Beurkundet wird: Am 9. Februar erschienen zwischen 12 und 1 Uhr nachmittags in der Gesindestube der erbtruchsessischen Behausung zu Dürmentingen vor dem Unterzeichneten Notar und gen. Zeugen [s. u.] die edlen, hochgelehrten, ehrenfesten und fürgeachteten Adam Keller, Licentiat der Rechte und erbtruchsessischer Rat und Obervogt zu Waldsee, sowie Wolf Hagelstain, Rentmeistereiverwalter und Amtsschreiber zu Dürmentingen, im Aufträge der Reichserbtruchsessen Freiherren zu Waldburg Christoph, Herren zu Scheer und Trauchburg, kaiserlichen Rats, und seines Vetters Heinrich, Herren zu Waldsee, Wolfegg und Zeil, und übergaben dem Notar eine [inserierte] schedula requisitionis, protestationis et reservationis gegen die vom österreichischen Hause begonnene Inquisition der erbtruchsessischen mannserblichen Inhabungen. Mit dieser Inquisition haben als österreichische Kommissare die edlen, gestrengen, festen und hochgelehrten Wolfgang von Liechtenstein, oberösterreichischer Regimentsrat und Pfleger zu Kaltem, Hans Christoph Schenk von Stauffenberg zu Wilflingen, Pfleger zu Ehingen, Ambrosius Graf, Dr. der Rechte und Verwalter der Landvogtei Schwaben, alle derzeit zu Riedlingen, begonnen, nachdem sie durch ein offenes Patent der oberösterreichischen Regierung vom 14. Mai 1599 damit beauftragt worden sind. Ein Schreiben der oberösterreichischen Regierung vom 17. Mai 1599, durch welches der Reichserbtruchseß Christoph unterrichtet werden sollte, ist diesem erst am 25. Januar 1600 präsentiert worden, so daß mit der Inquisition ohne sein Wissen begonnen worden ist. Im Aufträge Christophs hat sich der Notar mit denselben Zeugen am 10. Februar nach Riedlingen begeben, um die erbtruchsessische Protestation den Kommissaren zu insinuieren. In Ulrich Saegers, des Meiers, Haus hat er den Verwalter, Diener und Skribenten der Kommissare zu sich rufen lassen und ihn gebeten, ihn bei seinen Herren anzumelden. Nachdem er auf einen Zwischenbescheid in Ludwig Metzgers Herberge auf Antwort gewartet hatte, erschien Christoph Frichtmeyer, liechtensteinischer Diener, um ihm mitzuteilen, daß die Kommissare eine Audienz und die Annahme der Protestation verweigerten, da sie die kaiserliche Instruktion hätten, nichts Schriftliches anzunehmen. Darauf hat der Notar sich mit seinen Zeugen von Riedlingen wegbegeben, jedoch die Protestation in Ludwig Metzgers Herberge durch den Leibeigenen Jacob Künselman von Einsingen [?] schicken lassen.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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