Central-Ausschuss, Referat Propagandadienst (Bestand)
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CA / PD
Archiv für Diakonie und Entwicklung (Archivtektonik) >> Zentrale und übergeordnete Organisationen >> Central-Ausschuss für Innere Mission
1898-1957
Der Propagandadienst des Central-Ausschusses diente der Öffentlichkeitsarbeit und Einwerbung von Mitteln für die Arbeit der Inneren Mission.
Vorwort: Als der Central Ausschuß für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche (CA) im Jahre 1923 daranging, sein 75jähriges Bestehen zu feiern, und aus diesem Anlaß eine Jubiläumssammlung durchführte, zeigte sich, daß über die Werke und Arbeitsfelder der Inneren Mission bei weiten Kreisen der Bevölkerung nur ungenaue Kenntnisse vorhanden waren. In seiner Sitzung am 13. November 1923 befaßte sich der CA mit der Notwendigkeit, eine systematische Propagandatätigkeit wie sie schon bei dem Caritasverband in Freiburg durchgeführt wurde zu betreiben, und beauftragte Dr. Carl Schweitzer, eine Kommission zu bilden und Vorschläge zu erarbeiten (ADW, CA 94). Diese trat am 4.12.1923 zusammen und stellte fest, daß die Arbeit der Inneren Mission tatsächlich in den weitesten Kreisen völlig unbekannt sei und daß es von grundsätzlicher Bedeutung sei, "daß die Liebesarbeit als Tatbeweis der evangelischen Christenheit in der breiten Öffentlichkeit bekannt" werde; es gehe "sowohl um Bekanntmachung als auch um Propaganda zum Zwecke der Mittelbeschaffung". Die Kommission schlug deshalb dem CA die Errichtung einer "Propagandazentrale" vor (ADW, CA/PD 85).
Auch die 26. Konferenz theologischer Berufsarbeiter der Inneren Mission befaßte sich auf ihrer Tagung vom 30. Mai bis 2. Juni 1924 in Freudenstadt mit dem Thema Propaganda, anerkannte die Notwendigkeit einer solchen Tätigkeit und billigte die von Engelmann vorgelegten "Richtlinien für eine Propaganda-Arbeit im Central Ausschuß für Innere Mission" (ADW, CA 663 Bd. 5).
Der CA beauftragte daraufhin in seiner Sitzung am 8.7.1924 seine Wirtschaftsabteilung mit der Durchführung der Propaganda Arbeit und stellte für diese Tätigkeit cand. min. Wilhelm Engelmann, der bereits seit dem 1. Januar 1924 für die Jubliäumssammlung in der Wirtschaftsabteilung des CA tätig war, als theologischen Berufsarbeiter ein. Pfarrer Wilhelm Engelmann (geb. 4.6.1894 in Achim bei Bremen, gest. 17.1.1973 in Bremen, von 1925-1957 2. Direktor und Mitglied des Vorstands des CA) leitete den Propagandadienst bis zum Kriegsende und war seit 1945 Referent für Jugendpflege und -fürsorge, Ausbildungswesen und Nachwuchsförderung in der Geschäftsstelle Bethel des CA, von 1957 bis 1959 leitete er als Direktor die Abteilung Allgemeine Fürsorge und Jugendfürsorge der Hauptgeschäftsstelle des Werkes "Innere Mission und Hilfswerk der EKD" in Stuttgart. Seit dem 1.3.1926 stand P.Engelmann in Gertrud Grunz eine besonders tüchtige Mitarbeiterin zur Seite. Gertrud Grunz (geb. 14.7.1896 in Berlin, gest. 28.12.1963 in Berlin) war von 1913 - 1920 als Sekretärin in der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, vom 1921 bis 1926 als Archivarin und soziale Hilfsarbeiterin beim Deutschen Zentralausschuß für die Auslandshilfe e.V. - unterbrochen von einer ½jährigen Tätigkeit 1921/22 als Büroleiterin in der Hauptgeschäftsstelle Altershilfe des Deutschen Volkes - tätig gewesen. Seit Mitte der 30er Jahre kann auch eine Tätigkeit in Archiv und Statistik, seit 1944 die Übernahme der Geschäftsführung des Reichsverbandes Ev. Jugend Erholungsheilstätten nachgewiesen werden. Am 31.12.1961 schied sie aus Altersgründen aus dem CA aus (ADW, ZBB 2992).
Die Tätigkeit des Propagandadienstes galt allen Gebiete der damaligen "Medienlandschaft"; hervorgehoben seien seine Mitwirkung bei Ausstellungen, bei der Herstellung von Filmen und der Nutzung der Möglichkeiten, die der Rundfunk bot, aber auch seine Beteiligung bei der Bekämpfung von Auswüchsen dieser Medien, wie z.B. beim Kampf gegen Schund und Schmutz-Literatur, dem Jugendschutz und der Mitarbeit in Zensurbehörden. Zu seinen ersten Aufgaben gehörte die Schaffung eines einheitlichen Zeichens für die Innere Mission, dem Kronenkreuz, das sich bis zum heutigen Tage als Symbol für die Diakonie erhalten hat.
Die Akten des Propagandadienstes erstrecken sich vorwiegend über den Zeitraum von 1923 bis zum Beginn des 2. Weltkrieges, bei einigen wenigen reicht die Laufzeit bis in die Kriegsjahre hinein. Da der Propagandadienst seine Tätigkeit nach 1945 nicht wieder aufnahm, hat der Bestand in dieser Zeit nur einen unwesentlichen Zuwachs erfahren; er betrifft vor allem die Neuordnung der Inneren Mission und ihre Zusammenführung mit dem Hilfswerk (Nr. 2-5). Die Akten wurden 1993 von Frau Annerose Schwittlinsky verzeichnet und geordnet, wobei die vorgefundene Ordnung nur unwesentlich verändert und 33 Akten betreffend Firmenangebote und Vertriebsfragen kassiert wurden.
Im März 2003 wurde das Findbuch von Frau Claudia Kögler in die AUGIAS-Archivdatenbank eingegeben.
Berlin, den 27.03.2003
ABKÜRZUNGEN
CA Central Ausschuß für Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche
CA/O Central Ausschuß, Geschäftsstelle Berlin
DC Deutsche Christen
DEK Deutsche Evangelische Kirche
Dt., dt. Deutsch, deutsch
Dtld. Deutschland
EOK Evangelischer Oberkirchenrat
FA Fachausschuß
HB Hauptbüro
HW Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland
IM Innere Mission L. u. P. Verbände Landes u. Provinzial Verbände
Ms. Manuskript
Ns. Niederschrift
o.D. ohne Datum
o.V. ohne Verfasser
Rs. Rundschreiben
VM Volksmission
Vorwort: Als der Central Ausschuß für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche (CA) im Jahre 1923 daranging, sein 75jähriges Bestehen zu feiern, und aus diesem Anlaß eine Jubiläumssammlung durchführte, zeigte sich, daß über die Werke und Arbeitsfelder der Inneren Mission bei weiten Kreisen der Bevölkerung nur ungenaue Kenntnisse vorhanden waren. In seiner Sitzung am 13. November 1923 befaßte sich der CA mit der Notwendigkeit, eine systematische Propagandatätigkeit wie sie schon bei dem Caritasverband in Freiburg durchgeführt wurde zu betreiben, und beauftragte Dr. Carl Schweitzer, eine Kommission zu bilden und Vorschläge zu erarbeiten (ADW, CA 94). Diese trat am 4.12.1923 zusammen und stellte fest, daß die Arbeit der Inneren Mission tatsächlich in den weitesten Kreisen völlig unbekannt sei und daß es von grundsätzlicher Bedeutung sei, "daß die Liebesarbeit als Tatbeweis der evangelischen Christenheit in der breiten Öffentlichkeit bekannt" werde; es gehe "sowohl um Bekanntmachung als auch um Propaganda zum Zwecke der Mittelbeschaffung". Die Kommission schlug deshalb dem CA die Errichtung einer "Propagandazentrale" vor (ADW, CA/PD 85).
Auch die 26. Konferenz theologischer Berufsarbeiter der Inneren Mission befaßte sich auf ihrer Tagung vom 30. Mai bis 2. Juni 1924 in Freudenstadt mit dem Thema Propaganda, anerkannte die Notwendigkeit einer solchen Tätigkeit und billigte die von Engelmann vorgelegten "Richtlinien für eine Propaganda-Arbeit im Central Ausschuß für Innere Mission" (ADW, CA 663 Bd. 5).
Der CA beauftragte daraufhin in seiner Sitzung am 8.7.1924 seine Wirtschaftsabteilung mit der Durchführung der Propaganda Arbeit und stellte für diese Tätigkeit cand. min. Wilhelm Engelmann, der bereits seit dem 1. Januar 1924 für die Jubliäumssammlung in der Wirtschaftsabteilung des CA tätig war, als theologischen Berufsarbeiter ein. Pfarrer Wilhelm Engelmann (geb. 4.6.1894 in Achim bei Bremen, gest. 17.1.1973 in Bremen, von 1925-1957 2. Direktor und Mitglied des Vorstands des CA) leitete den Propagandadienst bis zum Kriegsende und war seit 1945 Referent für Jugendpflege und -fürsorge, Ausbildungswesen und Nachwuchsförderung in der Geschäftsstelle Bethel des CA, von 1957 bis 1959 leitete er als Direktor die Abteilung Allgemeine Fürsorge und Jugendfürsorge der Hauptgeschäftsstelle des Werkes "Innere Mission und Hilfswerk der EKD" in Stuttgart. Seit dem 1.3.1926 stand P.Engelmann in Gertrud Grunz eine besonders tüchtige Mitarbeiterin zur Seite. Gertrud Grunz (geb. 14.7.1896 in Berlin, gest. 28.12.1963 in Berlin) war von 1913 - 1920 als Sekretärin in der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, vom 1921 bis 1926 als Archivarin und soziale Hilfsarbeiterin beim Deutschen Zentralausschuß für die Auslandshilfe e.V. - unterbrochen von einer ½jährigen Tätigkeit 1921/22 als Büroleiterin in der Hauptgeschäftsstelle Altershilfe des Deutschen Volkes - tätig gewesen. Seit Mitte der 30er Jahre kann auch eine Tätigkeit in Archiv und Statistik, seit 1944 die Übernahme der Geschäftsführung des Reichsverbandes Ev. Jugend Erholungsheilstätten nachgewiesen werden. Am 31.12.1961 schied sie aus Altersgründen aus dem CA aus (ADW, ZBB 2992).
Die Tätigkeit des Propagandadienstes galt allen Gebiete der damaligen "Medienlandschaft"; hervorgehoben seien seine Mitwirkung bei Ausstellungen, bei der Herstellung von Filmen und der Nutzung der Möglichkeiten, die der Rundfunk bot, aber auch seine Beteiligung bei der Bekämpfung von Auswüchsen dieser Medien, wie z.B. beim Kampf gegen Schund und Schmutz-Literatur, dem Jugendschutz und der Mitarbeit in Zensurbehörden. Zu seinen ersten Aufgaben gehörte die Schaffung eines einheitlichen Zeichens für die Innere Mission, dem Kronenkreuz, das sich bis zum heutigen Tage als Symbol für die Diakonie erhalten hat.
Die Akten des Propagandadienstes erstrecken sich vorwiegend über den Zeitraum von 1923 bis zum Beginn des 2. Weltkrieges, bei einigen wenigen reicht die Laufzeit bis in die Kriegsjahre hinein. Da der Propagandadienst seine Tätigkeit nach 1945 nicht wieder aufnahm, hat der Bestand in dieser Zeit nur einen unwesentlichen Zuwachs erfahren; er betrifft vor allem die Neuordnung der Inneren Mission und ihre Zusammenführung mit dem Hilfswerk (Nr. 2-5). Die Akten wurden 1993 von Frau Annerose Schwittlinsky verzeichnet und geordnet, wobei die vorgefundene Ordnung nur unwesentlich verändert und 33 Akten betreffend Firmenangebote und Vertriebsfragen kassiert wurden.
Im März 2003 wurde das Findbuch von Frau Claudia Kögler in die AUGIAS-Archivdatenbank eingegeben.
Berlin, den 27.03.2003
ABKÜRZUNGEN
CA Central Ausschuß für Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche
CA/O Central Ausschuß, Geschäftsstelle Berlin
DC Deutsche Christen
DEK Deutsche Evangelische Kirche
Dt., dt. Deutsch, deutsch
Dtld. Deutschland
EOK Evangelischer Oberkirchenrat
FA Fachausschuß
HB Hauptbüro
HW Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland
IM Innere Mission L. u. P. Verbände Landes u. Provinzial Verbände
Ms. Manuskript
Ns. Niederschrift
o.D. ohne Datum
o.V. ohne Verfasser
Rs. Rundschreiben
VM Volksmission
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
22.04.2025, 11:01 AM CEST