Zitation um Einsicht in vorenthaltene Lehnsbriefe und Immission in eine Hälfte von dem Erzbischof von Köln stammender Lehen und deren Restitution. Nachdem Anton, Otto und Johann Waldbott, die Söhne von Anton Waldbott, 1554 angeblich vereinbart hatten, daß nach dem Tod eines ohne männlichen Erben verstorbenen Bruders unter Entschädigung eventuell vorhandener Töchter sein Besitz den übrigen Brüdern zukommen sollte, war mit dem Ableben von Joseph Clemens Carl Franciscus Waldbott-Bassenheim zu Gudenau ohne Nachkommen die „Ottonische Linie“ ausgestorben. Der Kläger hatte daraufhin Anspruch auf eine Hälfte der Güter als Vertreter der „Anthonitischen Linie“ erhoben, während die andere Johann Jakob Waldbott- Bassenheim zu Bornheim zustand. Bezüglich der Lehen des Erzbischofs von Köln warf der Kläger Carl Georg von der Vorst zu Lombeck vor, sich Gudenau, Königswinter, Wolkenburg, Altenahr, Kuchenheim und andere Güter angeeignet zu haben. Johann Jakob Waldbott-Bassenheim zu Bornheim soll gleichfalls nicht rechtmäßig in den Besitz des Lehens Drachenfels gelangt sein. Der Kläger beschwert sich außerdem, daß die Freifrau von Westerholt zu Lombeck und der Grafvon Ostein als Vormund der Söhne seines Bruders Anspruch auf die kurköln. Lehen erhoben hatten. Die Beklagten verweisen auf die Zuständigkeit des kurköln. Hofrats und bestreiten die Echtheit des 1554 vereinbarten Vertrags, in dem außerdem keine Lehen erwähnt sein sollen. Ein RKG- Urteil vom 30. 4. 1744 spricht die Beklagten von der Anklage frei und verweist die Kläger für einen Rechtsentscheid hinsichtlich der dem verstorbenen Joseph Clemens von Waldbott zu Gudenau gehörenden Feudalgüter an ein Lehnsgericht.
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Zitation um Einsicht in vorenthaltene Lehnsbriefe und Immission in eine Hälfte von dem Erzbischof von Köln stammender Lehen und deren Restitution. Nachdem Anton, Otto und Johann Waldbott, die Söhne von Anton Waldbott, 1554 angeblich vereinbart hatten, daß nach dem Tod eines ohne männlichen Erben verstorbenen Bruders unter Entschädigung eventuell vorhandener Töchter sein Besitz den übrigen Brüdern zukommen sollte, war mit dem Ableben von Joseph Clemens Carl Franciscus Waldbott-Bassenheim zu Gudenau ohne Nachkommen die „Ottonische Linie“ ausgestorben. Der Kläger hatte daraufhin Anspruch auf eine Hälfte der Güter als Vertreter der „Anthonitischen Linie“ erhoben, während die andere Johann Jakob Waldbott- Bassenheim zu Bornheim zustand. Bezüglich der Lehen des Erzbischofs von Köln warf der Kläger Carl Georg von der Vorst zu Lombeck vor, sich Gudenau, Königswinter, Wolkenburg, Altenahr, Kuchenheim und andere Güter angeeignet zu haben. Johann Jakob Waldbott-Bassenheim zu Bornheim soll gleichfalls nicht rechtmäßig in den Besitz des Lehens Drachenfels gelangt sein. Der Kläger beschwert sich außerdem, daß die Freifrau von Westerholt zu Lombeck und der Grafvon Ostein als Vormund der Söhne seines Bruders Anspruch auf die kurköln. Lehen erhoben hatten. Die Beklagten verweisen auf die Zuständigkeit des kurköln. Hofrats und bestreiten die Echtheit des 1554 vereinbarten Vertrags, in dem außerdem keine Lehen erwähnt sein sollen. Ein RKG- Urteil vom 30. 4. 1744 spricht die Beklagten von der Anklage frei und verweist die Kläger für einen Rechtsentscheid hinsichtlich der dem verstorbenen Joseph Clemens von Waldbott zu Gudenau gehörenden Feudalgüter an ein Lehnsgericht.
AA 0627, 5902 - W 90a/250
AA 0627 Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben
Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben >> 3. Buchstabe W
1736 - 1789 (1535 - 1740)
Enthaeltvermerke: Kläger: GrafFranz Carl Waldbott (Walbott) zu Bassenheim Beklagter: Erzbischof Clemens August von Köln; Carl Georg von Vorst zu Lombeck, kurköln. Generalmajor, namens seiner Frau Maria Alexandrina Waldbott zu Gudenau; Johann Jakob Waldbott von Bassenheim zu Bornheim, kurköln. Geheimrat, und Konsorten: Witwe Maria Anna Theodora von Westerholt zu Lombeck geb. Waldbott von Bassenheim zu Gudenau, Villip, Drachenfels und Königswinter; Graf Friedrich Carl von Ostein, Domkustos zu Mainz, und Graf Casimir Anton Waldbott zu Basssenheim als Vormünder von zwei minderjährigen Grafen Waldbott zu Bassenheim; Abt Hyacinth Alphons zu Kornelimünster; Prälat zu Siegburg; Freiherr von Weichs, Propst zu Bonn; Äbtissin zu Dietkirchen und in Bonn geborene Freiin von Gymnich Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Jakob Zwirlein 1736 - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff Prokuratoren (Bekl.): Lic. J. Konrad Helffrich [ - ] 1736 - Lic. A. F. Spoenla [ - ] 1736 - für die Freifrau von Westerholt: Dr. Johann Goy [1736] 1736 - Subst.: Dr. J. M. Hofmann - für den Freiherrn Waldbott zu Bornheim: Lic. Ambrosius Joseph Stephani 1736 - Subst.: Lic. Johann Werner - für den Freiherrn von Weichs: Lic. Ambrosius Joseph Stephani [1733] 1736 - für den Abt zu Kornelimünster: Lic. Christian Philipp Lang 1740 - Subst.: Lic. C. A. Weiskirch Prozeßart: Citationis ad videndum se praeferri et immitti vel in eventum et ad minimum sequestrari bona feudalia ac declarari consuccessorem feudalem et respective condemnari ad restitutionem horum bonorum pro dimidia parte nec non fructuum perceptorum ac percipiendorum cum omni causa ac interesse Instanzen: RKG 1736 - 1789 (1535 - 1740) Beweismittel: Stammtafel der Familie Waldbott, 1736 (Q 5). Botenlohnschein, 1736 (Q 10). Lehnsbrief von Erzbischof Ferdinand von Köln über das Haus Gudenau mit einem Burglehen zu Altenahr und der Kirchengift, dem Zehnt und dem Hofgericht zu Villip für Otto Heinrich Waldbott von Bassenheim zu Gudenau, 1615 (Q 19). Lehnsbrief des Abtes Hyacinth Alphons zu Kornelimünster über das Gut Billig für Maximilian Hartard von Waldbott zu Gudenau und Drachenfels, 1720 (Q 26). Testament von Anton Waldbott zu Bassenheim, 1535 (in Q 34). Testament von Otto Heinrich Waldbott von Bassenheim und seiner Frau Catharina von Hochsteden, 1627 (Q 56, Q 74). Auszug aus der kurköln. Landordnung, 1738 (Q 57). Heiratsvertrag zwischen Adolf von Ilem zu Medinghoven und Maria von Wevorden, 1575 (Q 70). Heiratsvertrag zwischen Johann Schall von Bell und Catharina Waldbott von Bassenheim, 1585 (Q 71). Heiratsvertrag zwischen Hans Wolf Schenk von Schmidtburg und Agnes geb. Waldbott von Bassenheim, 1595 (Q 72). Testament von Otto Waldbott von Bassenheim, 1583 (Q 73). Heiratsvertrag zwischen Adolf Quadt zu Buschfeld und Anna Elisabeth Waldbott von Bassenheim, 1631 (Q 75). Heiratsvertrag zwischen Adolf Hermann von Wylich und Petronella Waldbott von Bassenheim zu Gudenau, 1670 (Q 76). Heiratsvertrag zwischen Hans Heinrich von Winkelhausen und Maria Agnes Waldbott von Bassenheim, 1634 (Q 77). Heiratsvertrag zwischen Carl Georg Anton von der Vorst zu Lombeck und Maria Alexandrina Waldbott von Bassenheim zu Gudenau, 1733 (Q 79). Heiratsvertrag zwischen Maximilian Hartard Waldbott von Bassenheim und Maria Magdalena Waldbott von Bassenheim zu Bornheim, 1707 (Q 80). „Heirats- Verschreibung“ zwischen Maximilian Hartard Waldbott von Bassenheim zu Gudenau und Maria Magdalena Waldbott von Bassenheim, 1707 (Q 82). Heiratsvertrag zwischen Anton Waldbott zu Bassenheim und Catharina von Metternich, 1585 (Q 82). Beschreibung: 8 cm, 357 Bl., lose, Q 1 - 89, 2 Beilagen; es fehlen Q 16, 32, 35, 48, 64, 67.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:53 AM CEST
Hierarchy
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben (Archival holding)
- 3. Buchstabe W (Classification)