Abteilung Agitation im ZK der SED
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Gliederung
BArch DY 30 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
1946 erfolgte die Bildung der Abteilung Presse, Rundfunk und Information, welche 1947 den Namen Werbung, Presse und Rundfunk erhielt und aus der im März 1949 die zwei selbständigen Abteilungen Massenagitation (später Agitation) sowie Presse und Rundfunk hervorgingen. Ein Jahr später wurden beide vereint, aber 1952 wieder getrennt. 1955 entstand durch die erneute Zusammenlegung beider Organisationseinheiten die Abteilung Agitation, Presse und Rundfunk, in die zusätzlich von 1957 bis 1960 die Abteilung Propaganda eingegliedert wurde und die in der Zeit den Namen Agitation und Propaganda trug. Von 1961 bis 1989 existierte eine separate Abteilung Agitation. In den 50er Jahren war der Sektor Befreundete Organisationen (später Abteilung Befreundete Parteien) der Abteilung organisatorisch unterstellt. Als Abteilungsleiter fungierten Bruno Köhler und Heinz Brandes (1946-1947), Otto Winzer und Heinz Pohlmeier (1947-1949), Robert Korb (1949-1951), Erich Glückauf (1951), Loni Günther, Peter Prieß (1953-1955), Horst Sindermann (1955-1963), Rudi Singer (1963-1966), Werner Lamberz (1966-1971), Hans Modrow (1971-1973) und Heinz Geggel (1973-1989). Die zuständigen Sekretäre des Zentralkomitees hießen Anton Ackermann und Otto Meier, Fred Oelßner (1949, 1953-1955) Hermann Axen (1949-1953), Albert Norden (1955-1967), Werner Lamberz (1967-1978), Joachim Herrmann (1978-18.10.1989) und Günter Schabowski (Ende 1989). Die Abteilung bestimmte die Hauptlinien der agitatorischen Arbeit in der DDR mit dem Ziel, die öffentliche Meinung im Sinne der SED zu beeinflussen und war für die nachgeordneten, agitatorisch tätigen Bereiche im SED-Apparat zuständig. Sie kontrollierte und leitete die Medien (Presse, ADN, Rundfunk, Fernsehen) an, arbeitete Argumentationen zu nationalen und internationalen Ereignissen aus, gab die SED-Informationen heraus, bestimmte die Sichtagitation, analysierte Meinungen der Bevölkerung und schätzte bestimmte Bücher, Theater-, Fernseh-, sowie Kinoaufführungen ein. Insbesondere setzte sie sich mit der Politik der Bundesrepublik Deutschland und den dort agierenden Medien auseinander. Diese Arbeitsfelder spiegeln sich im Schriftgut wider. Darüber hinaus liegen Berichte und Informationen über die Tätigkeit des Verbandes der Journalisten, des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden sowie Unterlagen einzelner Sekretariate der Agitationskommission für den Zeitraum 1963-1971 u. a. zur Tätigkeit des Nationalrates der Nationalen Front, des Friedensrates der DDR, zu ökonomischen und landwirtschaftlichen Problemen und zu Abrüstungsfragen vor. Überliefert sind einige Akten mit Informationen des Instituts für Meinungsforschung. Der Bestand bildet gemeinsam mit der Überlieferung der Büros Albert Norden, Werner Lamberz, Joachim Herrmann, Günter Schabowski und der Agitationskommission beim Politbüro des ZK der SED eine gute Quellengrundlage für die Erforschung der Agitations-, insbesondere der Medienpolitik der SED. 17 lfm (teilweise unbearbeitet), teilweise Filme/Fiches , 1946-1989
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 11:43 MESZ