G 566 - Evangelisches Pfarramt Bodelshausen (Bestand)
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G 566
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit B
1570-1984
Einleitung: ===== Orts- und Herrschaftsgeschichte =====
Bodelshausen wurde erstmals im Hirsauer Codex, welcher den Zeitraum von 1080 bis 1125 betrifft, als "Bodolßhusen" erwähnt. Eine genauere Datierung ist nicht möglich, so dass als Bezugsjahr für Jubiläen die Jahrhundertwende 1100 angenommen wird. Als erste Ortsherrschaft sind die Herren von Stöffeln greifbar, welche zumindest über einen Teil von Bodelshausen herrschten. Im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts unterstand der Ort einem Zweig der Herren von Ow (sprich "Au"), der sich auch nach Bodelshausen benannte ("von Ow zu Bodelshausen") und von deren Wappen sich das Bodelshausener Gemeindewappen ableitet. 1409 gaben die Herren von Ow Dorf und Burg Bodelshausen dem Grafen Eberhard III. von Württemberg zum Lehen. Heinrich von Ow verkaufte schließlich 1446 seinen Anteil an Bodelshausen samt sämtlicher Rechte an Graf Ulrich V. von Württemberg. 1453 erwarb Ulrich V. den restlichen Teil von Kaspar von Ow. Bodelshausen gehörte fortan zum Amt Tübingen, ab 1810 zum Oberamt Rottenburg und ab 1938 zum Landkreis Tübingen.
===== Pfarreigeschichte =====
Die zum Dekanat Ofterdingen gehörende Pfarrei Bodelshausen wird 1275 erstmals erwähnt. Sie umfasste auch den damals selbständigen Weiler Oberhausen und den abgegangenen Flecken Altendickingen. Das Patronat hatten die Herren von Ow inne. Zusammen mit dem Dorf ging auch das Patronat an die Grafen bzw. späteren Herzöge von Württemberg, wodurch 1534 die Reformation in Bodelshausen eingeführt und der Ort dem Dekanat Tübingen eingegliedert wurde. Die Pfarrei betreute auch die Protestanten in den umliegenden Orten, zuerst in Hechigen und Hirrlingen, später auch die in Bechtoldsweiler, Hemmendorf und Sickingen.
Neben der evangelischen Kirchengemeinde gibt es in Bodelshausen noch eine Evangelischen Gemeinschaft (seit 1968 Evangelisch-Methodistische Kirche), eine katholische Kirchengemeinde, welche vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg stark angewachsen ist und eine neuapostolische Gemeinde.
===== Kirche und Pfarrhaus =====
Die alte Kirche wurde laut wissenschaftlichen Untersuchungen um 1245 errichtet, der Kirchenheilige St. Dionys 1565 erstmalig erwähnt wird. Das östlich des Turmes stehende Langhaus wurde 1842 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Das neue Langhaus wurde 1847 im neugotischen Stil an der Westseite des Turmes erbaut.
Das erste, bereits im Mittelalter errichtete Pfarrhaus an der Kirchhofmauer wurde nach der Reformation verkauft und später abgerissen. Als Pfarrwohnung war das 1522 ebenfalls an der Kirchhofmauer neu errichtete Beginenhaus vorgesehen. Da darin 1556 noch Nonnen wohnten, musste der erste evangelische Ortspfarrer in Oberhausen seine Wohnung nehmen. Das Beginenhaus wurde 1814 wegen Einsturzgefahr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Kirche und Pfarrhaus gingen 1963 durch Schenkung von der bürgerlichen Gemeinde in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde über.
In Oberhausen stand seit mindestens 1438 eine St. Johann geweihte Kapelle, die jedoch im Lagerbuch von 1704 nicht mehr erwähnt wird.
===== Bestandsgeschichte =====
Der Bestand wurde im Jahr 1997 ins Landeskirchliche Sprengelarchiv Tübingen übernommen und wird seit 2002 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart verwahrt. Er wurde 2011 von Uwe Heizmann verzeichnet. Der Bestand umfasst nach der Ordnung und Verzeichnung etwa 7,3 lfd. m. bzw. 497 Verzeichniseinheiten. Die Amtsbücher umfassen 118 Verzeichniseinheiten, die Akten 164 und die Rechnungen 215. Unter den Amtsbüchern befinden sich 20 Kirchenbücher, welche 1570 mit dem ersten Taufregister beginnen. Das erste Totenregister wurde 1653 angelegt, das erste Eheregister ein Jahr später. Die Kirchenbücher stehen aus konservatorischen Gründen nicht zur Benutzung zur Verfügung, die entsprechenden Nummern der Mikrofilme sind aber angegeben. Diese können im Landeskirchlichen Archiv eingesehen werden. Die Akten beginnen im 18. Jahrhundert, wobei der größte Teil das 19. und das 20. Jahrhundert umfasst. Sie wurden in die zwei Hauptteile "Ältere Abteilung" (vor 1901) und "Neuere Abteilung" (nach 1900) eingeteilt, wobei einzelne Überschneidungen vorkommen. Innerhalb der Hauptteile wurden weitere Unterteilungen vorgenommen, welche sich an die Registraturordnung für Pfarrämter aus dem Jahr 1901 anlehnt.
Von den Rechnungen sind mehrere aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und dann wieder ab dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts überliefert, wobei sich immer wieder Lücken auftun. Im ungeordneten Bestand wurden etwa 30 Buchdeckel von Rechnungen bzw. Rapiaten aus dem 18. und vor allem dem 19. Jahrhundert gefunden, deren Inhalt leider fehlt. Eine interessante Besonderheit der Bodelshausener Rechnungen ist, dass der Stiftungspfleger, obwohl durch das königliche Edikt vom 31. Dezember 1818 die Heiligenpflege durch die Stiftungspflege ersetzt wurde, bis in die 1870er Jahre hinein die Begriffe "Heiligenpflege" und "Stiftungspflege" nebeneinander, nach keinem erkennbaren System und manchmal sogar innerhalb einer Rechnung, verwendet hat. So wird z.B. die Rechnung 1868/70 (Best.-Nr. 149) auf dem Buchdeckel als "Heiligenpflegrechnung", auf dem Vorblatt im Buch aber als "Stiftungs- und Schulfondsrechnung" bezeichnet. Diese "gemischte" Zeit umfasst die Rechnungen von 1842/44 bis 1872/74. Dementsprechend wurde auch das Inhaltsverzeichnis angelegt. Akten bzw. Rechnungsbücher mit einer größeren Laufzeit, die über die genannten Grenzen hinwegreichen, wurden dem Zeitraum zugeordnet, den sie am meisten betreffen.
Aus dem Bestand wurden zwei Einheiten herausgenommen. Das "Kriegertotenheft" (Gefallenenverzeichnis; Best.-Nr. 312) enthielt zwölf Fotos von Soldaten. Die Fotos wurden in die Bildnissammlung des LKAS unter Angabe der Provenienz eingegliedert. Vom "Rezess in der Ablösesache von Bechtoldsweiler" enthielt Bestand neben der Ausfertigung für die evangelische Stiftungspflege (Best.-Nr. 291) auch die für die bürgerliche Gemeinde. Diese wurde dem Gemeindearchiv Bodelshausen übergeben.
Einleitung: Bodelshausen wurde erstmals im Hirsauer Codex, welcher den Zeitraum von 1080 bis 1125 betrifft, als "Bodolßhusen" erwähnt. Eine genauere Datierung ist nicht möglich, so dass als Bezugsjahr für Jubiläen die Jahrhundertwende 1100 angenommen wird. Als erste Ortsherrschaft sind die Herren von Stöffeln greifbar, welche zumindest über einen Teil von Bodelshausen herrschten. Im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts unterstand der Ort einem Zweig der Herren von Ow (sprich "Au"), der sich auch nach Bodelshausen benannte ("von Ow zu Bodelshausen") und von deren Wappen sich das Bodelshausener Gemeindewappen ableitet. 1409 gaben die Herren von Ow Dorf und Burg Bodelshausen dem Grafen Eberhard III. von Württemberg zum Lehen. Heinrich von Ow verkaufte schließlich 1446 seinen Anteil an Bodelshausen samt sämtlicher Rechte an Graf Ulrich V. von Württemberg. 1453 erwarb Ulrich V. den restlichen Teil von Kaspar von Ow. Bodelshausen gehörte fortan zum Amt Tübingen, ab 1810 zum Oberamt Rottenburg und ab 1938 zum Landkreis Tübingen.
Die zum Dekanat Ofterdingen gehörende Pfarrei Bodelshausen wird 1275 erstmals erwähnt. Sie umfasste auch den damals selbständigen Weiler Oberhausen und den abgegangenen Flecken Altendickingen. Das Patronat hatten die Herren von Ow inne. Zusammen mit dem Dorf ging auch das Patronat an die Grafen bzw. späteren Herzöge von Württemberg, wodurch 1534 die Reformation in Bodelshausen eingeführt und der Ort dem Dekanat Tübingen eingegliedert wurde. Die Pfarrei betreute auch die Protestanten in den umliegenden Orten, zuerst in Hechigen und Hirrlingen, später auch die in Bechtoldsweiler, Hemmendorf und Sickingen.
Neben der evangelischen Kirchengemeinde gibt es in Bodelshausen noch eine Evangelischen Gemeinschaft (seit 1968 Evangelisch-Methodistische Kirche), eine katholische Kirchengemeinde, welche vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg stark angewachsen ist und eine neuapostolische Gemeinde.
Die alte Kirche wurde laut wissenschaftlichen Untersuchungen um 1245 errichtet, der Kirchenheilige St. Dionys 1565 erstmalig erwähnt wird. Das östlich des Turmes stehende Langhaus wurde 1842 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Das neue Langhaus wurde 1847 im neugotischen Stil an der Westseite des Turmes erbaut.
Das erste, bereits im Mittelalter errichtete Pfarrhaus an der Kirchhofmauer wurde nach der Reformation verkauft und später abgerissen. Als Pfarrwohnung war das 1522 ebenfalls an der Kirchhofmauer neu errichtete Beginenhaus vorgesehen. Da darin 1556 noch Nonnen wohnten, musste der erste evangelische Ortspfarrer in Oberhausen seine Wohnung nehmen. Das Beginenhaus wurde 1814 wegen Einsturzgefahr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Kirche und Pfarrhaus gingen 1963 durch Schenkung von der bürgerlichen Gemeinde in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde über.
In Oberhausen stand seit mindestens 1438 eine St. Johann geweihte Kapelle, die jedoch im Lagerbuch von 1704 nicht mehr erwähnt wird.
Der Bestand wurde im Jahr 1997 ins Landeskirchliche Sprengelarchiv Tübingen übernommen und wird seit 2002 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart verwahrt. Er wurde 2011 von Uwe Heizmann verzeichnet. Der Bestand umfasst nach der Ordnung und Verzeichnung etwa 7,3 lfd. m. bzw. 497 Verzeichniseinheiten. Die Amtsbücher umfassen 118 Verzeichniseinheiten, die Akten 164 und die Rechnungen 215. Unter den Amtsbüchern befinden sich 20 Kirchenbücher, welche 1570 mit dem ersten Taufregister beginnen. Das erste Totenregister wurde 1653 angelegt, das erste Eheregister ein Jahr später. Die Kirchenbücher stehen aus konservatorischen Gründen nicht zur Benutzung zur Verfügung, die entsprechenden Nummern der Mikrofilme sind aber angegeben. Diese können im Landeskirchlichen Archiv eingesehen werden. Die Akten beginnen im 18. Jahrhundert, wobei der größte Teil das 19. und das 20. Jahrhundert umfasst. Sie wurden in die zwei Hauptteile "Ältere Abteilung" (vor 1901) und "Neuere Abteilung" (nach 1900) eingeteilt, wobei einzelne Überschneidungen vorkommen. Innerhalb der Hauptteile wurden weitere Unterteilungen vorgenommen, welche sich an die Registraturordnung für Pfarrämter aus dem Jahr 1901 anlehnt.
Von den Rechnungen sind mehrere aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und dann wieder ab dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts überliefert, wobei sich immer wieder Lücken auftun. Im ungeordneten Bestand wurden etwa 30 Buchdeckel von Rechnungen bzw. Rapiaten aus dem 18. und vor allem dem 19. Jahrhundert gefunden, deren Inhalt leider fehlt. Eine interessante Besonderheit der Bodelshausener Rechnungen ist, dass der Stiftungspfleger, obwohl durch das königliche Edikt vom 31. Dezember 1818 die Heiligenpflege durch die Stiftungspflege ersetzt wurde, bis in die 1870er Jahre hinein die Begriffe "Heiligenpflege" und "Stiftungspflege" nebeneinander, nach keinem erkennbaren System und manchmal sogar innerhalb einer Rechnung, verwendet hat. So wird z.B. die Rechnung 1868/70 (Best.-Nr. 149) auf dem Buchdeckel als "Heiligenpflegrechnung", auf dem Vorblatt im Buch aber als "Stiftungs- und Schulfondsrechnung" bezeichnet. Diese "gemischte" Zeit umfasst die Rechnungen von 1842/44 bis 1872/74. Dementsprechend wurde auch das Inhaltsverzeichnis angelegt. Akten bzw. Rechnungsbücher mit einer größeren Laufzeit, die über die genannten Grenzen hinwegreichen, wurden dem Zeitraum zugeordnet, den sie am meisten betreffen.
Aus dem Bestand wurden zwei Einheiten herausgenommen. Das "Kriegertotenheft" (Gefallenenverzeichnis; Best.-Nr. 312) enthielt zwölf Fotos von Soldaten. Die Fotos wurden in die Bildnissammlung des LKAS unter Angabe der Provenienz eingegliedert. Vom "Rezess in der Ablösesache von Bechtoldsweiler" enthielt Bestand neben der Ausfertigung für die evangelische Stiftungspflege (Best.-Nr. 291) auch die für die bürgerliche Gemeinde. Diese wurde dem Gemeindearchiv Bodelshausen übergeben.
Bodelshausen wurde erstmals im Hirsauer Codex, welcher den Zeitraum von 1080 bis 1125 betrifft, als "Bodolßhusen" erwähnt. Eine genauere Datierung ist nicht möglich, so dass als Bezugsjahr für Jubiläen die Jahrhundertwende 1100 angenommen wird. Als erste Ortsherrschaft sind die Herren von Stöffeln greifbar, welche zumindest über einen Teil von Bodelshausen herrschten. Im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts unterstand der Ort einem Zweig der Herren von Ow (sprich "Au"), der sich auch nach Bodelshausen benannte ("von Ow zu Bodelshausen") und von deren Wappen sich das Bodelshausener Gemeindewappen ableitet. 1409 gaben die Herren von Ow Dorf und Burg Bodelshausen dem Grafen Eberhard III. von Württemberg zum Lehen. Heinrich von Ow verkaufte schließlich 1446 seinen Anteil an Bodelshausen samt sämtlicher Rechte an Graf Ulrich V. von Württemberg. 1453 erwarb Ulrich V. den restlichen Teil von Kaspar von Ow. Bodelshausen gehörte fortan zum Amt Tübingen, ab 1810 zum Oberamt Rottenburg und ab 1938 zum Landkreis Tübingen.
===== Pfarreigeschichte =====
Die zum Dekanat Ofterdingen gehörende Pfarrei Bodelshausen wird 1275 erstmals erwähnt. Sie umfasste auch den damals selbständigen Weiler Oberhausen und den abgegangenen Flecken Altendickingen. Das Patronat hatten die Herren von Ow inne. Zusammen mit dem Dorf ging auch das Patronat an die Grafen bzw. späteren Herzöge von Württemberg, wodurch 1534 die Reformation in Bodelshausen eingeführt und der Ort dem Dekanat Tübingen eingegliedert wurde. Die Pfarrei betreute auch die Protestanten in den umliegenden Orten, zuerst in Hechigen und Hirrlingen, später auch die in Bechtoldsweiler, Hemmendorf und Sickingen.
Neben der evangelischen Kirchengemeinde gibt es in Bodelshausen noch eine Evangelischen Gemeinschaft (seit 1968 Evangelisch-Methodistische Kirche), eine katholische Kirchengemeinde, welche vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg stark angewachsen ist und eine neuapostolische Gemeinde.
===== Kirche und Pfarrhaus =====
Die alte Kirche wurde laut wissenschaftlichen Untersuchungen um 1245 errichtet, der Kirchenheilige St. Dionys 1565 erstmalig erwähnt wird. Das östlich des Turmes stehende Langhaus wurde 1842 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Das neue Langhaus wurde 1847 im neugotischen Stil an der Westseite des Turmes erbaut.
Das erste, bereits im Mittelalter errichtete Pfarrhaus an der Kirchhofmauer wurde nach der Reformation verkauft und später abgerissen. Als Pfarrwohnung war das 1522 ebenfalls an der Kirchhofmauer neu errichtete Beginenhaus vorgesehen. Da darin 1556 noch Nonnen wohnten, musste der erste evangelische Ortspfarrer in Oberhausen seine Wohnung nehmen. Das Beginenhaus wurde 1814 wegen Einsturzgefahr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Kirche und Pfarrhaus gingen 1963 durch Schenkung von der bürgerlichen Gemeinde in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde über.
In Oberhausen stand seit mindestens 1438 eine St. Johann geweihte Kapelle, die jedoch im Lagerbuch von 1704 nicht mehr erwähnt wird.
===== Bestandsgeschichte =====
Der Bestand wurde im Jahr 1997 ins Landeskirchliche Sprengelarchiv Tübingen übernommen und wird seit 2002 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart verwahrt. Er wurde 2011 von Uwe Heizmann verzeichnet. Der Bestand umfasst nach der Ordnung und Verzeichnung etwa 7,3 lfd. m. bzw. 497 Verzeichniseinheiten. Die Amtsbücher umfassen 118 Verzeichniseinheiten, die Akten 164 und die Rechnungen 215. Unter den Amtsbüchern befinden sich 20 Kirchenbücher, welche 1570 mit dem ersten Taufregister beginnen. Das erste Totenregister wurde 1653 angelegt, das erste Eheregister ein Jahr später. Die Kirchenbücher stehen aus konservatorischen Gründen nicht zur Benutzung zur Verfügung, die entsprechenden Nummern der Mikrofilme sind aber angegeben. Diese können im Landeskirchlichen Archiv eingesehen werden. Die Akten beginnen im 18. Jahrhundert, wobei der größte Teil das 19. und das 20. Jahrhundert umfasst. Sie wurden in die zwei Hauptteile "Ältere Abteilung" (vor 1901) und "Neuere Abteilung" (nach 1900) eingeteilt, wobei einzelne Überschneidungen vorkommen. Innerhalb der Hauptteile wurden weitere Unterteilungen vorgenommen, welche sich an die Registraturordnung für Pfarrämter aus dem Jahr 1901 anlehnt.
Von den Rechnungen sind mehrere aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und dann wieder ab dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts überliefert, wobei sich immer wieder Lücken auftun. Im ungeordneten Bestand wurden etwa 30 Buchdeckel von Rechnungen bzw. Rapiaten aus dem 18. und vor allem dem 19. Jahrhundert gefunden, deren Inhalt leider fehlt. Eine interessante Besonderheit der Bodelshausener Rechnungen ist, dass der Stiftungspfleger, obwohl durch das königliche Edikt vom 31. Dezember 1818 die Heiligenpflege durch die Stiftungspflege ersetzt wurde, bis in die 1870er Jahre hinein die Begriffe "Heiligenpflege" und "Stiftungspflege" nebeneinander, nach keinem erkennbaren System und manchmal sogar innerhalb einer Rechnung, verwendet hat. So wird z.B. die Rechnung 1868/70 (Best.-Nr. 149) auf dem Buchdeckel als "Heiligenpflegrechnung", auf dem Vorblatt im Buch aber als "Stiftungs- und Schulfondsrechnung" bezeichnet. Diese "gemischte" Zeit umfasst die Rechnungen von 1842/44 bis 1872/74. Dementsprechend wurde auch das Inhaltsverzeichnis angelegt. Akten bzw. Rechnungsbücher mit einer größeren Laufzeit, die über die genannten Grenzen hinwegreichen, wurden dem Zeitraum zugeordnet, den sie am meisten betreffen.
Aus dem Bestand wurden zwei Einheiten herausgenommen. Das "Kriegertotenheft" (Gefallenenverzeichnis; Best.-Nr. 312) enthielt zwölf Fotos von Soldaten. Die Fotos wurden in die Bildnissammlung des LKAS unter Angabe der Provenienz eingegliedert. Vom "Rezess in der Ablösesache von Bechtoldsweiler" enthielt Bestand neben der Ausfertigung für die evangelische Stiftungspflege (Best.-Nr. 291) auch die für die bürgerliche Gemeinde. Diese wurde dem Gemeindearchiv Bodelshausen übergeben.
Einleitung: Bodelshausen wurde erstmals im Hirsauer Codex, welcher den Zeitraum von 1080 bis 1125 betrifft, als "Bodolßhusen" erwähnt. Eine genauere Datierung ist nicht möglich, so dass als Bezugsjahr für Jubiläen die Jahrhundertwende 1100 angenommen wird. Als erste Ortsherrschaft sind die Herren von Stöffeln greifbar, welche zumindest über einen Teil von Bodelshausen herrschten. Im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts unterstand der Ort einem Zweig der Herren von Ow (sprich "Au"), der sich auch nach Bodelshausen benannte ("von Ow zu Bodelshausen") und von deren Wappen sich das Bodelshausener Gemeindewappen ableitet. 1409 gaben die Herren von Ow Dorf und Burg Bodelshausen dem Grafen Eberhard III. von Württemberg zum Lehen. Heinrich von Ow verkaufte schließlich 1446 seinen Anteil an Bodelshausen samt sämtlicher Rechte an Graf Ulrich V. von Württemberg. 1453 erwarb Ulrich V. den restlichen Teil von Kaspar von Ow. Bodelshausen gehörte fortan zum Amt Tübingen, ab 1810 zum Oberamt Rottenburg und ab 1938 zum Landkreis Tübingen.
Die zum Dekanat Ofterdingen gehörende Pfarrei Bodelshausen wird 1275 erstmals erwähnt. Sie umfasste auch den damals selbständigen Weiler Oberhausen und den abgegangenen Flecken Altendickingen. Das Patronat hatten die Herren von Ow inne. Zusammen mit dem Dorf ging auch das Patronat an die Grafen bzw. späteren Herzöge von Württemberg, wodurch 1534 die Reformation in Bodelshausen eingeführt und der Ort dem Dekanat Tübingen eingegliedert wurde. Die Pfarrei betreute auch die Protestanten in den umliegenden Orten, zuerst in Hechigen und Hirrlingen, später auch die in Bechtoldsweiler, Hemmendorf und Sickingen.
Neben der evangelischen Kirchengemeinde gibt es in Bodelshausen noch eine Evangelischen Gemeinschaft (seit 1968 Evangelisch-Methodistische Kirche), eine katholische Kirchengemeinde, welche vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg stark angewachsen ist und eine neuapostolische Gemeinde.
Die alte Kirche wurde laut wissenschaftlichen Untersuchungen um 1245 errichtet, der Kirchenheilige St. Dionys 1565 erstmalig erwähnt wird. Das östlich des Turmes stehende Langhaus wurde 1842 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Das neue Langhaus wurde 1847 im neugotischen Stil an der Westseite des Turmes erbaut.
Das erste, bereits im Mittelalter errichtete Pfarrhaus an der Kirchhofmauer wurde nach der Reformation verkauft und später abgerissen. Als Pfarrwohnung war das 1522 ebenfalls an der Kirchhofmauer neu errichtete Beginenhaus vorgesehen. Da darin 1556 noch Nonnen wohnten, musste der erste evangelische Ortspfarrer in Oberhausen seine Wohnung nehmen. Das Beginenhaus wurde 1814 wegen Einsturzgefahr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Kirche und Pfarrhaus gingen 1963 durch Schenkung von der bürgerlichen Gemeinde in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde über.
In Oberhausen stand seit mindestens 1438 eine St. Johann geweihte Kapelle, die jedoch im Lagerbuch von 1704 nicht mehr erwähnt wird.
Der Bestand wurde im Jahr 1997 ins Landeskirchliche Sprengelarchiv Tübingen übernommen und wird seit 2002 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart verwahrt. Er wurde 2011 von Uwe Heizmann verzeichnet. Der Bestand umfasst nach der Ordnung und Verzeichnung etwa 7,3 lfd. m. bzw. 497 Verzeichniseinheiten. Die Amtsbücher umfassen 118 Verzeichniseinheiten, die Akten 164 und die Rechnungen 215. Unter den Amtsbüchern befinden sich 20 Kirchenbücher, welche 1570 mit dem ersten Taufregister beginnen. Das erste Totenregister wurde 1653 angelegt, das erste Eheregister ein Jahr später. Die Kirchenbücher stehen aus konservatorischen Gründen nicht zur Benutzung zur Verfügung, die entsprechenden Nummern der Mikrofilme sind aber angegeben. Diese können im Landeskirchlichen Archiv eingesehen werden. Die Akten beginnen im 18. Jahrhundert, wobei der größte Teil das 19. und das 20. Jahrhundert umfasst. Sie wurden in die zwei Hauptteile "Ältere Abteilung" (vor 1901) und "Neuere Abteilung" (nach 1900) eingeteilt, wobei einzelne Überschneidungen vorkommen. Innerhalb der Hauptteile wurden weitere Unterteilungen vorgenommen, welche sich an die Registraturordnung für Pfarrämter aus dem Jahr 1901 anlehnt.
Von den Rechnungen sind mehrere aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und dann wieder ab dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts überliefert, wobei sich immer wieder Lücken auftun. Im ungeordneten Bestand wurden etwa 30 Buchdeckel von Rechnungen bzw. Rapiaten aus dem 18. und vor allem dem 19. Jahrhundert gefunden, deren Inhalt leider fehlt. Eine interessante Besonderheit der Bodelshausener Rechnungen ist, dass der Stiftungspfleger, obwohl durch das königliche Edikt vom 31. Dezember 1818 die Heiligenpflege durch die Stiftungspflege ersetzt wurde, bis in die 1870er Jahre hinein die Begriffe "Heiligenpflege" und "Stiftungspflege" nebeneinander, nach keinem erkennbaren System und manchmal sogar innerhalb einer Rechnung, verwendet hat. So wird z.B. die Rechnung 1868/70 (Best.-Nr. 149) auf dem Buchdeckel als "Heiligenpflegrechnung", auf dem Vorblatt im Buch aber als "Stiftungs- und Schulfondsrechnung" bezeichnet. Diese "gemischte" Zeit umfasst die Rechnungen von 1842/44 bis 1872/74. Dementsprechend wurde auch das Inhaltsverzeichnis angelegt. Akten bzw. Rechnungsbücher mit einer größeren Laufzeit, die über die genannten Grenzen hinwegreichen, wurden dem Zeitraum zugeordnet, den sie am meisten betreffen.
Aus dem Bestand wurden zwei Einheiten herausgenommen. Das "Kriegertotenheft" (Gefallenenverzeichnis; Best.-Nr. 312) enthielt zwölf Fotos von Soldaten. Die Fotos wurden in die Bildnissammlung des LKAS unter Angabe der Provenienz eingegliedert. Vom "Rezess in der Ablösesache von Bechtoldsweiler" enthielt Bestand neben der Ausfertigung für die evangelische Stiftungspflege (Best.-Nr. 291) auch die für die bürgerliche Gemeinde. Diese wurde dem Gemeindearchiv Bodelshausen übergeben.
Evangelisches Pfarramt Bodelshausen
6,5 lfd. m
Bestand
Bodelshausen, Landkreis Tübingen
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:05 MESZ