Kurt Schatter (Bestand)
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SCHATT
BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung - Archiv (Archivtektonik) >> A. Historisches Archiv >> Nachlässe, Teilnachlässe und Personenfonds
Bestandsbeschreibung: Kurt Schatter (geb. 24.12.1881, gest. 23.03.1962) war schulpolitisch und als Pädagoge aktiv. Seine pädagogische Laufbahn begann 1986 mit dem Lehrerseminar in Zschopau, welches er 1902 abschloss. Daraufhin arbeitete er als Hilfslehrer in Zschopau, sowie ab 1905 als Lehrer in Chemnitz. Danach studierte er 1904 und 1907 an der Universität Leipzig. Seit 1907 war er vier Jahre an der Redaktion an der Allgemeinen Deutschen Lehrerzeitung beteiligt. 1911 begründete Schatter die Chemnitzer Schüler-Ferienwanderungen, die Chemnitzer Volkshochschule, sowie den Bund der Festbesoldeten in Chemnitz. Zudem war er Mitarbeiter des Pädagogischen Jahresberichts, wobei er sich mit der Entwicklungsgeschichte der Schule in Deutschland befasste. Ab 1917 war Schatter Leiter des Kinderwalderholungsheimes in Chemnitz. In dieser Phase befasste er sich mit den Zusammenhängen der Verbreitung der Tuberkulose im Raum Chemnitz, sowie mit der Geschichte des Chemnitzer Armenwesens. Zu 1920 wurde Schatter zum Stadtrat des Jugend- und Volkswohlfahrtsamtes in Chemnitz berufen. Dabei wurde durch sein Zutun das erste große Seekinderheim auf Rügen geschaffen. So wurde er für drei Jahre Leiter der Einrichtungen, welche später in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) umgewandelt und vom sächsischen Ministerium übernommen wurden. Zusätzlich war er Vorsitzender der Vereinigung großstädtischer Jugendämter und der Vereinigung der Wohlfahrtsämter der mitteldeutschen Städte in Kassel-Königsberg. 1933 wurde Schatter aufgrund des Berufsbeamtengesetzes pensioniert, da er eine Annäherung an die Nationalsozialisten ablehnte. Darauf zog er 1934 nach Berlin um den kranken Adolf Damaschke zu unterstützen. Beide arbeiteten seit 1904 eng wegen der Bodenreform zusammen. Nachdem der Bund in Richtung Nationalsozialisten tendierte, löste sich Schatter vollständig vom Bund. Ab 1935 begann er ein Studium der ”Büchereien und Museen“ und bildete sich auch literarisch, geschichtlich und kunsthistorisch weiter. Währenddessen arbeitete Schatter eng mit Personen wie Carl Friedrich Goerdeler, Dr. Leutke und Bruno Ehrhardt im Widerstand zusammen. Ersteren versteckte er bei sich, als dieser von der Gestapo gesucht wurde. Nach Goerdelers Enttarnung und Hinrichtung wurde auch Schatter verhaftet. Die russische Armee und seine Familie konnten ihn vor der drohenden Hinrichtung retten. Nach seiner Befreiung arbeitete er in der Zentralverwaltung für Volksbildung als Hauptreferent. Weitere Informationen über seinen Werdegang sind unbekannt.
Eine genaue Angabe für den Zeitpunkt der Übernahme der Unterlagen in das Archiv ist nicht überliefert. Eine Ausnahme bildet ein Erinnerungsbuch von Kurt Schatter, welches dem Archiv der BBF im Jahr 2016 übergeben wurde.
Der Nachlass enthält Unterlagen zur Dittesforschung, einen Lebenslauf von Schatter, sowie Ausarbeitungen zur Schulpolitik und Jugendfürsorge. Zudem sind Unterlagen zur Schulreform der sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR, sowie eine persönliche Schilderung der Flucht Carl Goerdelers im Juli 1944 und weitere Unterlagen zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten zu finden.
Die Erschließung erfolgte nach den Regeln für die Erschließung von Nachlässen und Autographen (RNA) in der Archivdatenbank.
Weiterführende Archivalien:
FOTO 2890, Fotosammlung, Archiv der BBF des DIPF
Nachlass Gertrud Rosenow, Archiv der BBF des DIPF
Ministerium des Innern 10736 Nr. 17225, Sächsische Staatsarchiv Dresden
Polizeipräsidium Leipzig - Bund der Festbesoldeten, 20031 Nr.PP-V3027, Sächsische Staatsarchiv Dresden
Quelle:
DIPF/BBF/Archiv: Nachlass Kurt Schatter, SCHATT 1
Eine genaue Angabe für den Zeitpunkt der Übernahme der Unterlagen in das Archiv ist nicht überliefert. Eine Ausnahme bildet ein Erinnerungsbuch von Kurt Schatter, welches dem Archiv der BBF im Jahr 2016 übergeben wurde.
Der Nachlass enthält Unterlagen zur Dittesforschung, einen Lebenslauf von Schatter, sowie Ausarbeitungen zur Schulpolitik und Jugendfürsorge. Zudem sind Unterlagen zur Schulreform der sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR, sowie eine persönliche Schilderung der Flucht Carl Goerdelers im Juli 1944 und weitere Unterlagen zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten zu finden.
Die Erschließung erfolgte nach den Regeln für die Erschließung von Nachlässen und Autographen (RNA) in der Archivdatenbank.
Weiterführende Archivalien:
FOTO 2890, Fotosammlung, Archiv der BBF des DIPF
Nachlass Gertrud Rosenow, Archiv der BBF des DIPF
Ministerium des Innern 10736 Nr. 17225, Sächsische Staatsarchiv Dresden
Polizeipräsidium Leipzig - Bund der Festbesoldeten, 20031 Nr.PP-V3027, Sächsische Staatsarchiv Dresden
Quelle:
DIPF/BBF/Archiv: Nachlass Kurt Schatter, SCHATT 1
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2025, 7:50 AM CEST