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Epilog
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Der Epilog lautet wie folgt: // Sie haben uns herausgeschickt, die Jüngsten, / Zum neuen Jahr ein freundlich Wort / An euch zu bringen. Kinder, sagen sie, / Gefallen immer, rühren immer ; geht, / Gefallt und rührt! Das möchten denn die Alten, / Die nun dahinten stehen, auch so gern / Und wollen hören ob es uns gelingt. // Wir haben euch bisher von Zeit zu Zeit / Gefallen, und ihr habt es uns gezeigt; / Das hat uns sehr erfreut und aufgemuntert. / Doch haben leider wir von Zeit zu Zeit / Euch auch mißfallen; das hat uns betrübt / Und angefeuert. Denn man strebet fast / Viel stärker, zu gefallen, wenn man einmal / Mißfallen hat, als wenn man stets gefällt / Und endlich denkt, man müsse nur gefallen. / Drum bitten wir vor allen Dingen, / Was ihr bisher so gütig uns gegönnt: / Aufmerksamkeit; dann, euern Beifall öfter, / Als wir ihn eben ganz verdienen mögen; / Denn wenn ihr schweigt, das ist das Allerschlimmste, / Was uns begegnen kann. // Und weil denn endlich hier nur von Vergnügen / Die Rede wäre, wünschen wir euch allen / Zu Hause jedes Glück, das unser Herz / Aus seinen Banden löst und es eröffnet: / Die schöne Freude, die uns Häuslichkeit / Und Liebe, Freundschaft und Vertraulichkeit / Gewähren mögen, hab‘ uns auch das Glück / Hoch oder tief gestellt, viel oder wenig / Begünstigt; denn die allerhöchste Freude / Gewähren jene Güter die uns allen / Gemein sind, die wir nicht veräußern, nicht / Vertauschen können, die uns niemand raubt, / An die uns eine gütige Natur / Ein gleiches Recht gegeben und dies Recht / Mit stiller Macht und Allgewalt bewahrt. // So seid denn alle zu Hause glücklich! / Väter, Mütter, Töchter, Söhne, Freunde, / Verwandte, Gäste, Diener, liebt euch, / Vertragt euch ! Einer sorge für den andern ! / Dies schöne Glück, es raubt es kein Tyrann; / Der beste Fürst vermag es nicht zu geben. // Und so gesinnt, besuchet dieses Haus / Und sehet wie vom Ufer manchem Sturm / Der Welt und wilder Leidenschaften zu. / Genießt das Gute, was wir geben können, / Und bringet Mut und Heiterkeit mit euch; / Und richtet dann mit freiem, reinem Blick / Uns und die Dichter. Bessert sie und uns! / Und wir erinnern uns in späten Jahren / Mit Dank und Freude dieser schönen Zeit. // (In: Goethes sämtliche Werke. Neu durchgesehene und ergänzte Ausgabe in sechsunddreißig Bänden. Mit Einleitungen von Karl Goedeke. Stuttgart, 1866-1868. Bd. 4. S. 248f.)