Verein zur Unterstützung der Hilfsbedürftigen in den von Cholera betroffenen Gegenden (Bestand)
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I. HA Rep. 157 D
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Laufzeit: 1831 - 1832
Findmittel: Datenbank
1. Bestandsgeschichte
Die Repositur 157 enthält die Akten des "Hauptvereins in Berlin zur Unterstützung der durch Überschwemmung verunglückten Gegenden von Ost- und Westpreußen und Schlesien" sowie des "Vereins zur Unterstützung der Hilfsbedürftigen in den von der Cholera betroffenen Gegenden."
Der Hauptverein entstand in Berlin infolge des Aufrufs des Chefpräsidenten der Hauptbankkasse, Karl Ferdinand Friese, vom 18. April 1829. Die Überschwemmung fand vom 7. bis 9. April des Jahres 1829 statt. Rund 12.000 Menschen waren von der Katastrophe betroffen. Allein in den Regierungsbezirken Marienwerder, Danzig, Gumbinnen und Königsberg betrug der Schaden fast 3 Millionen Reichstaler. Neben den Hilfsvereinen in Danzig, Marienburg, Elbing, Königsberg, Tilsit, Aurich und Emden ist auch der Zentralhilfsverein in Marienwerder, der zuerst gegründet wurde, ein Nebenorgan des Hauptvereins in Berlin. Dessen Aufgabe war es, die Geld- und Sachspenden, die sowohl aus allen Teilen Deutschlands als auch aus dem Ausland eintrafen, zu registrieren, bekanntzugeben und an den Zentralhilfsverein in Marienwerder weiterzuleiten. Den Geldverkehr übernahm die Hauptbankkasse in Berlin. Die Hauptbankkasse veröffentlichte die Spenden in der "Königlichen privilegierten Berlinischen Zeitung."
In Schlesien übernahmen der Oberpräsident der Provinz, Friedrich Theodor von Merckel, und das Bankdirektorium in Breslau die Weiterleitung der Spenden, die vom Hauptverein in Berlin zugeschickt wurden, bzw. direkt an den Oberpräsidenten geschickt wurden.
Die Mitglieder des Hauptvereins in Berlin waren der Chefpräsident der Hauptbankkasse, Friese, der Oberfinanzrat Paalzow, die Bankiers Friebe und Muhr, sowie v. Auerswald, v. Bärensprung, v. Below, v. Boyen, v. Cosel, Deetz, v. Felden, Fränkel, C. Graf v. d. Gröben, Günther, Hoffmann, v. Hülsen, Graf v. Hülsen, Kohn, v. Jaski, v. Köhler, v. Kraffth, Minuth, Müller, Dr. Neander, Nicolovius, Scheffer, Sembeck, Sietze, Skalley, v. Stägemann, v. Treskow zu Friedrichsfelde und Witt.
Als im November 1829 die Cholera in den östlichen Provinzen ausbrach, übernahm der Hauptverein auch die gesammelten Gelder und Sachwerte für die von dieser Seuche betroffenen Gegenden.
Aufgelöst wurde der Verein am 28. Mai 1832. Am 5. Juni 1832 erfolgte die letzte Veröffentlichung der Hauptrechnung.
Der Bestand wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch Karl Sattler verzeichnet. Das Findbuch des Bestandes wurde im April 2016 durch den Archivoberinspektor Guido Behnke retrokonvertiert.
2. Anmerkungen, Bestellsignatur und Zitierweise
Bestandsumfang: 5 AE
Laufzeit: 1831-1832
Letzte vergebene Nummer: D, Nr. 4, Bd. 3
Der Bestand lagert derzeit im Magazin Westhafen.
Die Akten sind wie folgt zu bestellen:
I. HA Rep. 157 D, Nr. [ ], Bd. [ ]
Die Akten sind zu zitieren:
I. HA Rep. 157 D Verein zur Unterstützung der Hilfsbedürftigen in den von Cholera betroffenen Gegenden, Bd. [...], Nr. [...]
Berlin 14.04.2016
(Guido Behnke, Archivoberinspektor)
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 157 D
1. Bestandsgeschichte
Die Repositur 157 enthält die Akten des "Hauptvereins in Berlin zur Unterstützung der durch Überschwemmung verunglückten Gegenden von Ost- und Westpreußen und Schlesien" sowie des "Vereins zur Unterstützung der Hilfsbedürftigen in den von der Cholera betroffenen Gegenden."
Der Hauptverein entstand in Berlin infolge des Aufrufs des Chefpräsidenten der Hauptbankkasse, Karl Ferdinand Friese, vom 18. April 1829. Die Überschwemmung fand vom 7. bis 9. April des Jahres 1829 statt. Rund 12.000 Menschen waren von der Katastrophe betroffen. Allein in den Regierungsbezirken Marienwerder, Danzig, Gumbinnen und Königsberg betrug der Schaden fast 3 Millionen Reichstaler. Neben den Hilfsvereinen in Danzig, Marienburg, Elbing, Königsberg, Tilsit, Aurich und Emden ist auch der Zentralhilfsverein in Marienwerder, der zuerst gegründet wurde, ein Nebenorgan des Hauptvereins in Berlin. Dessen Aufgabe war es, die Geld- und Sachspenden, die sowohl aus allen Teilen Deutschlands als auch aus dem Ausland eintrafen, zu registrieren, bekanntzugeben und an den Zentralhilfsverein in Marienwerder weiterzuleiten. Den Geldverkehr übernahm die Hauptbankkasse in Berlin. Die Hauptbankkasse veröffentlichte die Spenden in der "Königlichen privilegierten Berlinischen Zeitung."
In Schlesien übernahmen der Oberpräsident der Provinz, Friedrich Theodor von Merckel, und das Bankdirektorium in Breslau die Weiterleitung der Spenden, die vom Hauptverein in Berlin zugeschickt wurden, bzw. direkt an den Oberpräsidenten geschickt wurden.
Die Mitglieder des Hauptvereins in Berlin waren der Chefpräsident der Hauptbankkasse, Friese, der Oberfinanzrat Paalzow, die Bankiers Friebe und Muhr, sowie v. Auerswald, v. Bärensprung, v. Below, v. Boyen, v. Cosel, Deetz, v. Felden, Fränkel, C. Graf v. d. Gröben, Günther, Hoffmann, v. Hülsen, Graf v. Hülsen, Kohn, v. Jaski, v. Köhler, v. Kraffth, Minuth, Müller, Dr. Neander, Nicolovius, Scheffer, Sembeck, Sietze, Skalley, v. Stägemann, v. Treskow zu Friedrichsfelde und Witt.
Als im November 1829 die Cholera in den östlichen Provinzen ausbrach, übernahm der Hauptverein auch die gesammelten Gelder und Sachwerte für die von dieser Seuche betroffenen Gegenden.
Aufgelöst wurde der Verein am 28. Mai 1832. Am 5. Juni 1832 erfolgte die letzte Veröffentlichung der Hauptrechnung.
Der Bestand wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch Karl Sattler verzeichnet. Das Findbuch des Bestandes wurde im April 2016 durch den Archivoberinspektor Guido Behnke retrokonvertiert.
2. Anmerkungen, Bestellsignatur und Zitierweise
Bestandsumfang: 5 AE
Laufzeit: 1831-1832
Letzte vergebene Nummer: D, Nr. 4, Bd. 3
Der Bestand lagert derzeit im Magazin Westhafen.
Die Akten sind wie folgt zu bestellen:
I. HA Rep. 157 D, Nr. [ ], Bd. [ ]
Die Akten sind zu zitieren:
I. HA Rep. 157 D Verein zur Unterstützung der Hilfsbedürftigen in den von Cholera betroffenen Gegenden, Bd. [...], Nr. [...]
Berlin 14.04.2016
(Guido Behnke, Archivoberinspektor)
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 157 D
Umfang: 0,7 lfm (5 VE); Angaben zum Umfang: 0,7 lfm (5 VE)
Bestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
19.08.2025, 12:19 MESZ