Theodor-Wenzel-Werk, Berlin (Bestand)
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TWW
Archiv für Diakonie und Entwicklung (Archivtektonik) >> Sonstige Verbände und Rechtsträger
1951-1975
Das Theodor-Wenzel-Werk betreute nach der deutschen Teilung die stationären Einrichtungen und Heime im Westteil Berlins, die vor 1950 zum Provinzial-Ausschuß für die Innere Mission in der Provinz Brandenburg gehört hatten.
Vorwort: Die Geschichte des Theodor-Wenzel-Werkes
Theodor Wenzel wurde am 13. Januar 1895 als Sohn des Maschinenbauers Ernst Wenzel in Grünberg in Schlesien geboren. Als junger Mann schwankte er zwischen dem Studium der Medizin und der Theologie. Nach einem Semester an der theologi-schen Schule in Bethel / Bielefeld bei Pastor Friedrich von Bodelschwingh hatte sich Theodor Wenzel für die Theologie entschieden.
Nach Beendigung des Studiums war er zunächst als Pfarrer an einer Kirche in Berlin-Tiergarten tätig, bevor er 1927 die Leitung des Provinzial-Ausschusses für Innere Mis-sion in der Provinz Brandenburg übernommen hat.
Der Aufgabenbereich des Provinzial-Ausschusses für Innere Mission konnte in zwei Schwerpunkte aufgegliedert werden, nämlich einmal die freie Wohlfahrt und zum an-deren die Volksmission.
1932 gehörten zum Provinzial-Ausschuss für Innere Mission in der Provinz Branden-burg 254 Anstalten der geschlossenen Fürsorge. Dies waren Krankenhäuser, Pflegean-stalten für körperlich und geistig Behinderte, Alters- und Pflegeheime, Kinderheime, Herbergen und Wanderarbeitsstätten mit insgesamt ca. 11.000 Betten. Dazu kamen über 160 Einrichtungen der halboffenen Fürsorge wie die Einrichtungen für Kinder-pflege, 180 Schwesternstationen, ferner 8 Fachberatungsstellen und 27 sonstige Ein-richtungen wie z.B. die Bahnhofsmissionen.
45 evangelische Wohlfahrts- und Jugenddienste gab es in den Land- und Stadtkreisen Brandenburgs. 7 Diakoniehäuser, der volksmissionarische Dienst mit Evangelisatio-nen, Schriftenmission, Wochenendmission, Flussschiffermission, Posaunenmission und auch die ländliche Märkische Volkshochschule waren der Märkisch Inneren Me-dizin angeschlossen.
Der Nationalsozialismus, der diese Arbeit gern aus den Händen Theodor Wenzels ge-nommen hätte, war dazu nicht imstande. Das Werk war bereits zu gefestigt und zu weit verzweigt.
Mit dem Zusammenbruch des Jahres 1945 fiel der größte Teil der o.g. Einrichtungen in fremde Hände.
Theodor Wenzel begann erneut seine Aufbauarbeit. Er übernahm die Führung der In-neren Mission in Berlin und in der gesamten damaligen sowjetischen Besatzungszone. Das Werk resultiert aus der organisatorischen Aufspaltung des Provinzial-Ausschusses für Innere Mission in der Provinz Brandenburg infolge der deutschen Teilung. Dessen Arbeitsbereich wurde für die Heime und Einrichtungen, die sich in Brandenburg be-fanden, 1949/50 zu dem eigenständigen Rechtsträger " Landesausschuß für Innere Mission im Land Brandenburg" (LafIM) mit Sitz in Potsdam zusammengefaßt (Dane-ben bestand für die Einrichtungen in Berlin (Ost) noch eine sog. "Berliner Stelle" in Berlin-Weißensee). Entsprechend wurden die stationären Einrichtungen in Berlin (West) 1954 unter einem neuen Rechtsträger, dem Wichern-Werk, vereinigt. Daran war Wenzel maßgeblich beteiligt Zu diesem gehörte auch das Kindererholungsheim der Inneren Mission in Wyk auf Föhr.
Theodor Wenzel starb am 6. Oktober 1954 noch vor Vollendung seines 60. Lebensjah-res, als er daran arbeitete, für seinen verstorbenen Freund, den Leiter der Bodel-schwinghschen Anstalten in Lobetal bei Bernau, Pastor D. Paul Braune, die Trauerfei-er vorzubereiten .
Die Mitgliederversammlung des Wichern-Werkes beschloss im März 1955, dass der Verein in Zukunft zum Gedenken an den Kirchenrat Pastor D. Dr. Theodor Wenzel seinen Namen führen soll.
Die hier aufgeführten Akten des Theodor-Wenzel-Werkes wurden im August 1970 zusammen mit den Akten des Provinzial-Ausschusses für Innere Mission in der Pro-vinz Brandenburg von dessen Geschäftsstelle in Berlin-Wannsee, Teutonenstraße 22, in das Archiv des Diakonischen Werkes der EKD übernommen.
Die Akten wurden 1998 verzeichnet und geordnet.
Die Ordnung im Findbuch geschah nach Titel und Bandnummer. Die Signaturzahl ist die laufende Nummer (lf. Nr.).
Hanna Kröger
Vorwort: Die Geschichte des Theodor-Wenzel-Werkes
Theodor Wenzel wurde am 13. Januar 1895 als Sohn des Maschinenbauers Ernst Wenzel in Grünberg in Schlesien geboren. Als junger Mann schwankte er zwischen dem Studium der Medizin und der Theologie. Nach einem Semester an der theologi-schen Schule in Bethel / Bielefeld bei Pastor Friedrich von Bodelschwingh hatte sich Theodor Wenzel für die Theologie entschieden.
Nach Beendigung des Studiums war er zunächst als Pfarrer an einer Kirche in Berlin-Tiergarten tätig, bevor er 1927 die Leitung des Provinzial-Ausschusses für Innere Mis-sion in der Provinz Brandenburg übernommen hat.
Der Aufgabenbereich des Provinzial-Ausschusses für Innere Mission konnte in zwei Schwerpunkte aufgegliedert werden, nämlich einmal die freie Wohlfahrt und zum an-deren die Volksmission.
1932 gehörten zum Provinzial-Ausschuss für Innere Mission in der Provinz Branden-burg 254 Anstalten der geschlossenen Fürsorge. Dies waren Krankenhäuser, Pflegean-stalten für körperlich und geistig Behinderte, Alters- und Pflegeheime, Kinderheime, Herbergen und Wanderarbeitsstätten mit insgesamt ca. 11.000 Betten. Dazu kamen über 160 Einrichtungen der halboffenen Fürsorge wie die Einrichtungen für Kinder-pflege, 180 Schwesternstationen, ferner 8 Fachberatungsstellen und 27 sonstige Ein-richtungen wie z.B. die Bahnhofsmissionen.
45 evangelische Wohlfahrts- und Jugenddienste gab es in den Land- und Stadtkreisen Brandenburgs. 7 Diakoniehäuser, der volksmissionarische Dienst mit Evangelisatio-nen, Schriftenmission, Wochenendmission, Flussschiffermission, Posaunenmission und auch die ländliche Märkische Volkshochschule waren der Märkisch Inneren Me-dizin angeschlossen.
Der Nationalsozialismus, der diese Arbeit gern aus den Händen Theodor Wenzels ge-nommen hätte, war dazu nicht imstande. Das Werk war bereits zu gefestigt und zu weit verzweigt.
Mit dem Zusammenbruch des Jahres 1945 fiel der größte Teil der o.g. Einrichtungen in fremde Hände.
Theodor Wenzel begann erneut seine Aufbauarbeit. Er übernahm die Führung der In-neren Mission in Berlin und in der gesamten damaligen sowjetischen Besatzungszone. Das Werk resultiert aus der organisatorischen Aufspaltung des Provinzial-Ausschusses für Innere Mission in der Provinz Brandenburg infolge der deutschen Teilung. Dessen Arbeitsbereich wurde für die Heime und Einrichtungen, die sich in Brandenburg be-fanden, 1949/50 zu dem eigenständigen Rechtsträger " Landesausschuß für Innere Mission im Land Brandenburg" (LafIM) mit Sitz in Potsdam zusammengefaßt (Dane-ben bestand für die Einrichtungen in Berlin (Ost) noch eine sog. "Berliner Stelle" in Berlin-Weißensee). Entsprechend wurden die stationären Einrichtungen in Berlin (West) 1954 unter einem neuen Rechtsträger, dem Wichern-Werk, vereinigt. Daran war Wenzel maßgeblich beteiligt Zu diesem gehörte auch das Kindererholungsheim der Inneren Mission in Wyk auf Föhr.
Theodor Wenzel starb am 6. Oktober 1954 noch vor Vollendung seines 60. Lebensjah-res, als er daran arbeitete, für seinen verstorbenen Freund, den Leiter der Bodel-schwinghschen Anstalten in Lobetal bei Bernau, Pastor D. Paul Braune, die Trauerfei-er vorzubereiten .
Die Mitgliederversammlung des Wichern-Werkes beschloss im März 1955, dass der Verein in Zukunft zum Gedenken an den Kirchenrat Pastor D. Dr. Theodor Wenzel seinen Namen führen soll.
Die hier aufgeführten Akten des Theodor-Wenzel-Werkes wurden im August 1970 zusammen mit den Akten des Provinzial-Ausschusses für Innere Mission in der Pro-vinz Brandenburg von dessen Geschäftsstelle in Berlin-Wannsee, Teutonenstraße 22, in das Archiv des Diakonischen Werkes der EKD übernommen.
Die Akten wurden 1998 verzeichnet und geordnet.
Die Ordnung im Findbuch geschah nach Titel und Bandnummer. Die Signaturzahl ist die laufende Nummer (lf. Nr.).
Hanna Kröger
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
22.04.2025, 11:01 AM CEST