Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit wird zwischen Hans Veit von Wernau zu Pfauhausen auf der einen und Anna von Kaltental, der Tochter von Jörg von Kaltental zu Aldingen und Dorothea von Kaltental, geborene von Neuhausen, ihrer verstorbenen Eltern, auf der anderen Seite im Beisein von Burkhard von Kaltental zu Osterzell und Reinhard von Neuhausen zu Hofen und Vollmaringen als Vormünder von Jörg von Kaltental zu Aldingen, Wolf von Weiler zu Lichtenberg, Hans Dietrich Nothaft zu Hohenberg, Philipp von Kaltental zu Aldingen, Wolf Friedrich Senft [von Sulburg] anstelle von Konrad von und zu Felberg, Hans Pangratz von Freyberg zu Neusteußlingen und Laupheim, Wilhelm Schenk von Stauffenberg zu Katzenstein, Jos Ludwig von und zu Ratzenried, Franz Konrad Hofwart von Kirchheim zu Münzesheim (Münsisheim) und Konrad und Albrecht Thumb von Neuburg zu Köngen auf der Seite der Jungfrau Anna von Kaltental und Hans Wilhelm von Wernau zu Dießen, Albrecht von Rechberg von Hohenrechberg zu Staufeneck, Falkenstein und Oberwaldstetten, kaiserlicher Rat, Hans von Westerstetten zu Drackenstein, Jörg von Ow zu Hirrlingen (Hürnlingen), Jakob von Ehingen zu Kilchberg, Wilhelm von und zu Neuhausen, Kaspar von Hornstein und Konrad von Welden auf der Seite von Hans Veit von Wernau folgender Heiratsvertrag abgeschlossen: Hans Veit von Wernau und Anna von Kaltental sollen das Sakrament der heiligen Ehe nehmen, feiern und bekräftigen, wie es die heilige christliche Kirche eingerichtet hat, und sich gegen- und miteinander haben und halten, auch einander lieben und freundlich miteinander meinen, wie es sich frommen Ehegemahlen vom Adel wohl geziemt und ansteht, um damit von dem allmächtigen Gott Gnade zu erhoffen. Die Brüder Heinrich, Reinhard und Georg von Kaltental sollen ihrer Schwester Anna von Kaltental 1000 fl zu rechter Ehe- und Heimsteuer vom väterlichen Erbgut, außerdem ihr Bruder Jörg von Kaltental 600 fl vom mütterlichen Erbgut, insgesamt 1600 fl, binnen Jahresfrist mit 80 fl Zins nach dem Beischlaf oder ihr dafür eine Zinsverschreibung geben, so dass sie jährlich von 20 fl Hauptgut 1 fl Zins haben kann. Nachdem ihr Ehemann die 1600 fl Heiratsgut oder die Zinsverschreibung erhalten hat, soll sie mit Gunst und Willen und im Beisein ihres Junkers und Ehegemahls vor dem kaiserlichen Hofgericht zu Rottweil oder an einem anderen gebührenden Ort wie ihre anderen Schwestern für sich und ihre Erben auf ihr väterliches, mütterliches und brüderliches Erbe und die Erbgerechtigkeiten verzichten, wie es unter dem Adel im Land zu Schwaben gebräuchlich ist. [Es folgen Bestimmungen über die Witwenversorgung und über die Nutznießung bzw. die Vererbung von Heiratsgut, Widerlegung und Morgengabe]. Die beiden Ehepartner versprechen die Einhaltung dieses Heiratsvertrages, von dem zwei gleichlautende Urkunden ausgefertigt werden.