Sigismundus ... episcopus Herbipolensis Saxonieque dux vereinigt auf Wunsch der Gotteshausmeister und Gemeinden der Dörfer Urphar und Kembach die dortigen Kirchen, deren Gefälle zu gering sind, um je einen Geistlichen zu unterhalten. Urphar gilt als die Mutterkirche; doch hat der Pfarrer im Zelebrieren der Messen an Sonn- und Feiertagen zwischen beiden Kirchen abzuwechseln. Speziell an Ostern ist Messe in Urphar, am 2. Feiertag in Kembach, an Pfingsten in Kembach, am 2. Feiertag in Urphar, an Mariä Himmelfahrt in Kembach, am 2. Feiertag in Urphar, an Weihnachten die Mittelmesse in Kembach, das Hochamt in Urphar. An Wochentagen ist die Verteilung beliebig. Der Pfarrer darf keine andere Pfründe annehmen ohne Erlaubnis des Patrons, des Grafen zu Wertheim, durch den die Präsentation (in der üblichen Weise) erfolgt. Die Vereinigung geschieht mit Einwilligung des Johannes comes de Wertheim. Die Einkünfte der Kirche zu Kembach, die nun mit der zu Urphar vereinigt werden, sind folgende: Gotz Pewssel gibt 14 Simmer Korn; das Simmer ist hier und im folgenden zu 1/8 Malter gerechnet. Er gibt weiter 6 Simmer Hafer, 15 ß Martinszins und 1 Fastnachtshuhn von seinem Hof und Gut und dem daher fälligen Zehnten. 2 Simmer Korn, 2 Simmer Hafer, 5 ß und 1/4 Fastnachtshuhn von dem vormals Beyer'schen Haus. Contz Guntzel gibt 3 Malter Korn 1/2 Malter Hafer und 2 Fastnachtshühner von den Gütern, darauf er sitzt, dem daran stoßenden Garten und von 4 Morgen Acker, gelegen vor dem Wingert, der oben und zu äußerst an Stepper stößt. Hans Luft gibt 8 d von einem Wingert gen. der Ossenbach. Hanns Gans 2 d von 1/2 Morgen Wingart an der Buleyten. Wortwin Ruwental 12 Simmer Korn von den Wingarten im Heltzenberge, die auch den Zehnten der Pfarre schulden. Fritz Gunther 1 Turnosen von einem Wingert gen. der Unslichter. Die Gotteshausmeister 2 ß d von einem Wingert gen. der Eygler und von 1 Morgen Acker gen. der Saweacker. Hanns Luff 2 ß d von einem Acker im Wolffental. Hanns Slore 1 Turnosen von einem Wingert gen. der Wiberein. Eberhart Sansheim 4 ß d von seinem Haus. Der Pfarrer zu Bettigkein 4 d von einem Wingert im Hetzelbaberger Fuße, vormals des Conradus Gernodt. Hanns Nontag 6 d von einem Sommergarten. Hanns Luff 17 d und 1 Fastnachtshuhn von einer Wiese, die an Endmanin gassen anstößt. Margereth Woltzin 1 Martinshuhn von einem Wingert zu Arthtenhem in der Leiten. Fritz Puschel 4 Martinshühner von einem Wingert gen. der Koltzer. Gotz Puschel 1 Viertel Wachs von dem Garden in dem Kirchhof. 11 d von einem Wingert am Terdinger Pfade. 1/3 des kleinen Zehnten, ungefähr 4 fl. 1 fl. für Bedlicht. 32 Morgen Acker und 3 Morgen Wingert, und zwar 7 Morgen ober dem Birckach woran unten die Gemeinde und hinten Hans Guntzel anstößt; 2 Morgen im Rode, an Peter Herkopf anstoßend; 4 Morgen ober der Kirchen; 2 Morgen am Bettinger wege under dem Wegelin; 6 Morgen am Rewelgraben und an Gotzen Puschel; 2 Morgen am Rewelgraben, z.Z. Garten; 2 Worgen in der Eben in Sansemers Feld. Der Zehnte zu Heltzenberg, auf 4 Malter Korn geschäftzt, das ehemalige Pfarrhaus daselbst und ein Flecken Krautland. Ererbt: von Hans von Straßburg und Familie 10 Turnosen und 1 Sommerhuhn jährlich.Einkünfte der Pfarrkirche zu Urphar: 9 Malter Korn von dem Hof zu Oberpleichfeld, der der Pfarre gemeinsam mit den Karthäusern zu Grünau und den Altaristen zu Wertheim zusteht. 1/3 von dem kleinen Zehnten zu Urphar und von 5 Morgern Wingert, macht 4 fl. 40 d Zins von einer Hofstatt zu Lindelbach, gen. der Bawmgart. 11 d von 11 Häusern im Dorf Urphar. 1 1/2 Wiesen, die die Nachbarn von Urphar gegeben haben, werfen jährlich etwa 1 1/2 fl ab; desgl. von diesen auf Vermittlung des Grafen wurde Behausung unter Eigentumsvorbehalt gestellt. 1 1/2 Morgen Wingert an dem Haselbuch, auf den Weg nach Dietenhan stoßend und beiderseits an die Roder angrenzend, vormals der Kirche daselbst gehörig. 1 Morgen Wingert am Stey[n]ach unten und neben an Else Glaßoffein anstoßend. 1/2 Morgen Wingert in der Steingruben in Lindelbacher Mark, gen. der Ru[m]mel, einerseits an Hanns Granes, andererseits an die Gleymen anstoßend; die letzgenannten Wingerten sind bebaut. Ungebaut: 3 Morgen Wingert am Lindelbacher Wege. An Äckern: 4 Morgen an der Steyge am Bronnbacher Wege; in Dithenheimer Mark; 1 1/2 Morgen, gelegen das hoist ziel bie dem Spirlbam; 10 Morgen in derselben Mark am Roser Graben; 6 Morgen in derselben Mark im Essertale. 13 nosser sullen geen fur den hirten zu Urfar unverpfenndet. An Holz und sonstigen Gemeindenutzungen erhält der Pfarrer soviel wie ein ganzes Gut; desgleichen 1 fl für Bedlicht. Leiht der Pfarrer die Äcker aus, so hat er von jedem Acker 1 Simmer Frucht. Die Güter genießen die Exemption geistlicher Güter.