Bürgermeister und Räte der Stadt Lemgo beurkunden eine Stiftung des Domvikars zu Lübeck und Hamburg, Johann Prott, eines Lemgoer Bürgers Kind. Den Vollzug der Stiftung haben Bürgermeister und Rat der Stadt übernommen; Sie quittieren den Empfang des Stiftungskapitals in Höhe von 250 rh. Gfl. Die Zinsen des Kapitals in Höhe von 12 Gfl. gehen an Cordt Piper und dessen Frau Gerdrude - Johann Protts Stiefvater und leibl. Mutter - solange alle drei Personen am Leben sind. Nach ihrem Tode jedoch sollen die 12 Gfl. einem armen Lemgoer Clericus zur Förderung seines Schulbesuchs oder einem armen Bürgermädchen, das unbescholten sein muß, zu ihrer ehelichen Bestattung zugesprochen werden; Bürgermeister und Rat der Stadt werden die Stipendiaten unparteilich, nach ihrer Bedürftigkeit aussuchen, wobei allerdings Verwandte des Stifters in jedem Falle den Vorzug haben. Außerdem wird darauf zu achten sein, daß bei Ablösung der Rente das Kapital sogleich wieder auf jährliche Zinsen angelegt wird. Sollte Herr Johann seinen Eltern oder sonst jemand in Lemgo testamentarisch etwas vermachen, so wollen die von Lemgo seinen Testamentarien Schutz und Hilfe gegen unrechte Gewalt gewähren. Der Stifter hat sein Einverständnis gegeben, daß der Rat die Stiftung später auch zu anderen christlichen Zwecken verwenden darf. Siegelankündigung: Aussteller. Gegeven na Christi unszes hern gebort als men schreiff duszent vyffhundert un vertich iar am sonnavende des elfften dages septembris.

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