine eigene Westberliner Leitung. Am 24. November 1962 änderte die Parteiorganisation der Westberliner Kreise auf einer weiteren Delegiertenkonferenz ihr Statut und gab sich den Namen "Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Westberlin (SED-W)". Seit einem außerordentlichen Parteitag am 15. Februar 1969 führte diese Partei den Namen "Sozialistische Einheitspartei Westberlins" und präsentierte sich als eigenständiges, von der Berliner Bezirksleitung der SED unabhängiges Mitglied in der internationalen Gemeinschaft der sogenannten "Kommunistischen- und Arbeiterparteien".
2. Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Das Archivgut der SED-W gelangte Mitte der 1990er Jahre von der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR an das Bundesarchiv und wurde von dort an das an das Landesarchiv Berlin übergeben.
Die als Bestand C Rep. 908 mit der Bezeichnung „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Westberlin/SED-W“ in die Tektonik des Landesarchivs eingeordneten Akten waren Bestandteil einer umfangreichen, unbearbeiteten Überlieferung von Mitgliederunterlagen.
Da weder eine archivarische Verzeichnung noch Abgabelisten existierten, erfolgte nach der vorläufigen Titelerfassung im Landesarchiv Ende der 90er Jahre, im Jahr 2006 die Verzeichnung mit der Software Augias 7.4. sowie die technische Bearbeitung der Unterlagen nach konservatorischen Gesichtspunkten.
Insgesamt umfasst der Bestand C Rep. 908 „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Westberlin/SED-W“ nunmehr 171 AE (6,0 lfm). Seine Laufzeit reicht von 1951 bis 1970.
Vereinzelte Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: Landesarchiv Berlin, C Rep. 908, Nr. ...
3. Korrespondierende Bestände
C Rep. 902 Bezirksleitung Berlin der SED
C Rep. 903-02 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands – Westberli-ner Kreisleitungen
4. Literaturhinweise
Müller, Peter: Die Sozialistische Einheitspartei Westberlins, in: Richard Stöss (Hrsg.), Parteien-Handbuch, Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945-1980. Bd. 2. FDP-WAV, Opladen 1984, S. 2241-2273.
Berlin, im April 2006 Monika Schmidt
1. Organsationsgeschichte
Mit der Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED) im April 1946 und ihrer Legitimierung durch die westlichen Besatzungsmächte organisierten sich ihre Mitglieder auch im Westteil der Stadt in Grund- und Kreisorganisationen. Diese unterstanden ebenfalls dem im Ostteil der Stadt ansässigen Parteivorstand bzw. der Bezirksleitung Berlin der SED.
Bereits bis zur ersten Hälfte der 50er Jahre hatte sich gezeigt, dass eine offensive Einflussnahme der SED auf Politik und Wirtschaft West-Berlins weitgehend erfolglos blieb.
Infolge dessen richteten die 12 West-Berliner Kreisorganisationen ihr Selbstverständnis stärker darauf, den Aufbau der DDR sowie die Deutschland- und Außenpolitik Ost-Berlins und der Sowjetunion im Westteil der Stadt zur propagieren und zu legitimieren. Den Alltagsproblemen in West-Berlin wandte man sich hauptsächlich in Wahlkampfzeiten propagandistisch im Ost-West-Vergleich zu.
Der 1959 einsetzende "Separierungsprozess" der West-Berliner Kreisorganisationen von der Mutterpartei war eine Folge der veränderten Deutschlandpoltik der Sowjetunion, der sogenannten "Dreistaatenthese", die neben dem Bestehen der beiden deutschen Staaten die "Umwandlung West-Berlins in eine selbständige politische Einheit - in eine Freie Stadt" propagierte. Damit waren nach dem Verständnis der Sowjetunion und der DDR staatsrechtliche und politische Weichen gestellt, denen auch die West-Berliner Parteiorganisation der SED schrittweise Rechnung trug: Auf einer Delegiertenkonferenz am 26. April 1959 wählten die Mitglieder zunächst eine eigene Westberliner Leitung. Am 24. November 1962 änderte die Parteiorganisation der Westberliner Kreise auf einer weiteren Delegiertenkonferenz ihr Statut und gab sich den Namen "Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Westberlin (SED-W)". Seit einem außerordentlichen Parteitag am 15. Februar 1969 führte diese Partei den Namen "Sozialistische Einheitspartei Westberlins" und präsentierte sich als eigenständiges, von der Berliner Bezirksleitung der SED unabhängiges Mitglied in der internationalen Gemeinschaft der sogenannten "Kommunistischen- und Arbeiterparteien".
2. Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Das Archivgut der SED-W gelangte Mitte der 1990er Jahre von der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR an das Bundesarchiv und wurde von dort an das an das Landesarchiv Berlin übergeben.
Die als Bestand C Rep. 908 mit der Bezeichnung „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Westberlin/SED-W“ in die Tektonik des Landesarchivs eingeordneten Akten waren Bestandteil einer umfangreichen, unbearbeiteten Überlieferung von Mitgliederunterlagen.
Da weder eine archivarische Verzeichnung noch Abgabelisten existierten, erfolgte nach der vorläufigen Titelerfassung im Landesarchiv Ende der 90er Jahre, im Jahr 2006 die Verzeichnung mit der Software Augias 7.4. sowie die technische Bearbeitung der Unterlagen nach konservatorischen Gesichtspunkten.
Insgesamt umfasst der Bestand C Rep. 908 „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Westberlin/SED-W“ nunmehr 171 AE (6,0 lfm). Seine Laufzeit reicht von 1951 bis 1970.
Vereinzelte Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: Landesarchiv Berlin, C Rep. 908, Nr. ...
3. Korrespondierende Bestände
C Rep. 902 Bezirksleitung Berlin der SED
C Rep. 903-02 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands – Westberli-ner Kreisleitungen
4. Literaturhinweise
Müller, Peter: Die Sozialistische Einheitspartei Westberlins, in: Richard Stöss (Hrsg.), Parteien-Handbuch, Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945-1980. Bd. 2. FDP-WAV, Opladen 1984, S. 2241-2273.
Berlin, im April 2006 Monika Schmidt
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ
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