Anspruch auf Wahrung des Privilegs des Gerichtsstandes der Appellantin wegen der Forderung der Appellatinnen auf Rückzahlung eines Kapitals von 1200 Goldgulden samt rückständiger Zinsen aus einer Rentverschreibung des Werner von Hatzfeldt und seiner Frau Margaretha Torck (Turck) von 1567. Andreas Kochs Witwe Anna, Margaretha und Helena Heumar hatten zunächst am Gericht Wissen geklagt, waren aber nach Köln verwiesen worden. Dort klagten sie am 3. Juli 1656 unter Übergehung des Gerichts Friesenhagen beim Erzbischof, wurden an das RKG verwiesen, wandten sich aber an die jül.-berg. Hofkanzlei, die die Klage annahm und verhandelte. Alle verpfändeten Güter liegen nach Angaben der Appellantin in der unmittelbaren Reichsherrschaft Wildenburg, wo sie auch ihren ständigen Wohnsitz habe. Daher sei das „Privilegium exemptionis“ dieser Herrschaft verletzt. Außerdem seien die verpfändeten Güter mehr als das Zehnfache der Hauptsumme wert. Zum Zeichen ihrer grundsätzlichen Zahlungsbereitschaft hatte Maria von Velbrück beim Gericht Friesenhagen 1658 einen Teil des Betrages hinterlegt.
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Anspruch auf Wahrung des Privilegs des Gerichtsstandes der Appellantin wegen der Forderung der Appellatinnen auf Rückzahlung eines Kapitals von 1200 Goldgulden samt rückständiger Zinsen aus einer Rentverschreibung des Werner von Hatzfeldt und seiner Frau Margaretha Torck (Turck) von 1567. Andreas Kochs Witwe Anna, Margaretha und Helena Heumar hatten zunächst am Gericht Wissen geklagt, waren aber nach Köln verwiesen worden. Dort klagten sie am 3. Juli 1656 unter Übergehung des Gerichts Friesenhagen beim Erzbischof, wurden an das RKG verwiesen, wandten sich aber an die jül.-berg. Hofkanzlei, die die Klage annahm und verhandelte. Alle verpfändeten Güter liegen nach Angaben der Appellantin in der unmittelbaren Reichsherrschaft Wildenburg, wo sie auch ihren ständigen Wohnsitz habe. Daher sei das „Privilegium exemptionis“ dieser Herrschaft verletzt. Außerdem seien die verpfändeten Güter mehr als das Zehnfache der Hauptsumme wert. Zum Zeichen ihrer grundsätzlichen Zahlungsbereitschaft hatte Maria von Velbrück beim Gericht Friesenhagen 1658 einen Teil des Betrages hinterlegt.
AA 0627, 2393 - H 581/2003
AA 0627 Reichskammergericht, Teil IV: H
Reichskammergericht, Teil IV: H >> 1. Buchstabe H
1662 - 1719 (1567 - 1718)
Enthaeltvermerke: Kläger: Maria von Velbrück, Witwe des Wilhelm von Hatzfeldt zu Wildenburg, (Bekl.) Beklagter: Anna, Margaretha und Helena Heumar, Köln, (Kl.), als Erben des Bertram Heumar, Gerichtsschreibers der Feste Steinbach, und seiner Frau Lene Pampus Prokuratoren (Kl.): Dr. Jakob Friedrich Kuehorn [1659] 1662 - Lic. Johann Heinrich Flender [1701] 1714 - Subst.: Lic. Franz Peter Jung Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Hansen 1662 - Subst.: Dr. Johann Rolman - Lic. Johann Walraff 1667 - Subst.: Dr. Johann Leonhard Schommartz Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Jül.-berg. Hofkanzlei Düsseldorf 1660 - 2. RKG 1662 - 1719 (1567 - 1718) Beweismittel: Schuldverschreibung 1567 (Q 7). Verweisung der Erben Heumar an das RKG durch den Erzbischof von Köln 1658 (Q 8). Verweisung der Appellatinnen nach Köln durch das Gericht Wissen 1656 (Q 23). Mandatum attentatorum revocatorium et inhibitorium sine clausula (Q 25). Beschreibung: 8 cm, 304 Bl., lose; Q 1 - 32, 29a und b, 1 Beilage.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:57 AM CEST