56
A III 16 Sammlung Roosen (Rosen)
Sammlung Roosen (Rosen) >> Altes Gerichtsarchiv Hüls, Urkunden (Verzeichnung Deilmann)
1725
Regest: Hubert Luschen und Albert Henrichs, Schöffen zu Orbroich, ferner die Schöffen Sander Fruehen, Henrich Buhlerts, Hendrich Ferbers, Dirrich Schwirtz, Konrad Evertz und Henrich Kaufmans sowie Jakob Posteren, Derrich Stieger, Konrad Geneigen, Mattheis Kauertz, Derich Feners, Theiß Peilters, Konrad Vinnikel, Henrich Darder, Goerdt Ferlings, Wilhelm Lemmen, Derich Heußkes, Hendrich Hoefer, Henrich Bucker, Johann Davids, Michel Leifges, Christian Porth und Peter Baums, Eingesessene der Honschaften Orbroich und Benrad sowie der Herrlichkeit Hüls, schließen einen Vergleich. Untertanen in Hüls haben aus den beiden Honschaften mehrere Morgen Ackerland an sich gebracht, die sie fortlaufend bebauen, ohne aber die darauffallenden Abgaben zu enrichten. Es sind zwar deswegen 1694 und 1708 Abmachungen getroffen, aber die Mißhelligkeiten dadurch nicht behoben worden. Vielmehr haben die Honschaftsbewohner etliche tausend Taler leihen müssen, um die Lasten von jenen Ländereien begleichen zu können. Nachdem vor Jahren wiederum ein Rechtsstreit bei der kurkölnischen Hofkanzlei entstanden ist, die am 29. Juli 1724 die Herrlichkeit Hüls verpflichtete, von den umstrittenen Ländereien die gleichen Abgaben wie die Honschaften zu leisten, hat man sich folgendermaßen verständigt: Hüls soll den in den verflossenen Jahren noch nicht gezahlten Schatz entrichten und künftig der Schatzfuß gleich in Orbroich und Benrad sein. Dagegen zahlen die beiden Honschaften einmalig an die Herrlichkeit Hüls den Betrag von 1400 Talern Kempener Währung als Ausgleich für Abgaben, die Hüls wegen jener Ländereien auferlegt worden sind. Fortan sollen von diesen Parzellen keine anderen Abgaben als die vom Kurfürsten nach dem Simpelfuß angeforderten entrichtet werden, auch keine Einquartierungslasten oder sonstige nachbarlichen Verpflichtungen. Was aber künftig von Eingesessenen aus Hüls erworben wird, bleibt zu allen Steuern und Abgaben, auch wenn sie in Natura zu entrichten sind, verbunden. Den erwähnten rückständigen Schatz soll Hüls in drei Terminen, an den Martinsfesten der Jahre 1725, 1726 und 1727, erlegen, wogegen die Honschaften die ihnen auferlegten 1400 Taler, wenn der gesamte Schatz gezahlt ist, sogleich entrichten. Die im letzten Rechtsstreit beiderseits aufgewandten Kosten werden als abgegolten angesehen. Actum Hüls (1725 Juli 7)^pOr. Pap.
Urkunden
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:23 MEZ