Gutsarchiv Ermlitz (Bestand)
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H 65 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
1262 - 1929
Findhilfsmittel: Findbuch von 1962 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Ermlitz gehört zur Gemeinde Schkopau, Saalekreis, Sachsen-Anhalt.
Ermlitz gehörte im Spätmittelalter zur Burg Schkeuditz, die die Markgrafen von Meißen 1271 an die Bischöfe von Merseburg verkauften. Das sich im Spätmittelalter herausbildende Amt war Teil des Hochstifts Merseburg, das 1561 kursächsisches Nebenland wurde und 1657–1738 als Herzogtum Sachsen-Merseburg nochmals Eigenständigkeit erlangte. 1815 fiel Ermlitz mit dem größeren Teil des Amtes an Preußen und gehörte dort 1816–1945 zur Provinz Sachsen.
In Ermlitz wird 1563 ein vom Hochstift Merseburg zu Lehen gehendes Rittergut genannt, das die Patrimonialgerichtsbarkeit über das Dorf Ermlitz sowie weitere Rechte in Ennewitz, Maßlau, Röglitz, Rübsen und Wehlitz besaß. Als Inhaber erscheint Hieronymus (von) Bose. Seine zum alten Merseburger Stiftsadel zählende Familie, deren Vertreter schon 1484 als Gerichtsherren in Ermlitz genannte werden, verkaufte das Gut 1771 an den Hofrat und Leipziger Ratsherrn Dr. Heinrich Friedrich Innozenz Apel. Dessen Familie war mit der Fabrikation von ausgefallenen Seidenstoffen und Brokaten zu Vermögen gekommen. Für ihn und die nachfolgende Generation wurde das Rittergut zum bevorzugten Sommersitz, an dem zahlreiche bedeutende Vertreter der Romantik und der Gelehrenwelt wie Carl Maria von Weber, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Richard Wagner verweilten. Die Familie Apel blieb bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 im Besitz des Rittergutes.
Bestandsinformationen: Der Bestand enthält eine Sammlung von Urkunden und Handschriften fremder Provenienz, als deren Urheber der 1889 verstorbene Dr. Heinrich Apel gilt.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Registraturbildner: Ermlitz gehört zur Gemeinde Schkopau, Saalekreis, Sachsen-Anhalt.
Ermlitz gehörte im Spätmittelalter zur Burg Schkeuditz, die die Markgrafen von Meißen 1271 an die Bischöfe von Merseburg verkauften. Das sich im Spätmittelalter herausbildende Amt war Teil des Hochstifts Merseburg, das 1561 kursächsisches Nebenland wurde und 1657–1738 als Herzogtum Sachsen-Merseburg nochmals Eigenständigkeit erlangte. 1815 fiel Ermlitz mit dem größeren Teil des Amtes an Preußen und gehörte dort 1816–1945 zur Provinz Sachsen.
In Ermlitz wird 1563 ein vom Hochstift Merseburg zu Lehen gehendes Rittergut genannt, das die Patrimonialgerichtsbarkeit über das Dorf Ermlitz sowie weitere Rechte in Ennewitz, Maßlau, Röglitz, Rübsen und Wehlitz besaß. Als Inhaber erscheint Hieronymus (von) Bose. Seine zum alten Merseburger Stiftsadel zählende Familie, deren Vertreter schon 1484 als Gerichtsherren in Ermlitz genannte werden, verkaufte das Gut 1771 an den Hofrat und Leipziger Ratsherrn Dr. Heinrich Friedrich Innozenz Apel. Dessen Familie war mit der Fabrikation von ausgefallenen Seidenstoffen und Brokaten zu Vermögen gekommen. Für ihn und die nachfolgende Generation wurde das Rittergut zum bevorzugten Sommersitz, an dem zahlreiche bedeutende Vertreter der Romantik und der Gelehrenwelt wie Carl Maria von Weber, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Richard Wagner verweilten. Die Familie Apel blieb bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 im Besitz des Rittergutes.
Bestandsinformationen: Der Bestand enthält eine Sammlung von Urkunden und Handschriften fremder Provenienz, als deren Urheber der 1889 verstorbene Dr. Heinrich Apel gilt.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Laufmeter: 2
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
14.04.2025, 08:12 MESZ