Anna Graf aus Mittelstadt, unter dem Verdacht der Hexerei auf Anzeige der Mittelstädter zu Urach gef., jedoch aus Gnade freigel., schwört U. und gelobt eidlich, unverzüglich und auf dem nächsten Weg das Fürstentum Württemberg zu verlassen und ohne obrigkeitliche Erlaubnis nicht wieder zu betreten. A. Graf hatte nach ihrem eigenen Bekenntnis gesagt, sie wolle niemals denen von Mittelstadt eine "Letzin" lassen, so daß sie die Hände über dem Kopf zusammenschlagen müßten. Sie wollte auch zu der Stunde, als Herzog Ulrich nach der Wiedereroberung des Landes in Stuttgart einritt, von ihrem Fenster zu Mittelstadt aus gesehen haben, wie eine köstliche, mit goldenen Bildern gezierte Decke vom Himmel herab in den Baum des Zieglers, der sie vor vier Jahren geschlagen hatte, fiel; diese sei nach kurzer Zeit verschwunden; die Bauern, die auf der verbrannten Seite gesessen, hätten ihr nichts Gutes getan. Sie wurde auf diese Reden hin von den Mittelstädtern unter dem Verdacht angezeigt, eine Hexe und Unholdin zu sein und das Feuer gelegt zu haben, worin 36 Häuser verbrannten.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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