Klage gegen den Gerichtsbeschluß des Hofrates nach einem Revisionsverfahren, der dem Schultheißen zu Bliesheim die Ausführung einer Immission in Güter und Ernteerträge des Ehepaars Braun mit einem Wert von 850 Rtlr. anordnete. Diesem Revisionsverfahren ging eine Appellation an das kurköln. Kommissariatsgericht zu Bonn voraus. Außerdem wurde am Kommissariatsgericht zu Köln prozessiert. Bei den beiden zuvor geführten Verfahren war ein Urteil zugunsten von Engelbert Braun, dem Mann der Appellantin, ergangen. Die Appellantin erklärt vor dem RKG, daß die zwei folgenden Prozesse gegen ihren Willen eingeleitet wurden und ohne ihre Zustimmung nicht um ihre Güter prozessiert werden kann. Außerdem verweist sie auf ihre Armut. Der Erzbischof von Köln interveniert gegen die Appellation, da es sich um einen Fall der Kriminalgerichtsbarkeit handele, der zur Arrestierung des Ehepaars und zur Aufkündigung des Geleits führte.
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Klage gegen den Gerichtsbeschluß des Hofrates nach einem Revisionsverfahren, der dem Schultheißen zu Bliesheim die Ausführung einer Immission in Güter und Ernteerträge des Ehepaars Braun mit einem Wert von 850 Rtlr. anordnete. Diesem Revisionsverfahren ging eine Appellation an das kurköln. Kommissariatsgericht zu Bonn voraus. Außerdem wurde am Kommissariatsgericht zu Köln prozessiert. Bei den beiden zuvor geführten Verfahren war ein Urteil zugunsten von Engelbert Braun, dem Mann der Appellantin, ergangen. Die Appellantin erklärt vor dem RKG, daß die zwei folgenden Prozesse gegen ihren Willen eingeleitet wurden und ohne ihre Zustimmung nicht um ihre Güter prozessiert werden kann. Außerdem verweist sie auf ihre Armut. Der Erzbischof von Köln interveniert gegen die Appellation, da es sich um einen Fall der Kriminalgerichtsbarkeit handele, der zur Arrestierung des Ehepaars und zur Aufkündigung des Geleits führte.
AA 0627, 5421 - S 2262/7714
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VIII: S-T
Reichskammergericht, Teil VIII: S-T >> 1. Buchstabe S
1730 - 1738 (1721 - 1731)
Enthaeltvermerke: Kläger: Ursula Schröders, (Kl.) Beklagter: Anton Schmitz, Statthalter in Bliesheim; als Intervenient der Erzbischofvon Köln, (Bekl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Helffrich 1731 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert Prokuratoren (Bekl.): für den Erzbischof: Lic. Franz Peter Jung [1723] 1730 - Subst.: Lic. Johann Leonard Krifft Prozeßart: Appellationis et mandati de relaxandis captivis et attentatorii, revocatorii, cassatorii, restitutorii et inhibitorii sine clausula Instanzen: 1. Kurköln. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Bonn (? - 1729) - 2. RKG 1730 - 1738 (1721 - 1731) Beweismittel: Quittung über den Empfang von 2 Rtlr. aus dem „armen Säkkel“, 1728 (Q 12). Besitzverzeichnis der Ursula Schröders, 1729 (Q 19). Beschreibung: 3,5 cm, 95 Bl., lose, Q 1-38, 4 Beilagen.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:15 AM CEST