E Rep. 200-99 Nachlass Walter Nicklitz (Bestand)
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E Rep. 200-99
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> E Nachlässe und personengeschichtliche Sammlungen >> E 1 Nachlässe und Personenfonds
Vorwort: 1. Biographie
Walter Nicklitz wurde am 28. November 1911 in Rixdorf als Sohn des Angestellten Georg Nicklitz und seiner Frau Josefa, geb. Nowack, geboren. Er besuchte von 1922 bis 1928 die Knabenmittelschule Neukölln, die er mit der Mittleren Reife abschloss. Im Mai 1927 trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend bei. Die Gesellenprüfung zum Maurer legte er am 2. Mai 1931 ab. Er trat der SPD bei, kämpfte in der Gruppe Neu beginnen gegen die Nationalsozialisten und wurde 1934 kurzzeitig verhaftet.
Seit dem 1. April 1935 studierte er an der Höheren Technischen Staatslehranstalt für Hoch- und Tiefbau in Berlin-Neukölln. Während der Semesterferien arbeitete er bei den Firmen Fa. Arthur Fiebig und Fa. Gebrüder Huber Eisenbetonbau. 1938 schloss er die Ausbildung mit der Abschlussprüfung als Ingenieur in der Hochbauabteilung ab und arbeitete im Architekturbüro A. Amstein & Dipl.-Ing. Schlüter.
Seit dem 1. Dezember 1938 war er bei der Treuhandstelle der Berliner Wohnungsunternehmen GmbH als Architekt tätig. Vom 15. Oktober 1939 bis zum 15. April 1940 verpflichtete man ihn als Architekt zur Bauleitung des Luftwaffen-Lazaretts Frohnau. Danach war er bei den deutschen Waffen- und Munitionswerken als Bauführer beschäftigt. 1941 heiratete er Charlotte Puschnus. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Klaus und Annette hervor. Vom 1. September 1941 bis 9. Februar 1942 war er erneut bei der Treuhandstelle tätig. Bei den neu gegründeten Alkett-Werken in Berlin-Spandau übernahm er ab dem 10. Februar 1942 die Stelle des Leiters der Bauabteilung. Ab 1943 wurde er von der Baugruppe Piepenburg als Architekt mit der Beseitigung der Fliegerschäden im Bereich der Alkett-Werke Spandau und der ehemaligen Trabrennbahn Ruhleben beauftragt.
In der im Mai 1945 neu gebildeten Stadtverwaltung übte Walter Nicklitz seit dem 18. Juni 1945 die Tätigkeit als Architekt mit künstlerischer Befähigung aus. Bis 1948 war er im Hauptamt für Hochbau tätig. Nach der Spaltung der Stadt wurde Walter Nicklitz 1949 von Ernst Reuter in dessen Magistrat als Baustadtrat berufen.
1951 ging er auf eigenen Wunsch als Bezirksstadtrat für Bau- und Wohnungswesen für die SPD in den Wedding, wo er 20 Berufsjahre der Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse widmete. Er begann mit dem Ausbau des Panke-Zuges, sorgte für die Anlegung von Grünflächen und Mietergärten und baute Kindergärten und Schulen. Zwischen 1959 und 1965 war er Stellvertretender Bürgermeister und zeitweise Mitglied des Abgeordnetenhauses.
Nach 1971 arbeitete er wieder als Architekt. Am 6. Dezember 1974 wurde ihm die Ernst-Reuter-Plakette verliehen und für seine Verdienste erhielt er am 11. März 1982 die Stadtältestenwürde. Er verstarb am 4. Oktober 1989 in Berlin. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Parkfriedhof Neukölln beigesetzt. Am 15. Juli 2005 wurde die große alte Eiche im Biergarten der Bürgermeister-Reuter-Stiftung auf den Namen Walter-Nicklitz-Eiche getauft.
2. Bestandsbeschreibung
Der Nachlass wurde dem Landesarchiv Berlin 1990 aus Privathand geschenkt.
Enthält:
Unterlagen aus der Abteilung Bau- und Wohnungswesen (Berichte, Schriftwechsel, Exposés, Zeitungsausschnitte).- Stadtplanung.- Geländebebauung nördliche Seestraße in Berlin-Wedding.- 7. Hauptausschusssitzung des Deutschen Städtetages in Berlin vom 10. März 1950.- Zeitungsausschnitt zum Tode von Walter Nicklitz 1989.
Erschlossen: 12 [AE] 0.30 [lfm]
Laufzeit:
1946 -
Walter Nicklitz wurde am 28. November 1911 in Rixdorf als Sohn des Angestellten Georg Nicklitz und seiner Frau Josefa, geb. Nowack, geboren. Er besuchte von 1922 bis 1928 die Knabenmittelschule Neukölln, die er mit der Mittleren Reife abschloss. Im Mai 1927 trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend bei. Die Gesellenprüfung zum Maurer legte er am 2. Mai 1931 ab. Er trat der SPD bei, kämpfte in der Gruppe Neu beginnen gegen die Nationalsozialisten und wurde 1934 kurzzeitig verhaftet.
Seit dem 1. April 1935 studierte er an der Höheren Technischen Staatslehranstalt für Hoch- und Tiefbau in Berlin-Neukölln. Während der Semesterferien arbeitete er bei den Firmen Fa. Arthur Fiebig und Fa. Gebrüder Huber Eisenbetonbau. 1938 schloss er die Ausbildung mit der Abschlussprüfung als Ingenieur in der Hochbauabteilung ab und arbeitete im Architekturbüro A. Amstein & Dipl.-Ing. Schlüter.
Seit dem 1. Dezember 1938 war er bei der Treuhandstelle der Berliner Wohnungsunternehmen GmbH als Architekt tätig. Vom 15. Oktober 1939 bis zum 15. April 1940 verpflichtete man ihn als Architekt zur Bauleitung des Luftwaffen-Lazaretts Frohnau. Danach war er bei den deutschen Waffen- und Munitionswerken als Bauführer beschäftigt. 1941 heiratete er Charlotte Puschnus. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Klaus und Annette hervor. Vom 1. September 1941 bis 9. Februar 1942 war er erneut bei der Treuhandstelle tätig. Bei den neu gegründeten Alkett-Werken in Berlin-Spandau übernahm er ab dem 10. Februar 1942 die Stelle des Leiters der Bauabteilung. Ab 1943 wurde er von der Baugruppe Piepenburg als Architekt mit der Beseitigung der Fliegerschäden im Bereich der Alkett-Werke Spandau und der ehemaligen Trabrennbahn Ruhleben beauftragt.
In der im Mai 1945 neu gebildeten Stadtverwaltung übte Walter Nicklitz seit dem 18. Juni 1945 die Tätigkeit als Architekt mit künstlerischer Befähigung aus. Bis 1948 war er im Hauptamt für Hochbau tätig. Nach der Spaltung der Stadt wurde Walter Nicklitz 1949 von Ernst Reuter in dessen Magistrat als Baustadtrat berufen.
1951 ging er auf eigenen Wunsch als Bezirksstadtrat für Bau- und Wohnungswesen für die SPD in den Wedding, wo er 20 Berufsjahre der Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse widmete. Er begann mit dem Ausbau des Panke-Zuges, sorgte für die Anlegung von Grünflächen und Mietergärten und baute Kindergärten und Schulen. Zwischen 1959 und 1965 war er Stellvertretender Bürgermeister und zeitweise Mitglied des Abgeordnetenhauses.
Nach 1971 arbeitete er wieder als Architekt. Am 6. Dezember 1974 wurde ihm die Ernst-Reuter-Plakette verliehen und für seine Verdienste erhielt er am 11. März 1982 die Stadtältestenwürde. Er verstarb am 4. Oktober 1989 in Berlin. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Parkfriedhof Neukölln beigesetzt. Am 15. Juli 2005 wurde die große alte Eiche im Biergarten der Bürgermeister-Reuter-Stiftung auf den Namen Walter-Nicklitz-Eiche getauft.
2. Bestandsbeschreibung
Der Nachlass wurde dem Landesarchiv Berlin 1990 aus Privathand geschenkt.
Enthält:
Unterlagen aus der Abteilung Bau- und Wohnungswesen (Berichte, Schriftwechsel, Exposés, Zeitungsausschnitte).- Stadtplanung.- Geländebebauung nördliche Seestraße in Berlin-Wedding.- 7. Hauptausschusssitzung des Deutschen Städtetages in Berlin vom 10. März 1950.- Zeitungsausschnitt zum Tode von Walter Nicklitz 1989.
Erschlossen: 12 [AE] 0.30 [lfm]
Laufzeit:
1946 -
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ