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Briefe von Johann Bäumler an Ruth Fiedler im Zweiten Weltkrieg
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Enthält:
Briefe und Karten von Johann, gen. Hans, Bäumler, L.P. Posen an Ruth Fiedler, zu der Zeit in Häusern (Schwarzwald) aus dem Einsatz in Russland, Teil III
1. Brief vom 21.1.1944: Hat neue Adresse, Postumleitung hat aber noch nicht geklappt; ist neidisch auf R.F., die Weihnachten zuhause verbringen konnte; befindet sich in der Nähe der polnischen Grenze; können dort ruhige Kugel schieben, kein Lärm von Flugzeugen oder Artillerie; Schnee sorgt dafür, dass man beim Robben nicht schmutzig wird; Problem Flöhe; freut sich, dass in Nürnberg noch Kunststätten intakt sind, denn er hofft auf Urlaub im Februar; dann ist nicht die Zeit für Naturerholung; Dank für Bild; Augen sind auf Mädchen dressiert; hofft, dass die Bücher noch kommen.
2. Brief im Osten vom 13.2.1944: Muss mit Bleistift schreiben, da Füller streikt; befindet sich noch an gleichem Ort in der Nähe der polnisch-russischen Grenze; Gedichte aus der Erinnerung zitiert von Peter Rosegger und "Es ist ein fröhlich Ding um aller Menschen sterben..."; beschreibt die Maßnahmen zur Flohbekämpfung; geht auf Ratschläge von R.F. ein betreffend die Liebe und die Unterschiede zwischen Männern und Frauen; bedauert Armin, der wieder im Lazarett ist; hofft auf Urlaub wenn die Veilchen blühen.
3. Feldpost-Brief vom 27.2.1944: Nach 2 Monaten an dem ruhigen Platz gehts jetzt wieder in Einsatz; sie haben ein Aggregat bekommen und sind in der Geschützbedienung ausgebildet worden; kann "lustig" werden, aber sie können sich gegen die russischen Angriffe selbst wehren; hofft die 3 Wochen bis zum Urlaub gut zu überstehen; gibt leider noch keine Veilchen.
4. Ansichtskarte mit kleinem Mädchen mit Blumenkranz im Haar aus Nürnberg vom 17.3.1944: Urlaub bis zum 3.4.1944; freut sich bei Mutter zu sein und nicht im russischem Matsch.
5. Brief vom 6.4.1944: traf seine Einheit nach dem Urlaub nicht an, soll sie im polnischen Kriegsgebiet suchen; Urlaub war schön, Verwandtenbesuche, Kino, Theater, Freunde; Wetter war nicht so gut, aber das schönste war, dass er R. F. noch treffen konnte, wenn auch nur sehr kurz; soll auf ihren Bruder aufpassen, der ein "Spezialist" im Mädchen betören ist
6. Feldpostbrief vom 15.4.1944: Landschaft mit kleinen Häuschen mit Strohdächern; polnische Mädchen machen den Landsern das Herz schwer; Arbeit in Hülle und Fülle
7. Geburtstagskarte an R. F. zum 21. Geburtstag vom 12.4.1944 Motiv aus dem Haus der Kunst in München, Gustav Trab "Abendschatten" mit Gedicht von Paul Fleming
8. Brief vom 2.5.1944, im Felde: Bericht von einem Vorstoß auf russische Stellungen, den er miterlebt hat; befindet sich auf einem Hügel, wo er 4 km weit sehen kann; beschreibt Kriegsspektakel; Dank für Bilder, wohl von dem Zusammentreffen im Urlaub in Nürnberg; hat zwar am Bahnhof einen Abschiedskuss erhalten, den Geburtstagskuss hat er aber noch gut.
9. Brief vom 12.5.1944: Berichtet über Fahrstunden auf einem alten Opel; erwartet dass es demnächst heiß hergeht; schickt Kaffeebohnen mit.
10. Brief vom 26.5. 1944, Gen. Gouv. (General Gouvernement): Ruhestellung 100 km hinter der Front an der Weichsel, landschaftlich schöne Gegend, Fluss 200-300 m breit; klärt die Beziehung zu R.F.
11. Brief vom 26.6.1944: hat Funkwagen übernommen, viel Arbeit, aber noch die gleiche Stellung; erzählt von einer Übung in einer ehemaligen polnischen Fabrik in der Nähe einer Eisenbahnlinie; plötzlich kam der Zug und der Lokführer beschoss sie aus einer Pistole, weil er sie für Partisanen hielt; zum Glück wurde niemand verletzt
12. Brief vom 30.7.1944: Aufgrund der russischen Offensive sind sie weiter im Süden in Galizien, Lbg. wurde aufgegeben; kaum Schlaf, da zwei Kameraden verwundet wurden; Stellungswechsel bei heftigem Regen.
13. Brief vom 5.9.1944 von einem Lehrgang für die B-Funkprüfung, untergebracht in schönen Wohnungen eines Eisenwerkes südlich von Radom: Soll bis zum 9.10. dauern; meint die Russen würden erst den Rumänen helfen; im Westen sieht die Lage nicht gerade freundlich aus, der Rhein als Grenze ist für ihn erträglich; sieht Wettrennen um die Zeit; stellt in Frage, ob die Briten und Amerikaner nicht mehr Opfer haben und nach dem Sinn für die Opfer einmal fragen wird; hofft, dass sie im Schwarzwald noch sicher sein kann, trotz des Vormarsches der Amerikaner.
14. Brief an Armin Fiedler vom 7.9.1944: Dank für seinen Brief vom 17.7.1944; erzählt vom angenehmen Leben während des Lehrgangs, den Problemen mit dem Mercedes-Fahrzeug in Galizien, Gedanken an eine Versetzung zur Fliegerei.
15. Brief vom 15.9.1944: Augenblicklich Ruhe von russischen Angriffen; Post erhalten; Funkdienst derzeit gering; viel Persönliches; erkennt gewisse Unterlegenheit der Deutschen, zu wenig Waffen oder Soldaten.
16. Brief vom 6.10.1944 an Ruth Fiedler: Erzählt vom Lehrgang und der Rückreise zu seiner Einheit zusammen mit 4 Kameraden über Kattowitz, Breslau mit Stopps zum Biertrinken und Mädchen kennenlernen, die die Muttersprache beherrschen, weiter über Königsberg nach Allenstein; Einheit in Polen; Genugtuung, nicht auf deutschen Boden Krieg führen zu müssen; Sorgen um Nürnberg; Überlegung, warum Armin nicht bei den Fliegern genommen wurde; er selbst bleibt bei den Funkern, denn fühlt er sich gut eingewöhnt und hat viel Freiheit, möchte nicht mit Leutnant tauschen, der immer nach der Pfeife tanzen muss.
17. Brief vom 29.10.1944 an R. F. in Nürnberg, Meuschelstr. 7, beigelegt Bleistiftzeichnung mit Lager unter Bäumen: Häufige Stellungswechsel wie auch sie einen hinter sich hat; dankbar dass ihre Eltern Angriffe gut überstanden haben; Häuserblock von seiner Mutter ziemlich zerstört, bei Mutter selbst nur Fenster und Türen; er schläft jetzt im Zelt, sehr kalt, Schnee wird erwartet.
18. Brief vom 25.11.1944: Haben Bunker aus Holz gebaut, der wasserfest ist und gemütlich dazu; wenn noch Mädels und Flaschen da wären, perfekt; hofft, dass kein Stellungswechsel kommt, denn im Winter mach das keinen Spaß; wünscht R.F. angehme Erfahrungen in ihrem neuen Arbeitsbereich.
19. 4 Seiten Gedicht von der "Sage des wilden Manns" am Fuße des Brockens (war wohl dem folgenden Brief beigelegt)
20. Brief vom 8.12.1944: Stellung im Sumpfgebiet des Narew auf einem polnischen Gutshof, wieder mit selbstgebauten Möbeln und schön hergerichtet und dekoriert; auch ein Adventskranz fehlt nicht; geht ihm gut; beendet den Brief, weil er schlafen will und die Verbindung zu R.F. über Träume weiterführen möchte; Grüße und Küsse und im Voraus frohes Weihnachtsfest, gesundes neues Jahr, frohe Ostern sowie Halleluja im Jenseits (wohl ein Zeichen für schlechte Vorahnungen)
21. Brief vom 27.12.1944: Dank für Weihnachtsbrief mit Bild; vergleicht die Großstädter mit den Landmännern, merkt an, dass sich in den Städten auch sehr viel durch den Krieg geändert hat; berichtet von seinem Weihnachten mit viel Alkohol und Betrunkenen; Weihnachtsmann bringt Stollen und Süßes, sowie Rauchwaren; meint, dieses Jahr gäbe es keine Weihnachtsbäume im Reich, sie holten sich ihr Bäumchen aus dem Wald; freut sich, dass es ihr gut geht, fragt sich wie das möglich ist bei der Ernährungssituation; wundert sich über Armins Versetzung zu den "Blitzmännern"; er bleibt; Urlaubssperre etwas aufgeweicht, vielleicht klappts für ihn im Mai; sein kleiner Vetter wurde an der Westfront verwundet; empfiehlt R.F. Sennerin in Kemptener Bergen zu machen, er würde dann zum Fensterln kommen; mit guten Wünschen zum Neuen Jahr und einem Neujahrskuss in einem Beutelchen aus 30% Kakao und 0,2 % Koffein verabschiedet er sich zum letzten Mal mit lieben Grüßen.
Umfang/Beschreibung: 21 Briefe
Archivale
Indexbegriff Person: Bäumler, Johann
Indexbegriff Person: Fiedler, Armin
Indexbegriff Person: Fiedler, Ruth
Indexbegriff Person: Fleming, Paul
Indexbegriff Person: Rosegger, Peter
Indexbegriff Person: Trab, Gustav
Indexbegriff Sache: Klassifikation E 10-Bestände: NL Kinder Ruth und Armin Fiedler
Allenstein
Brocken (Harz)
Galizien
Häusern (Schwarzwald)
Kattowitz
Kattowitz, Breslau
Kempten
Königsberg
Meuschelstr. 7
München, Haus der Kunst
Narew (Fluss)
Ostfront
Polen
Posen
Radom
Russland
Weichsel, Fluß
Funker
Zweiter Weltkrieg
Gedicht
Ostfront
Westfront
Briefe
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.