Reichskommissar für das Ostland (Bestand)
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BArch R 90
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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Auswärtiges, Kolonial- und Besatzungsverwaltung >> Besatzungsverwaltung
1930 bis 1945
Geschichte des Bestandsbildners: Am 17. Juli 1941 Einrichtung durch Führer-Erlass (R 43 II/685 a) als oberste Instanz der Zivilverwaltung im Geschäftsbereich des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete mit Sitz in Riga unter Leitung des Gauleiters und Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein Hinrich Lohse; Untergliederung in die früheren Freistaaten bzw. Sowjetrepubliken Estland, Lettland, Litauen und Weißrussland ("Weißruthenien", bis zur Herauslösung im Juni 1944), die als Generalkommissariate organisiert wurden; im Zuge des Rückzugs der Wehrmacht seit Sommer 1944 schrittweise Zurückverlegung, zuletzt nach Frankfurt/Oder; am 24. Jan. 1945 Auflösung und Übertragung der verbliebenen Aufgaben auf das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete.
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Im Zuge der Rückzugs- und Räumungsmaßnahmen wurde ein Großteil der Akten des RKO - wesentliche Verschluss- bzw. Geheimakten wurden kurz vor der Räumung vernichtet - ins Reich verlagert, ein Teil gelangte in das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, wo sie der amerikanischen Besatzungsmacht in die Hände fielen. Diese Akten wurden im Rahmen der Beschlagnahme deutscher Akten in die USA gebracht und von der American Historical Association, Committee for the Study of War Documents teilweise verfilmt23. Das National Archives in Washington gab die Akten der Zivilverwaltungsbehörden des Ostlandes in den Jahren 1962/63 an das Bundesarchiv ab. Das in Riga und in der Ausweichstelle Libau verbliebene Schriftgut dürfte sich heute in Archiven der Sowjetunion befinden. Eine im Yivo Institute, New York, vorhandene kleine Aktenüberlieferung konnte als Mikrofilm vom Bundesarchiv erworben werden. Die davon hergestellten Rückvergrößerungen sind in den hiesigen Bestand eingearbeitet worden.
Der in das Bundesarchiv gelangte Aktenbestand ist nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Aktenmenge. Die meisten hier befindlichen Akten sind nur bis Juli/August 1944 fortgeführt, nur wenige Bände, einige Akten des Chefbüros oder Handakten Lohses, die in den Ausweichstellen weitergeführt wurden, belegen die Zeit bis zur Auflösung der Behörde des RKO Anfang 1945. Archivische Bewertung und Bearbeitung
Nach der Wiedervereigung Deutschlands erfolgte die Zusammenführung des im Bundesarchiv Koblenz überlieferten größeren Teils des Bestandes (R 90) mit dem weitaus weniger umfangreichen Bestand (11.03) des Zentralen Staatsarchivs Potsdam. Im Jahre 2007 wurde die Überlieferung durch 289 Personalakten des Reichskommissariats für das Ostland aus dem sogenannten "NS-Archiv" des ehemaligen MfS ergänzt.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Die an das Bundesarchiv abgegebenen Akten bildeten bei der Übernahme, mit Akten anderer Provenienzen vermischt, ein Konglomerat, das erst sortiert und zugleich num‧meriert werden musste. Der Bestand wurde im Jahre 1977 geordnet und verzeichnet und trotz der Überlieferungslücken im wesentlichen in Anlehnung an die Organisationsstruktur der Behörde klassifiziert.
Kassiert wurden nur Akten der Dienststellenverwaltung, Wochenstatistiken, Mehrfachüberlieferungen veröffentlichter Anordnungen und Doppelstücke.
Da die vorläufige Nummerierung der Akten große Leernummer-Lücken bei der Neugliederung bewirkte und bei einem späteren Zugang Doppelnummern vergeben worden waren, sind die Bände noch einmal fortlaufend neu nummeriert worden. Eine entsprechende Konkordanz gewährleistet das Auffinden der Bände mit Hilfe der alten Signaturen.
Nach der Wiedervereigung Deutschlands erfolgte die Zusammenführung des im Bundesarchiv Koblenz überlieferten größeren Teils des Bestandes (R 90) mit dem weitaus weniger umfangreichen Bestand (11.03) des Zentralen Staatsarchivs Potsdam. Im Jahre 2007 wurde die Überlieferung durch 289 Personalakten des Reichskommissariats für das Ostland aus dem sogenannten "NS-Archiv" des ehemaligen MfS ergänzt. Aus technischen Gründen konnten diese Akten zur Zeit noch nicht in das Online-Findbuch aufgenommen werden.
Die im Bundesarchiv Koblenz und Zentralen Staatsarchiv Potsdam verzeichneten Erschließungsdaten wurden im Bundesarchiv im Jahre 2007 in die Datenbank integiert und hier für die Erschließung des Online-Findbuches bearbeitet.
Inhaltliche Charakterisierung: Die Akten der Abteilungen Raumordnung, Jugend, Frauen, Gesundheit und Volkspflege dürften ziemlich vollständig überliefert sein, während die besonders wichtigen Bereiche Politik, Propaganda, Finanzen, Verwaltung und Wirtschaft nur in wenigen Bänden belegt sind.
Von größerem Wert sind die wenigen restlichen Bände des Chefbüros bzw. die Handakten Lohse, die Aufschluss über den Aufbau, die Tätigkeit und den Abzug der deutschen Zivilverwaltung im Ostland geben.
Erschließungszustand: Findbuch (1981), Online-Findbuch 2008
Zitierweise: BArch R 90/...
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Im Zuge der Rückzugs- und Räumungsmaßnahmen wurde ein Großteil der Akten des RKO - wesentliche Verschluss- bzw. Geheimakten wurden kurz vor der Räumung vernichtet - ins Reich verlagert, ein Teil gelangte in das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, wo sie der amerikanischen Besatzungsmacht in die Hände fielen. Diese Akten wurden im Rahmen der Beschlagnahme deutscher Akten in die USA gebracht und von der American Historical Association, Committee for the Study of War Documents teilweise verfilmt23. Das National Archives in Washington gab die Akten der Zivilverwaltungsbehörden des Ostlandes in den Jahren 1962/63 an das Bundesarchiv ab. Das in Riga und in der Ausweichstelle Libau verbliebene Schriftgut dürfte sich heute in Archiven der Sowjetunion befinden. Eine im Yivo Institute, New York, vorhandene kleine Aktenüberlieferung konnte als Mikrofilm vom Bundesarchiv erworben werden. Die davon hergestellten Rückvergrößerungen sind in den hiesigen Bestand eingearbeitet worden.
Der in das Bundesarchiv gelangte Aktenbestand ist nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Aktenmenge. Die meisten hier befindlichen Akten sind nur bis Juli/August 1944 fortgeführt, nur wenige Bände, einige Akten des Chefbüros oder Handakten Lohses, die in den Ausweichstellen weitergeführt wurden, belegen die Zeit bis zur Auflösung der Behörde des RKO Anfang 1945. Archivische Bewertung und Bearbeitung
Nach der Wiedervereigung Deutschlands erfolgte die Zusammenführung des im Bundesarchiv Koblenz überlieferten größeren Teils des Bestandes (R 90) mit dem weitaus weniger umfangreichen Bestand (11.03) des Zentralen Staatsarchivs Potsdam. Im Jahre 2007 wurde die Überlieferung durch 289 Personalakten des Reichskommissariats für das Ostland aus dem sogenannten "NS-Archiv" des ehemaligen MfS ergänzt.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Die an das Bundesarchiv abgegebenen Akten bildeten bei der Übernahme, mit Akten anderer Provenienzen vermischt, ein Konglomerat, das erst sortiert und zugleich num‧meriert werden musste. Der Bestand wurde im Jahre 1977 geordnet und verzeichnet und trotz der Überlieferungslücken im wesentlichen in Anlehnung an die Organisationsstruktur der Behörde klassifiziert.
Kassiert wurden nur Akten der Dienststellenverwaltung, Wochenstatistiken, Mehrfachüberlieferungen veröffentlichter Anordnungen und Doppelstücke.
Da die vorläufige Nummerierung der Akten große Leernummer-Lücken bei der Neugliederung bewirkte und bei einem späteren Zugang Doppelnummern vergeben worden waren, sind die Bände noch einmal fortlaufend neu nummeriert worden. Eine entsprechende Konkordanz gewährleistet das Auffinden der Bände mit Hilfe der alten Signaturen.
Nach der Wiedervereigung Deutschlands erfolgte die Zusammenführung des im Bundesarchiv Koblenz überlieferten größeren Teils des Bestandes (R 90) mit dem weitaus weniger umfangreichen Bestand (11.03) des Zentralen Staatsarchivs Potsdam. Im Jahre 2007 wurde die Überlieferung durch 289 Personalakten des Reichskommissariats für das Ostland aus dem sogenannten "NS-Archiv" des ehemaligen MfS ergänzt. Aus technischen Gründen konnten diese Akten zur Zeit noch nicht in das Online-Findbuch aufgenommen werden.
Die im Bundesarchiv Koblenz und Zentralen Staatsarchiv Potsdam verzeichneten Erschließungsdaten wurden im Bundesarchiv im Jahre 2007 in die Datenbank integiert und hier für die Erschließung des Online-Findbuches bearbeitet.
Inhaltliche Charakterisierung: Die Akten der Abteilungen Raumordnung, Jugend, Frauen, Gesundheit und Volkspflege dürften ziemlich vollständig überliefert sein, während die besonders wichtigen Bereiche Politik, Propaganda, Finanzen, Verwaltung und Wirtschaft nur in wenigen Bänden belegt sind.
Von größerem Wert sind die wenigen restlichen Bände des Chefbüros bzw. die Handakten Lohse, die Aufschluss über den Aufbau, die Tätigkeit und den Abzug der deutschen Zivilverwaltung im Ostland geben.
Erschließungszustand: Findbuch (1981), Online-Findbuch 2008
Zitierweise: BArch R 90/...
Reichskommissar für das Ostland (RKO), 1930-1945
773 Aufbewahrungseinheiten
Archivbestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (R 6)
Gebietskommissare im Ostland (R 91)
Generalkommissar in Riga (R 92)
Generalkommissar Weißruthenien (R 93)
Reichskanzlei (R 43 II)
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (R 55)
Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (NS 30)
Reichsministerium der Finanzen (R 2)
Amtliche Druckschriften: Verkündigungsblatt, ab 1942: Verordnungsblatt des Reichskommissars für das Ostland. Jg. 1942-1944. Riga 1942-1944 [RD 206/1, BA: AX 5704].
Amtlicher Anzeiger des Reichskommissars für das Ostland. Jg. 1942-1944 Riga 1943-1944 [RD 206/2, BA: AX 5705].
Literatur: Bräutigam, Dr. Otto Überblick über die besetzten Ostgebiete,
Tübingen 1954
Dallin, Alexander Deutsche Herrschaft in Russland,
Düsseldorf 1958
Handrack, H. D. Das Reichskommissariat Ostland,
Scheden
Myllyniemi, S. Die Neuordnung der baltischen Länder 1941 -
1944, Helsinki 1973
Reitlinger, Gerald Ein Haus auf Sand gebaut,
Hamburg 1973
Meyer, Dr. Alfred Das Recht der besetzten Ostgebiete,
München und Berlin 1943
Wittrock, Hugo Erinnerungen,
Lüneburg 1979
Fleischhauer, Ingeborg Das Dritte Reich und die Deutschen in der Sowjetunion,
Stuttgart 1983
Gebietskommissare im Ostland (R 91)
Generalkommissar in Riga (R 92)
Generalkommissar Weißruthenien (R 93)
Reichskanzlei (R 43 II)
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (R 55)
Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (NS 30)
Reichsministerium der Finanzen (R 2)
Amtliche Druckschriften: Verkündigungsblatt, ab 1942: Verordnungsblatt des Reichskommissars für das Ostland. Jg. 1942-1944. Riga 1942-1944 [RD 206/1, BA: AX 5704].
Amtlicher Anzeiger des Reichskommissars für das Ostland. Jg. 1942-1944 Riga 1943-1944 [RD 206/2, BA: AX 5705].
Literatur: Bräutigam, Dr. Otto Überblick über die besetzten Ostgebiete,
Tübingen 1954
Dallin, Alexander Deutsche Herrschaft in Russland,
Düsseldorf 1958
Handrack, H. D. Das Reichskommissariat Ostland,
Scheden
Myllyniemi, S. Die Neuordnung der baltischen Länder 1941 -
1944, Helsinki 1973
Reitlinger, Gerald Ein Haus auf Sand gebaut,
Hamburg 1973
Meyer, Dr. Alfred Das Recht der besetzten Ostgebiete,
München und Berlin 1943
Wittrock, Hugo Erinnerungen,
Lüneburg 1979
Fleischhauer, Ingeborg Das Dritte Reich und die Deutschen in der Sowjetunion,
Stuttgart 1983
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ