Streit um die Nutzung eines Waldes, genannt der obere Busch, gelegen bei der Landwehr des Reichs von Aachen, den der Appellant als Inhaber der Vogtei Burtscheid beansprucht. Die Appellaten erheben zunächst die Einrede der Desertion gegen die Appellation und dann eine Gerichtsstandeinrede gegen das RKG. Das Gericht von Brabant sei in dieser Angelegenheit zuständig, da die Vogtei ein Lehen des Herzogtums Brabant sei. Der Appellant sei seiner Vogtrechte verlustig gegangen, weil er versäumt habe, um seine Belehnung beim Herzog von Limburg und Brabant nachzusuchen. 1515 beendet Kaiser Maximilian I. das Verfahren am RKG und evoziert die Sache auf Intervention des Prinzen Karl von Spanien und um Schaden vom Herzogtum Brabants abzuwenden an sein Gericht.
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Streit um die Nutzung eines Waldes, genannt der obere Busch, gelegen bei der Landwehr des Reichs von Aachen, den der Appellant als Inhaber der Vogtei Burtscheid beansprucht. Die Appellaten erheben zunächst die Einrede der Desertion gegen die Appellation und dann eine Gerichtsstandeinrede gegen das RKG. Das Gericht von Brabant sei in dieser Angelegenheit zuständig, da die Vogtei ein Lehen des Herzogtums Brabant sei. Der Appellant sei seiner Vogtrechte verlustig gegangen, weil er versäumt habe, um seine Belehnung beim Herzog von Limburg und Brabant nachzusuchen. 1515 beendet Kaiser Maximilian I. das Verfahren am RKG und evoziert die Sache auf Intervention des Prinzen Karl von Spanien und um Schaden vom Herzogtum Brabants abzuwenden an sein Gericht.
AA 0627, 3700 - M 784/2247
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VI: M-O
Reichskammergericht, Teil VI: M-O >> 1. Buchstabe M
1510 - 1517 (1252 - 1517)
Enthaeltvermerke: Kläger: Andreas von Merode (gen. Frankenberg), Herr von Frankenberg (Stadt Aachen), Erbvogt der Herrlichkeit Burtscheid (Stadt Aachen), seit 1511 auch sein Sohn Adam von Merode Beklagter: Äbtissin und Konvent des Klosters Burtscheid und die Einwohner von Burtscheid (36 Namen in Q 9 und Q 15) Prokuratoren (Kl..): Dr. Johannes Drach (1510) Prokuratoren (Bekl.): Lic. ChristoffHirtzhofer 1511 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Kommissare der Königin Margaretha von Spanien, Erzherzogin von Österreich, und geschickte Räte Herzogs Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg - 2. RKG 1510 - 1517 (1252 - 1517) Beweismittel: Urkunde Kaiser Karls IV. von 1349 (RI VIII Nr. 880) für Seneschalle und andere Amtsträger der Herzogtümer Limburg und Brabant und den Amtmann zu Nivelles und Schultheiß zu Antwerpen (RI VIII Nr. 878, 879) mit inseriertem Jurisdiktionsprivileg Karls IV. für Herzog Johann von Lothringen, Brabant und Limburg von 1349 (RI VIII Nr. 877) (III 40-45). Bestätigung des Jurisdiktionsprivilegs für Herzog Johann von Lothringen, Brabant und Limburg durch Kaiser Karl IV. von 1349 (III 45-48). Weiteres Privileg Kaiser Karls IV. für Herzog Johann von Lothringen, Brabant und Limburg von 1349 (RI VIII Nr. 1090) (III 48-52). Urkunde von Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Löwen von 1455 mit inseriertem Schreiben des Michael Burggrafen von Magdeburg (Mauburg) und Grafen von Hardegg, Hofrichters König Friedrichs III., von 1445 an Bürgermeister und Räte der Städte Löwen, Brüssel, Antwerpen, ‘s-Hertogenbosch (Herzogenbusch), Tienen (Thines), Löwen (Liewbe), Nivelles, Herentals, Lier, Diest und Bergen-op-Zoom und an die anderen Städte und Märkte von Brabant betr. ihre am kgl. Hofgericht anhängige Streitsache gegen Niklas von der Nyefz (?) und seinen Schwager Hans von Verchem (III 53-56) (Vgl. RI Friedrich III Nr. 1905). Urkunde des Herzogs Walram von Limburg von 1252 für Ritter Arnold, Vogt von Burtscheid, und seine Gattin Jutta betr. einen Vergleich über die Vogtei von Burtscheid, ein limburgisches Lehen, der zwischen Ritter Gerhard, Vater des Ritters Arnold und dem Kloster Burtscheid aufgrund einer Kommission König Heinrichs (VII.) und seines Vormunds Erzbischof Engelbert von Köln geschlossen worden war (III 70f.). Urkunde Herzog Philipps von Burgund, Lothringen, Brabant und Limburg von 1433 für das Kloster Burtscheid betr. Bestätigung der seit 1266 durch seine Vorgänger, darunter auch deutsche Könige, erteilten und in Kurzform inserierten Privilegien (III 69-87). Diplom Kaiser Karls IV. von 1357 für Kloster Burtscheid betr. Bestätigung der Urkunden Herzog Johanns von Lothringen von 1307 und 1328 (III 87-91). Urkunde von Bürgermeister und Schöffen der Stadt Aachen von 1351 mit inserierter Urkunde Graf Wilhelms von Jülich von 1261 über den Vogteistreit zwischen dem Konvent und dem Vogt Arnold von Burtscheid (III 91-94). Mandat Erzherzog Philipps von Österreich von 1496 an seine Amtsträger im Herzogtum Limburg betr. Wahrung der Zoll- und Ungeld-Freiheit des Klosters Burtscheid (III 94-97). Urkunde (Urteil ?) des Erzherzogs Philipp von Österreich von 1501 in der obigen Streitsache (III 97-102). Zeugenverhöre (in III). Beschreibung: 3 Bde., 13 cm; Bd. I: 6 cm, 142 Bl., teils gelöst, Prot. fehlt, Q 1 - 9, 11 - 20, 24 - 27, 30 -33, 35 - 53, 55 - 57, 60 - 63, 8 Beilagen von 1513 - 1517, es fehlen Q 10, 21 - 23, 28, 29, 34 und 54; Bd. II: 3,5 cm, 208 Bl., gebunden, Q 59a (Akten der RKG-Kommission von 1514); Bd. III: 3,5 cm, 161 Bl., gebunden, Q 58 (Akten der RKG-Kommission der Kommissare Marcellinus de Wert, Offizial von Lüttich, Dr. Petrus de Zelle, benannt von der Juristenfakultät von Löwen, Dr. decretorum Johannes Heger, Dekan von St. Georg in Köln, und Dr. Petrus de Daventria, Offizial des Kölner Dompropsts und Archidiakons, von 1513). Urkunden und Aktenstücke teils in lateinischer Sprache. Teile des vorliegenden Prozesses lagen bis 1985 unter der Nr. RKG B 1857/5677. Lit.: Christian Quix, Die Frankenburg insgemein Frankenberg genannt und die Vogtei über Burtscheid, Aachen 1828, S. 64ff, 93ff., 168ff. Thomas Wurzel, Die Reichsabtei Burtscheid. Kloster, Konvent, Besitz von der Gründung im 10. Jahrhundert bis zur frühen Neuzeit, o. O. 1984 (=Veröffentlichungen des Stadtarchivs Aachen, Bd. 4) S. 85ff.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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11.05.2026, 9:56 AM CEST