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A03-Bestand Hörbild und Feature (Bestand)
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Bereits 1949, im Gründungsjahr des Bayerischen Rundfunks, gab es ein eigenes Referat Hörbild innerhalb der Abteilung Zeitfunk unter der Hauptabteilung Politik und Wirtschaft. Im Organigramm aus dem Jahr 1954 erscheint das Referat Hörbild anders als im Jahr 1949 innerhalb der Hauptabteilung Kultur und Erziehung. Die Widersprüche hinsichtlich der Organisation aus den Anfangsjahren des Bayerischen Rundfunks erklären sich damit, dass die Formalstruktur zunächst noch nicht so klar festgelegt war. Am 1. Dezember 1955 wurde schließlich die Selbstständige Abteilung Hörbild geschaffen. Ihr Leiter war bis 1963 Alois Fink, der gleichzeitig als Stellvertreter des Chefredakteurs Walter von Cube fungierte. Alois Fink wurde am 19. Februar 1920 geboren, von 1963 bis 1965 war er Leiter des Fernsehstudios Rom, anschließend von Kultur und Sonderaufgaben, von 1973 bis zu seinem Ruhestand 1980 leitete er die Hauptabteilung Kultur im Hörfunk. Alois Fink arbeitete bereits seit 1947 bei Radio München und übernahm später die Leitung des Zeitfunks sowie die Entwicklung der Abteilung Hörbild. Zur Selbstständigen Abteilung Hörbild gehörten die einzelnen Abteilungen Feature, Hörbild Inland und Hörbild Ausland. Die Abteilung Hörbild wurde ursprünglich für "Sonderaufgaben und für Programmlücken auf allen Gebieten" konzipiert, die Sendungen deckten demzufolge eine Vielzahl unterschiedlichster Themen ab. Margit Wagner [geb. 5.7.1911, gest. 20.9.2003, langjährige Leiterin der Abteilung Hörbild, Autorin und Regisseurin vieler BR-Fernsehproduktionen] beschrieb am 8. November 1953 in der Sendereihe "Der Funk und seine Hörer", in der sich die einzelnen Abteilungen des Bayerischen Rundfunks vorstellten, das Profil eines Hörbilds folgendermaßen:
"Wir [...] versuchen, aus Reportagen und Gesprächen, aus Texten und Musik ein Bild zusammenzufügen; das Bild einer Landschaft z.B., oder einer Stadt, oder etwa eines Hauses und seiner Bewohner."
Bei diesen Bildern konnte es sich um vertraute aber auch unbekannte Kulturen, Regionen und Themen handeln, die in den einzelnen Sendungen betrachtet wurden. Im Jahr 1963 wurde die Abteilung Hörbild in die Hauptabteilung Kultur und Erziehung eingegliedert, die Leitung übernahm Wilfrid Feldhütter, der bereits im Jahr 1929 angefangen hatte, für die Deutsche Stunde in Bayern zu arbeiten [geb. 2.8.1904, gest. 28.6.2000, Dramaturg und Autor, arbeitete von 1929 bis 1969 für den Bayerischen Rundfunk]. Im Jahr 1967 spaltete sich die Abteilung Hörbild in die Abteilung Hörbild und Feature sowie in die Abteilung Land und Leute auf. Leiter der Abteilung Hörbild und Feature wurde Reinhard Wilhelm Schmidt [geb. 4.9.1929, gest. 4.3.1983, arbeitete vom 1.8.1957 bis zu seinem überraschenden Tod für den Bayerischen Rundfunk], Leiter der Abteilung Land und Leute wurde der bisherige Leiter der Abteilung Hörbild, Wilfrid Feldhütter. Das Konzept der Abteilung Hörbild und Feature wurde im Sommerprogramm des Bayerischen Rundfunks 1967 folgendermaßen beschrieben:
"Interessante Nachrichten und Begebenheiten, dramatische Szenen und Kommentare, dokumentarische Bandaufnahmen von Stimmen und Geräuschen, Musik - : das Hörbild versucht, diese Elemente mit Hilfe der technischen Möglichkeiten des Funks zu montieren, um möglichst anschaulich und unmittelbar von Ereignissen und Situationen in aller Welt zu berichten. Hörbild - ein authentisches Hörspiel ohne literarischen Ehrgeiz: für seine besonders komplizierte und anspruchsvolle Form hat sich bei uns auch die amerikanische Bezeichnung "Feature" eingebürgert."
Nach der Teilung der Hauptabteilung Kultur und Erziehung am 15. Februar 1973 in die Hauptabteilungen Erziehung und Gesellschaft sowie Hauptabteilung Kultur wurde Hörbild und Feature der HA Kultur zugeordnet. Die Leitung der Hauptabteilung Kultur übernahm Alois Fink, Leiter der Abteilung Hörbild und Feature blieb Reinhard Wilhelm Schmidt. Ab dem 1. Januar 1984 wurde Oliver Böck mit der Leitung der Abteilung Hörbild und Feature betraut, bis er am 30. November 2007 in den Ruhestand ging. Am 1. Januar 1996 erfolgte die Eingliederung von Hörbild und Feature in die neu geschaffene Hauptabteilung Radiophone Produktionen unter der Leitung von Christoph Lindenmeyer, bisheriger Hörspielchef des Bayerischen Rundfunks. Von 1997 bis 1999 gehörte die Abteilung zur Hauptabteilung Spiel, Familie, Jugend, ab dem 1. März 1999 wieder zu Hauptabteilung Kultur. Am 1. Januar 2006 wurden die Redaktionen Land und Leute sowie die Redaktion Hörbild und Feature schließlich wieder zusammengefasst und heißen von da an Abteilung Hörbild und Feature. Nach dem Ausscheiden von Oliver Böck wurde Helga Montag, bisherige Leiterin der Regionalredaktion München, am 1. Dezember 2007 seine Nachfolgerin.
Sendereihen und Bestand
Noch vor der offiziellen Gründung der Redaktion gab es seit 1948 die regelmäßige Sendereihe "Das offene Fenster", anfangs noch unter dem Titel "Das offene Fenster - Geschichten von Unterwegs". Dabei handelte es sich um Reisefeuilletons aus aller Welt, die 15 Minuten dauerten und den persönlichen Blick der Autorinnen und Autoren widerspiegeln sollten. 1974 wurde die Reihe in "Unterwegs" umbenannt und lief bis 1998. 1949 starteten die einstündigen (Haupt)sendungen der Redaktion, die wöchentlich ausgestrahlt wurden: in den ersten beiden Jahrzehnten unter dem Titel Hörbilder Ausland. Der Name wurde 1968 umbenannt in Hörbild und Feature, 1998 wieder in Hörbilder und 2003 in radioFeature. In den Sendungen werden geographische, kulturelle, biographische und historische Themen behandelt, von der Kulturgeschichte der Taube, über die Religion der Azteken, bis hin zur Kulturgeschichte des Granatapfels oder der Geschichte der Buren in Südafrika. Zu den Autorinnen und Autoren - vor allem der ersten Jahrzehnte - gehörten Journalisten und Literaten, wie zum Beispiel Reinhard Raffalt, Klaus Stephan, Egon Larsen, Margit Wagner, Alois Fink, Hans Magnus Enzensberger, Alfred Andersch, Carl Amery, Milo Dor, Peter Bamm, James Krüss, Hans-Werner Richter, Gerhard Aberle, Eckart Peterich, Ekkehard Kühn oder Hubert von Ranke. Das Findbuch über diesen Teilbestand von 1949 bis 2003 beinhaltet Produktions- und Sendeunterlagen: Manuskripte, Sendepässe, Programmkosten, Produktionsmitteilungen, Laufpläne. Erfasst wurden in der Datenbank FAUST Autorinnen und Autoren, Sendetitel, Sendedatum und bei den jüngeren Akten die Produktionsnummer. Bei fehlenden Manuskripten ist dies vermerkt. Die Produktionsdaten sind ebenfalls über einen Sendetitelindex (S. 174) und einen Personenindex (S. 160) recherchierbar.
Eine berühmte langjährige Sendereihe startete 1951: "Diese unsere Welt". Die Sonntagssendungen, die aus der Reihe "Unsere Volkshochschule" hervorgegangen waren, berichteten über alle Gebiete der Naturwissenschaften, der Kultur- und Geistesgeschichte ebenso wie über Lebensbilder großer Persönlichkeiten. Diese unsere Welt wurde seit 1951 von verschiedenen Redaktionen verantwortet. Bis 1953 gehörte die Sendereihe zu Kultur und Erziehung, von 1953 bis 1955 war keine Abteilung angegeben. 1955 wurde sie der Abteilung Hörbild zugeordnet, 1963 bis 1979 war sie bei der Redaktion Kulturkritik. Von 1979 bis 1983 gehörte Diese unsere Welt zu Hörbild und Feature, von 1984 bis 1989 zur Literatur und von 1989 bis 2003 erneut zu Hörbild und Feature. Die letzte Sendung der Reihe lief am 29. Juni 2003 und hatte den Titel "Abschiede - Trennung und Vergänglichkeit in der Literatur". Die Erschließung dieser Reihe aus den Jahren 1951 bis 2003 wird Inhalt eines gesonderten Findbuchs sein.
Regelmäßige Sendereihen der Redaktion Hörbild bzw. Hörbild und Feature in den 1960er und 1970er Jahren hießen "Traute Abendstunde", ein "Magazin für Herzensbildung", moderiert von Franz-Leopold von Glischka, das alle sechs Wochen am Donnerstagabend im 1. Programm zu hören war. Hierzu sind im Historischen Archiv Manuskripte aus den Jahren 1963 bis 1969 vorhanden, aber nicht tiefer erschlossen. Die andere Reihe lief unter dem Titel "Das Herrenmagazin" und bot Plaudereien nur für ihn. Hier handelte es sich - laut Sommerprogramm 1967 - um eine Sendung für Männer, die zu später Stunde modischen Firlefanz, Krimis, Chansons und einen guten Tropfen schätzen. Hierzu sind 14 Aktenordner aus den Jahren 1966 bis 1979 erhalten. Diese beiden regelmäßigen Sendungen ebenso wie die Reihen "Das offene Fenster/Unterwegs" (1948 bis 1998), "Geschichte und Geschichten" (1982 bis 2003) sowie sonstige Einzelakten werden im Teil II der Findbücher zum Bestand Hörbild und Feature aufgelistet, der zurzeit bearbeitet wird.
Gegenwärtig betreut die Redaktion Hörbild und Feature die Sendereihen radioFeature (seit 2003), radioZeitreisen (Nachfolgesendung von Geschichte und Geschichten seit 2003), Bayerisches Feuilleton (seit 2005) sowie Land und Leute und radioReisen. Zur Sendereihe Land und Leute existieren bereits drei Findbücher über die Sendeunterlagen von 1948 bis 2004 sowie den Schriftwechsel von 1954 bis 1997.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.