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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Akten >> Städte >> Ladenburg, Stadt
1339-1864
Überlieferungsgeschichte
Nachdem es den Pfalzgrafen im Jahr 1705 gelungen war, die bischöflichen Rechte im wormsisch-pfälzischen Kondominat Ladenburg zu übernehmen, war die Stadt bis zu ihrem Anfall an Baden im Jahr 1803 Sitz eines kleinen pfälzischen Oberamts (vgl. Bestand 156).
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält vor allem Akten der pfälzischen Zentralverwaltung.
Stadtgeschichte: Die Stadt Ladenburg wurde als keltische Niederlassung Lopodunon gegründet. Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit bezeugen eine äußerst frühe Besiedlung des Gebiets. Unter Kaiser Trajan erhielt sie im Jahr 98 als Lopodunum Selbstverwaltungsrechte. Von diesem Zeitpunkt leitet sich auch das Alter der Stadt ab, die im Jahr 1998 ihr 1900-jähriges Jubiläum feierte. Als römische Stadt erlebte Ladenburg eine außerordentliche Blütezeit, was durch zahlreiche Ausgrabungen dokumentiert ist. Die Römer errichteten eine Stadtmauer und mehrere Tempel. Außerdem begannen sie mit dem Bau einer großen Basilika, die aber nicht mehr vollendet wurde. Zahlreiche weitere Gebäude sind noch heute als Denkmäler zu besichtigen. Der Einfall der Alemannen führte im Jahr 270 zu einer Zerstörung der Römerstadt, die Besiedlung des Stadtgebiets wurde aber nicht aufgegeben. Nach der Schlacht von Zülpich 496 übernahmen die Franken das Gebiet, nannten die Stadt Lopodunburg, wo eine Pfalz errichtet wurde und ein Gauhof des sogenannten Lobdengaus seinen Amtssitz errichtete. Auch die heutige Sebastianskapelle war ursprünglich eine fränkische Kirche. Durch eine Schenkung König Dagoberts I., die von Karl dem Großen, Ludwig dem Frommen und Otto dem Großen bestätigt wurde, gelangte die Stadt in den Besitz der Bischöfe von Worms, welche die Herrschaftsrechte bis 1387 allein, dann bis 1705 in einem Kondominat mit der Kurpfalz ausübten. Da die Stadt Worms bereits 1112 durch ein Freiheitsprivileg Kaiser Heinrichs V. de facto den Status einer Reichsstadt erhielt, wurde Ladenburg immer wieder auch als bischöfliche Residenz genutzt. Auch der als Humanist bekannte Wormser Bischof Johann von Dalberg hielt sich des Öfteren dort auf. Im Dreißigjährigen Krieg war die Stadt mehrfach Opfer von Belagerungen und Plünderungen, wurde vorübergehend auch von Schweden besetzt. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg musste die Stadt Kontributionen an Frankreich leisten, entging aber der Zerstörung. Durch den Düsseldorfer Zessionsvertrag im Jahr 1705 kam Ladenburg vollständig in kurpfälzischen Besitz und blieb es als Sitz eines kleinen pfälzischen Oberamts (vgl. Bestand 156 Ladenburg, Amt) bis zum Übergang der rechtsrheinischen Kurpfalz an Baden 1803. Eine nicht unbedeutende Rolle spielte Ladenburg bei den Revolutionsereignissen 1848/49, vor allem in der Spätphase. Am 15. Juni 1849 kam es in der Nähe der Stadt zu einem Gefecht zwischen Freischärlern und Regierungstruppen. In beiden Weltkriegen bleib Ladenburg weitgehend verschont, so dass zahlreiche historische Gebäude erhalten sind. Das Stadtarchiv besitzt eine Überlieferung, die bis ins 15. Jahrhundert zurückgeht.
Überlieferungsgeschichte: Der Aktenbestand Ladenburg Stadt ist ein im 19. Jahrhundert nach dem System der Brauerschen Rubrikenordnung gebildeter Pertinenzbestand, der die Herrschaftsgeschichte der Stadt relativ gut widerspiegelt. Den Schwerpunkt bilden Unterlagen aus den kurpfälzischen Zentralbehörden in Heidelberg und Mannheim. Aus der Frühen Neuzeit sind auch vereinzelt Unterlagen des Hochstifts Speyer zu finden. Bei den Provenienzbezeichnungen ohne Territorialangabe handelt es sich grundsätzlich um Zentral-, Mittel- und Unterbehörden des Großherzogtums Baden. Die Provenienzen sind zum Teil vereinfacht dargestellt: Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1689-1697) verlegte die pfälzische Regierung ihren Sitz nach Frankfurt am Main, da Heidelberg aufgrund seiner Zerstörung durch die Franzosen im Jahr 1603 als Regierungssitz ungeeignet war. Anfang des 18. Jahrhunderts kehrte die Regierung zunächst nach Heidelberg zurück, wurde aber dann 1720 nach Mannheim verlegt. Mit der Übersiedlung von Kurfürst Karl Theodor nach München im Jahr 1777 blieb die Mannheimer Regierung zwar erhalten, verlor aber an Bedeutung. Die geistlichen Zentralbehörden (Geistliche Verwaltung, Reformierter Kirchenrat, u.a.) hatten ihren Sitz weiterhin in Heidelberg. Inhaltlich gesehen gibt es im Bestand einen auffallend hohen Anteil an Akten über das Kirchen-, Schul- und Wohltätigkeitswesen. Die Probleme des Nebeneinanders dreier Konfessionen in der Kurpfalz, bedingt durch den mehrfachen Konfessionswechsel der regierenden Kurfürsten, sind auch für die Stadt Ladenburg sehr gut dokumentiert. Außerdem gibt es eine größere Zahl von Akten über Erblehengüter und Mühlen. Das vorliegende Findbuch entstand im Rahmen eines Projekts zur Umwandlung von Zettel- und Bandrepertorien. Die aus dem Jahr 1955 stammende handschriftliche Zettelkartei von Wilhelm Schweinfurth wurde 2002 von Edeltraud Reibenspies in das Datenbankprogramm Midosa 95 eingegeben. Die Titelaufnahmen wurden 2002 von Johannes Renz überarbeitet, teilweise mit Enthält-Vermerken ergänzt, sowie Karten, Pläne und Skizzen durch Darin-Vermerke ausgeworfen. Außerdem wurden der Umfang der einzelnen Akten und, wenn möglich, die Provenienzen festgestellt. 2023 erfolgte die redaktionelle Überarbeitung für das Online-Findbuch durch René Gilbert. Die Unterlagen wurden abschließend signiert und archivfachlich verpackt. Der Bestand 210 enthält insgesamt 572 Akten und hat einen Umfang von ca. 8 laufenden Metern. Karlsruhe, im November 2023 Dr. René Gilbert
Literatur: C. L. Fortner, Ladenburg. Einst und Jetzt in Wort und Bild, Ladenburg 1950 Ladenburg am Neckar. Amtlicher Führer durch die zweitausendjährige Stadt, Heidelberg 1958 Meinrad Schaab, Geschichte der Kurpfalz, Stuttgart 1992 Hansjörg Probst (Hrsg.), Ladenburg. Aus 1900 Jahren Stadtgeschichte, Ubstadt-Weiher 1998 Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S. 370
572 Akten (Nr. 1-569)
Bestand
Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S.370
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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