Anspruch auf verpfändete Güter und auf zu Unrecht genossene Erträge dieser Güter. Johann Goswin Nickel, ehemaliger Vogtmajor in Aachen, soll am 25. November 1654 mit Bewilligung seiner drei geistlichen Schwestern seinem Vetter Tilman Nickel, dem pfalz-neuburg. Burggrafen zu Heimbach (Hzm. Jülich, Amt Heimbach; Kr. Schleiden), 10000 Rtlr. „in donationem propter nuptias“ geschenkt haben. Für den Fall, daß er diese zu Lebzeiten nicht mehr entrichten würde, sollten seine Erben verpflichtet sein, vor Antritt des Erbes den Betrag auszuzahlen. Als Pfand wurden Güter zu Koslar (Cosselar) und Merzenhausen (beide Hzm., Amt und Kr. Jülich) gesetzt. Tilman Nickel heiratete 1655 in erster Ehe Sophia Catharina Heisters, die Mutter der Appellaten. Den Ehevertrag unterschrieben auch Johann Goswin Nickel und seine Frau Adelheit, geb. Stückger (Stuckers) gen. Hochstetter. Adelheit habe mit ihrer Unterschrift den Vertrag anerkannt. Als 1656 die Stadt Aachen von einem Großfeuer schwer beschädigt wurde, war auch der Schenker Johann Goswin Nickel betroffen. Für eine Jahrrente von 43 3/4 Rtlr. liehen er und seine Frau von Tilman Nickel 700 Rtlr.; über die Rückzahlungsbedingungen schlossen die Ehepaare einen Vergleich, der 1666 dergestalt erneuert wurde, daß Tilman spätestens nach drei Jahren den gesamten Betrag erhalten, andernfalls ungehinderten Zugriff auf die verpfändeten Güter haben solle. Als keine Zahlung erfolgte und Johann Goswin 1668 starb, nahm Tilman 1669 die Güter vor einem Notar in Besitz. Adelheit heiratete (den viel jüngeren) Johann Wilhelm von Fürth. Dieser warf Tilman Nickel mit 30 Bewaffneten aus Haus Koslar heraus.
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Anspruch auf verpfändete Güter und auf zu Unrecht genossene Erträge dieser Güter. Johann Goswin Nickel, ehemaliger Vogtmajor in Aachen, soll am 25. November 1654 mit Bewilligung seiner drei geistlichen Schwestern seinem Vetter Tilman Nickel, dem pfalz-neuburg. Burggrafen zu Heimbach (Hzm. Jülich, Amt Heimbach; Kr. Schleiden), 10000 Rtlr. „in donationem propter nuptias“ geschenkt haben. Für den Fall, daß er diese zu Lebzeiten nicht mehr entrichten würde, sollten seine Erben verpflichtet sein, vor Antritt des Erbes den Betrag auszuzahlen. Als Pfand wurden Güter zu Koslar (Cosselar) und Merzenhausen (beide Hzm., Amt und Kr. Jülich) gesetzt. Tilman Nickel heiratete 1655 in erster Ehe Sophia Catharina Heisters, die Mutter der Appellaten. Den Ehevertrag unterschrieben auch Johann Goswin Nickel und seine Frau Adelheit, geb. Stückger (Stuckers) gen. Hochstetter. Adelheit habe mit ihrer Unterschrift den Vertrag anerkannt. Als 1656 die Stadt Aachen von einem Großfeuer schwer beschädigt wurde, war auch der Schenker Johann Goswin Nickel betroffen. Für eine Jahrrente von 43 3/4 Rtlr. liehen er und seine Frau von Tilman Nickel 700 Rtlr.; über die Rückzahlungsbedingungen schlossen die Ehepaare einen Vergleich, der 1666 dergestalt erneuert wurde, daß Tilman spätestens nach drei Jahren den gesamten Betrag erhalten, andernfalls ungehinderten Zugriff auf die verpfändeten Güter haben solle. Als keine Zahlung erfolgte und Johann Goswin 1668 starb, nahm Tilman 1669 die Güter vor einem Notar in Besitz. Adelheit heiratete (den viel jüngeren) Johann Wilhelm von Fürth. Dieser warf Tilman Nickel mit 30 Bewaffneten aus Haus Koslar heraus.
AA 0627, 4132 - N 435/1187
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VI: M-O
Reichskammergericht, Teil VI: M-O >> 2. Buchstabe N
1700 - 1731 (1647 - 1713)
Enthaeltvermerke: Kläger: Anna Maria Fabri, Witwe des Tilman Nickel, (Kl.), Aachen, als Vormund ihrer unmündigen Kinder der kurköln. Hofrat Heinrich Anton Fabri, Köln Beklagter: Maria Catharina von Momm, Witwe des Johann Wilhelm von Fürth, Aachen, und ihre Kinder, (Bekl.: Johann Wilhelm von Fürth und seine erste Frau Adelheit Stückger gen. Hochstetter zu Lemmiers) Prokuratoren (Kl..): Lic. Konrad Franz Steinhausen 1700 - Subst.: Lic. Franz Peter Jung Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1700 - Subst.: Lic. Wilhelm Heeser - Lic. Johann Philipp Nidderer [1693] 1700 - Subst.: Lic. Johann Konrad Flender Prozeßart: Appellationsprozeß Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofrat Düsseldorf 1668 - 2. RKG 1700 - 1731 (1647 - 1713) Beweismittel: Bd. I: Donatio propter nuptias des Johann Goswin Nickel 25. Nov. 1654 (Q 6). Auszug aus dem Ehevertrag des Tilman Nickel und der Sophia Catharina Heisters 7. Feb. 1655 (Q 7). Obligation und Verpfändung des Hauses Koslar und von Gütern zu Merzenhausen für geschenkte 10000 und geliehene 700 Rtlr. 22. Dez. 1656 (Q 8). Vergleiche zwischen Johann Goswin Nickel und Tilman Nickel und ihren Frauen über die Zahlung von 10700 Rtlr. 23. Dez. 1656 und 12. Mai 1666 (Q 9 und 10). Bericht über die gewaltsame Einnahme des Hauses Koslar durch Johann Wilhelm von Fürth (Q 14). Düsseldorfer Urteil in Sachen Johann Custodis und Konsorten ./. Tilman Nickel und Johann Wilhelm von Fürth bzw. der beiden Letztgenannten gegeneinander 13. April 1688 (Q 24). Ehevertrag des Johann Goswin Nickel und der Adelheit Stückger gen. Hochstetter 3. Feb. 1647 (Q 25). Bd. II: Genealogisches Schema: Nachkommen des Goswin Nickel (6 und ausführlicher 520f.). Zeugenaussagen (mehrfach). Bd. IV: Vertrag zwischen dem Kloster zum Heiligen Grab in Neuss unter der Priorin Maria Anna Nickel und Johann Wilhelm von Fürth 30. Nov. 1679 (1407 - 1414). Genealogisches Schema: Fünf Generationen Nachkommen des Gobbel Nickel und der Maria Lövenich (1489f.). Donatio dotis für Jungfrau Maria Anna Nickel von Koslar im Kloster zum Heiligen Grab in Neuss 3. Jan. 1655 (1490 - 1494). Aufstellung der Güter des Johann Goswin Nickel im Jahr 1654 (1498 - 1511). Aufstellung der Schulden des Johann Goswin Nickel ab 1654 (1511 - 1526). Vergleich des Peter Nickel mit dem Kloster in St. Leonhard wegen seiner zwei Töchter Margarethe und Helena 7. Okt. 1639 (1526 - 1528). Vergleich des Klosters zu Jülich mit Margarethe Helena und Maria Anna Nickel, die nach Neuss transferiert wurde, 7. März 1656 (1528 - 1531). Auszug aus dem Ehevertrag des Johann Goswin Nickel mit Adelheid Stückger 3. Feb. 1647 (1531 - 1534). Verschreibung der Dahlenbrocher großen Rente 16. Mai 1609 (1558 - 1572) und der kleinen Dahlenbrocher Rente 12. Aug. 1572 (1572 - 1578). Verschreibung von 66,5 Morgen „Schutzenland“ 12. Aug. 1649 (1578 - 1580). Pfandverschreibung des Herzogs Wolfgang Wilhelm von Jülich-Berg über das Schultheißenamt in den Dörfern Koslar, Barmen, Merzenhausen, Floßdorf und Engelsdorf für Peter Nickel über 4600 Rtlr. 30. April 1641 (1581 - 1589). Reduktions- und Steuerrechnung 2. Mai 1646 (1597 - 1610). In den Vorakten in weiteren Verträgen, Obligationen, Quittungen, Vergleichen etc. zahlreiche Informationen über die Familien Nikkel, Fürth und Stückger. Beschreibung: 5 Bde., 36 cm, 2223 Bl., Bd. I lose, Bd. II - V gebunden; Bd. I: 123 Bl.; Q 1 - 40 außer Q 29* - 32*; Bd. II: Bl. 1 - 799; Q 29*; Bd. III: Bl. 800 - 1267; Q 30*; Bd. IV: Bl. 1268 - 1756; Q 31*; Bd. V: Bl. 1757 - 2100; Q 32*. Vgl. RKG 1830 (F 601/2522), RKG 1831 (F 602/2523), RKG 1836 (F 607/2528) und RKG 4136 (N 439/1191); StA Aachen RKG (F 600/2520) und (N 432/1183). Lit.: Frh. H. A. von Fürth, Beiträge und Material zur Geschichte der Aachener Patrizier-Familien, Bd. 2, Abt. 2, Bonn 1882, S. 167f. L. Freiin v. Coels, Die Aachener Schöffen, in: ZAGV 50 (1928) S. 413 - 417.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
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11.05.2026, 9:49 AM CEST