Willen Eggen, Schultheißstatthalter, Andrico Tille
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D 2 Hinsbeck Hinsbeck
Hinsbeck >> Urkunden
1785 September 20
Regest: Willen Eggen, Schultheißstatthalter, Andrico Tiller und Mattis Krämers, Schöffen des Amtsgerichts Hinsbeck, bekunden, daß die Eheleute Neles Stehle und Drütgen Bellen zu Gunsten ihrer Kinder Johannes, Agnes ,Elisabeth, Peter und Anna Maria über ihre bewegli-chen und unbeweglichen Güter folgendermaßen verfügen: Die gesamten in Hinsbeck, Grefrath und Wankunz gelegenen Güter, die insgesamt einen Wert von 6000 Klevischen Gulden darstellen, erhält der älteste Sohn Johannes. Er übernimmt aber auch die obliegenden Verbindlichkeiten, nämlich 1500 Klevische Gulden an Andreas Tiller, 400 Gulden an Jan Beeck, 300 Gulden an Anna Lochten, 1300 Gulden an J. Lochten und 375 Gulden an die Johanneskapelle. Bis Kirmes 1787 behalten die Eltern sich das freie Verfügungsrecht über ihr Beritzertum aus. Alsdann soll der Sohn ihnen zunächst 15 Klevische Gulden auszahlen Zeit ihres Lebens verbleibt den Eltern eine Schlafkammer mit ihren Möbeln sowie die Nutznießung des Bienenstandes. Ferner ist der Sohn verpflichtet, sie zu beköstigen, mit leinenen und wollenen Kleidern zu versehen, jährlich ihnen 15 Gulden auszuhalten, 4 Stein Flachs zu liefern sowie mit Schuhen und Strümpfen zu versorgen. Außerdem muß er bei einem Todesfarll die Begräbniskosten tragen, doch ermäßigt sich sodann für den überlebenden Ehegatten das jährliche Taschengeld auf 7 1/2 Gulden. Falls es zwischen den Eltern und dem Sohne zu Streitigkeiten kommt, ist dieser verpflichtet, neben den sonstigen Unterhaltungskosten noch ein Malter Korn, 1/2 Malter Weizen und 30 Pfund Butter zu liefern. Nach dem Tode beider Ehegatten sollen die hinterlassenen Möbel, Leinen, Wolle und Bargeld in gleichen Teilen den 5 Kindern zustehen. Der Sohn Johannes als Annehmer ist ferner verpflichtet, weitere 3 Jahre seine jüngste Schwester Anna Maria zu unterhalten. Dieser wie auch Elisabeth und Peter steht eine Aussteuer in gleichem Ausmaße zu, wie sie die Schwester Agnes bereits bekommen hat, nämlich eine Kleiderkiste, ein kleines Kistchen, ein Bett von 16 Pfund Federn, 2 Bettbezüge und zwar ein Kartenblatt und ein Doppelstein, 2 Kissenbezüge von Zartenblatt, 2 Kissenbezüge von Doppelstein, ein weißer Kissenbezug, schwarze Kleider, ein Schulter- und ein Schürzentuch, ein Stück Gebild, ein Stück Leinentuch, ein Stulpen-Bettlaken, ein Stück Werkentuch, ein Werken-Bettlaken, 6 neue Leinenhemder, ein Spinnrad mit einem Stuhl. Jedem abstehenden Kind steht ein Verzichtsgeld von 5 Gulden zu. Sofern eines erkrankt und noch unverheiratet ist, muß der Hofannehmer für seine Beköstigung sorgen. Was nach Abzug der Schilden überschießt, steht jedem Kinde in gleichen Teilen zu, und zwar muß der Annehmer von der zweiten Kirmes nach dem Tode des letztlebenden Elternteiles an die Anteile der Geschwister jährlich mit 3 1/4 v.H. verzinsen. Mitunterzeichnet von J.Lochten,Willem Bellen und Jeles Moertz .Das Original war ausgefertigt durch de Brun. Abschrift.
Urkunden
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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