Vormundschaft Bischoping
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B-Vormund, 18
B-Vormund Vormundschaften (Causae pupillares)
Vormundschaften (Causae pupillares) >> 1601-1700
1620
Enthält: Johan Bischoping zur Einckingmühle und Hackelenborg hinterließ aus seiner Ehe mit Benedikte von der Tinnen einen minderjährigen Sohn Johan. Seine Vormünder waren zuerst Rudolf von der Tinnen zum Kaldenhof und Markenbeck und Bertold Bischoping zur Getter; an Stelle des Letzteren trat später Junker Herman Schencking zur Wieck. Rudolf von der Tinnen starb am 16. August 1612 und wurde zu St. Mauritz begraben; statt seiner wurde sein Sohn Jakob von der Tinnen im Jahre 1614 vom Offizial zum Vormund ernannt. Die Vormünder des Johan Bischoping bestellten im Jahre 1611 zum Verwalter seines Vermögens den Johan Winckeldei; dieser musste Kaution stellen, der + Ratsherr Goddert Bolandt verbürgte sich für ihn. Hierüber wurde eine schriftliche "Bestallung" errichtet, in der auch die Güter des Minderjährigen aufgeführt und die Verwaltung dargelegt war. Lic. Johan Block, welcher im Jahre 1604 vom Offizial als curator ad lites des Minderjährigen angeordnet ist, verlangt nun 1620 die Herausgabe des Originals der "Bestallung" von dem Vormund Herman Schencking und eine Abschrift von der Witwe Winckeldei. Gegen Schencking erhebt er Klage beim Rat. Erwähnt werden: Gerhard Bodding, Stiefvater der Witwe Winckeldei; die Prokuratoren Johan zur Lippe und Henrich Slade; Notar Johan Saligkeit; Everhard Alerding; Henrich Mensman; Johan Iking; Notar Remigius Agricola 1604. Siegel des Herman Schencking. Anlagen: Mandatum executoriale des Kammergerichts vom 15. 1. 1596 und zwei Schriftsätze aus dem Jahr 1597 an das Kammergericht in Sachen Bischoping ./. Bischoping, aus denen sich folgendes ergibt: Die Eheleute Johan (+ 1586) und Maria Bischopinck zur Einckingmollen, Hackelenborg, Getter und Handorf hinterließen außer anderen Kindern folgende Söhne: Johan Bertold und Henrich. Die Brüder geraten in Streit wegen der Erbschaft. Für den minderjährigen Henrich wird der Lic. Rotger Merlanns zum curator ad litem bestellt. Die Statthalter des Stifts Münster beraumen einen Vergleichstermin an auf den 15. 3. 1594; da ein Vergleich zustande kommt, erkennen sie dahin, dass dem Henrich von seinen Brüdern ein Haus zur Wohnung bereit gestellt und ihm jährlich 300 Reichstaler zum Unterhalt gezahlt werden müssen. Gleichzeitig erhebt Henrich beim weltlichen Hofgericht Klage. Die Brüder zahlen ihm nun nochmals durch ihren Prokurator Alexander de Hülsow die 300 Taler. 1596 befinden sich aber bei dem Gelde 35 Taler in Kupfergeld, die zurückgewiesen und für die Speziestaler verlangt werden. Da diese nicht gezahlt, auch das Haus nicht gewährt wird, werden die Güter der Brüder von den Statthaltern mit Arrest belegt, was die Beamten in Wolbeck und der Gograf Sibert von Eill ausführen. Die Brüder erheben ihrerseits 1594 beim Rat in Münster gegen Henrich Feststellungsklage (provocatio ex lege diffamari), dass er keinen Anspruch aus der Erbschaft hat. Henrich protestiert dagegen durch den Geistlichen Herman von Vehlen, Fiskal des geistlichen und weltlichen Hofgerichts. Er lässt sich aber auf den Prozess nicht ein, wird in contumaciam verurteilt und es wird ihm super quota filiali perpetuum silentium imponirt. Er legt kein Rechtsmittel ein, die Beschlagnahme der Güter der Brüder wird nicht aufgehoben. Die Brüder wenden sich darauf an das Reichskammergericht und erwirken das mandatum executoriale cum citatione vom 15. 1. 1596, wodurch dem Henrich befohlen wird, dem Urteil des Rats nachzukommen oder binnen gewisser Frist beim Kammergericht Widerspruch zu erheben. Letzteres geschieht in einem umfangreichen Schriftsatz, aus dem sich die gesamte Sach- und Rechtslage ergibt. Henrich wendet insbesondere die Unzuständigkeit des Rates ein, dessen Jurisdiktion er nicht unterliege; er wohnt an einem "freien Ort" auf Martinikirchhof, sein curator Molanns auf der Domimmunität. Johan Bischopinck ist 1594 Ratsherr in Münster; Kaspar Estinckhausen Gograf in Oelde.
Archivale
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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