Veronika Krafft, Witwe des Ulmer geheimen Rats und Oberrichters Wilhelm Friedrich Heintzel, verfasst ihr Testament und hebt dabei die beiden früheren Testamente vom 20.9.1616 und 1.12.1626 auf. Die gültige Version umfasst 19 Artikel: 1) Erdbestattung der A. 2) Verteilung von 30 fl. an hausarme Leute, 20 fl. an arme Schüler der Lateinschule und 30 fl. an den fremden Almosenkasten. 3) Stiftung der Zinsen eines Kapitals von 4200 fl. zu einem besonderen Stipendium (bereits am 7.12.1634 in einem Stiftungsbrief bestimmt). 4) Stiftung von jährlich 30 fl., Zinsen eines Kapitals von 600 fl., zur Aussteuer armer Bürgertöchter aus Ulm, die Auswahl trifft der Ulmer Rat. 5) Ihre Vettern, die Brüder und Ulmer Räte Hans Eberhard und Hans Ulrich Krafft erhalten je 200 fl. 6) Ihre Base Maria Klaus, Frau des Georg Ludwig Klaus und Tochter ihrer verstorbenen Base Maria Müller erhält 200 fl. 7) Die Kinder ihres Schwagers David Heintzel zu Schaffhausen erhalten zusammen 200 fl. 8) Je 100 fl. erhalten die Kinder ihres verstorbenen Schwagers Dr. jur. Matthäus Schorer (Ratsadvokat in Augsburg): Dr. Christoph Schorer (Ratsadvokat in Memmingen), Matthäus Schorer (Handelsmann in Hamburg) und Euphrosina (Bürgerin zu Augsburg). 9) Susanne, die Tochter des verstorbenen Bartholomäus Jenisch, erhält 100 fl. 10) Die Tochter des Capitän Strenglins zu Augsburg, Tochter ihrer verstorbenen Nichte Regina Schad, erhält 200 fl. 11) Ihre Base Elisabeth (geb. Ulstätt), Frau des Hieronymus Schad, erhält 200 fl. 12) Dr. med. Johann Regulus Villinger erhält aus Dankbarkeit einen Silberbecher im Wert von 40 fl. 13) Erasmus Funk, Bürger und Handelsmann zu Ulm, erhält wegen seiner Unterstützung 200 fl. 14) Christoph Ziegler, minderjähriger Sohn des verstorbenen Georg Ziegler, erhält wegen der über 20jährigen treuen Dienste seines Vaters (Verwalter) 5 Jauchert Äcker (bei der Stadt, am "Hammer" und am Mehringer Weg), ihr Bett mit Bettzeug und einen Fußkasten mit Kleidung seines Vaters, außerdem soll sein Studium durch ein Stipendium bis zum Doktorgrad finanziert werden. 15) Katharina Jäger, Weberin und frühere Magd der A., erhält für ihre Betreuung während Krankheiten 50 fl. 16) Von ihrem Personal (Ehehalten) erhält jeder, der über ein halbes Jahr angestellt war, 100 f., die übrigen je 50 fl. Dafür sollen sie ihren Haushalt noch vier Wochen nach ihrem Tod angemessen und in Trauerkleidung versorgen. 17) Ihr Tagelöhner Laux Glöcklin von Söflingen erhält, sofern er bis zu ihrem Tod bei ihr verbleibt, 100 fl. und eine Trauerkleidung. 18) Die eheliche Tochter des Süßbäckers Joachim Schmucker, die dieser mit ihrer früheren Magd Sara (15 Jahre im Dienst der A.) hat, erhält 50 fl. 19) Für das übrige Erbe werden je zur Hälfte a) ihr Schwager Tobias Heintzeler, Bürgermeister zu Memmingen, oder im Fall seines Todes vor der A. sein Sohn Christoph bzw. dessen Kinder und Enkel, sowie b) ihre Base Sophia Margarethe Sprintz (geb. Schad), Frau des Capitän Phillip Sprintz, eingesetzt. Letztere soll ihrem Sohn Christoph davon allerdings nicht mehr als 200 fl. vererben, das Übrige soll nach ihrem Tod an den bürgerlichen Almosenkasten zu Ulm fallen. Dies gilt auch im Fall einer Wiederverheiratung. Als Testamentsvollstrecker werden Hans Ulrich Krafft, Rat zu Ulm, und Dr. Sylvester Wilhelm, Ratsadvokat und Stadtammann zu Ulm, eingesetzt. Vermerk auf der Außenseite: Testamentseröffnung am 21.6.1637 durch die genannten Testamentsvollstrecker in Gegenwart des Dr. med. Anton Bophard, Georg Ludwig Klaus und Franz Schelmer als Zeugen sowie der Erben Christoph Heintzel, Stadtammann zu Memmingen, und Sophia Margarethe Sprintz (geb. Schad) mit ihren Vormündern Erhard Schad, Vogt zu Leipheim, und Christoph Dauer, Rat zu Ulm.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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