A Rep. 232-38 Concordia Verein katholischer Kaufleute, Katholischer kaufmännischer Hilfsverein (Bestand)
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A Rep. 232-38
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> A Bestände vor 1945 >> A 7 Kammern und Körperschaften, Organisationen und Vereine >> A 7.3 Vereine und Verbände
Vorwort: A Rep. 232-38 Concordia Verein katholischer Kaufleute, Katholischer kaufmännischer Hilfsverein
1. Vereinsgeschichte
Der Verein wurde am 18. Januar 1885 mit 15 Mitgliedern in Berlin gegründet. Im Gründungsvorstand waren als 1. Vorsitzender Carl Bohn, als 2. Vorsitzender Reinhold Sauer, als Kassierer Otto Röhr und als Schriftführer Nicola Bohn tätig.
Als Hauptaufgabe sah der Verein, sich als Sammelpunkt katholischer Kaufleute, die religiösen Halt, Gesellschaft und Freundschaft suchten, zusammen zu finden. Als weitere Aufgabe sah der Verein darin, seinen Mitgliedern, die unverschuldet in Not gerieten, behilflich zu sein. Hierzu wurde im Laufe der Jahre eine Unterstützungskasse eingerichtet, die ab 1901 auch Nichtmitglieder unterstützte. Unterstützende Mitglieder und festliche Veranstaltung erbrachten die Gelder, die für zahlreiche Gesuche bewilligt werden konnten. Die Unterstützungen bestanden in Kleidung, Schuhwerk, Essenmarken und der Übernahme von Mietrückständen.
Ein Stellennachweis wurde eingerichtet, den bis 1910 bereits 142 Bewerber in Anspruch nahmen. Ab 1904 wurde dieser auch Nichtmitgliedern zugänglich gemacht.
Zur Fachbildung seiner Mitglieder organisierte der Verein Vorträge religiösen oder fachwissenschaftlichen Inhalts und stellte in seiner Bibliothek zahlreiche Literatur zur Verfügung.
1890 zählte der Verein 28 Mitglieder, 1895 bereits 39 Mitglieder. 1894 konnten durch die zahlreichen Spenden der Mitglieder eine prächtige Vereinsfahne angeschafft werden, die im Rahmen einer Festveranstaltung geweiht wurde. Diese festliche Veranstaltung brachte dem Verein neuen Mitgliederzulauf, sodass 1904 bereits 85 Mitglieder zu verzeichnen waren. Um den Mitgliedern den Besuch der Vereinssitzungen zu erleichtern, wurden weitere Filialvereine begründet: am 21. Januar 1906 in Berlin-Westen, am 20. September 1906 in Rixdorf und am 19. Oktober 1906 in Berlin-Norden. Die Mitgliederzahl stieg hierbei auf 153.
In der breiten Öffentlichkeit wirkte die Concordia an gemeinsamen Projekten mit den Marienschwestern bei St. Michael, an den Vinzenz-Konferenzen und mit dem Verein für entlassene Strafgefangene. Auch war die Concordia der erste Verein Berlins, der sich der Berliner Kirchennot annahm. Der Reinerlös einer festlichen Veranstaltung wurde als Grundfonds für den Bau der St. Pius-Kirche verwandt. Ebenso wurde für den Papst eine regelmäßige Sammlung für den Peterspfennig durchgeführt.
Im November 1900 wurde eine eigene Krankenunterstützungs- und Sterbekasse eingeführt. Glücklicherweise wurde diese nicht so sehr in Anspruch genommen, dass sich dadurch ein Fonds bilden und die Zwangsmitgliedschaft in eine fakultative umgewandelt werden konnte. 1907 schloss sich die Concordia dem Verband katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deutschlands an. Hierbei wurde die Vereinskrankenkasse aufgelöst und die Verbandskrankenkasse für neue Fälle in Anspruch genommen. Anlässlich des Silberjubiläums, welches der Verein am 06. Februar 1910 feierte, stiftete er einen Beitrag von 3.000 Reichsmark als Grundfonds für das neu zu errichtende katholische Kaufmannsheim.
1912 beantragte der Verein die Eintragung in das Vereinsregister, um die Bedeutung einer juristischen Person zu erlangen.
2. Bestandsbeschreibung
Der Bestand umfasst drei Akten (0,15 lfm) mit der Laufzeit 1908-1912. Er beinhaltet gedruckte Jahresberichte aus den Jahren 1908-1912, das Programmheft zum 25jährigen Jubelfest mit einer Festordnung. Zwei Mitgliederkarten des Mitgliedes Max Hartmann runden den Bestand ab.
Die Dokumente fanden sich im Dezember 2012 in der Dienstbibliothek des Landesarchivs Berlin an und wurden nun mit der Archivsoftware Augias.Archiv 8.3 verzeichnet.
Der Bestand ist nun über die Findmittel Datenbank und Findbuch nutzbar.
Er wird wie folgt zitiert: Landesarchiv Berlin, A Rep. 232-38 Nr. ... .
3. Korrespondierende Bestände
A Pr.Br.Rep. 030-04 - Polizeipräsidium Berlin - Vereine Nr. 250: Concordia - Verein katholischer Kaufleute Berlin (1935 - 1944)
B Rep. 020 - Der Polizeipräsident in Berlin Nr. 104: Vereinsakte Katholisch-kaufmännischer Verein Berlin-Moabit (Concordia-Verein Katholischer Kaufleute) (1943 - 1951)
B Rep. 042 - Amtsgericht Charlottenburg Nr. 26287: "Concordia" Verein katholischer Kaufleute in Berlin, katholischer kaufmännischer Hilfsverein (1912 - 1944)
Berlin, Dezember 2012 Kerstin Bötticher
1. Vereinsgeschichte
Der Verein wurde am 18. Januar 1885 mit 15 Mitgliedern in Berlin gegründet. Im Gründungsvorstand waren als 1. Vorsitzender Carl Bohn, als 2. Vorsitzender Reinhold Sauer, als Kassierer Otto Röhr und als Schriftführer Nicola Bohn tätig.
Als Hauptaufgabe sah der Verein, sich als Sammelpunkt katholischer Kaufleute, die religiösen Halt, Gesellschaft und Freundschaft suchten, zusammen zu finden. Als weitere Aufgabe sah der Verein darin, seinen Mitgliedern, die unverschuldet in Not gerieten, behilflich zu sein. Hierzu wurde im Laufe der Jahre eine Unterstützungskasse eingerichtet, die ab 1901 auch Nichtmitglieder unterstützte. Unterstützende Mitglieder und festliche Veranstaltung erbrachten die Gelder, die für zahlreiche Gesuche bewilligt werden konnten. Die Unterstützungen bestanden in Kleidung, Schuhwerk, Essenmarken und der Übernahme von Mietrückständen.
Ein Stellennachweis wurde eingerichtet, den bis 1910 bereits 142 Bewerber in Anspruch nahmen. Ab 1904 wurde dieser auch Nichtmitgliedern zugänglich gemacht.
Zur Fachbildung seiner Mitglieder organisierte der Verein Vorträge religiösen oder fachwissenschaftlichen Inhalts und stellte in seiner Bibliothek zahlreiche Literatur zur Verfügung.
1890 zählte der Verein 28 Mitglieder, 1895 bereits 39 Mitglieder. 1894 konnten durch die zahlreichen Spenden der Mitglieder eine prächtige Vereinsfahne angeschafft werden, die im Rahmen einer Festveranstaltung geweiht wurde. Diese festliche Veranstaltung brachte dem Verein neuen Mitgliederzulauf, sodass 1904 bereits 85 Mitglieder zu verzeichnen waren. Um den Mitgliedern den Besuch der Vereinssitzungen zu erleichtern, wurden weitere Filialvereine begründet: am 21. Januar 1906 in Berlin-Westen, am 20. September 1906 in Rixdorf und am 19. Oktober 1906 in Berlin-Norden. Die Mitgliederzahl stieg hierbei auf 153.
In der breiten Öffentlichkeit wirkte die Concordia an gemeinsamen Projekten mit den Marienschwestern bei St. Michael, an den Vinzenz-Konferenzen und mit dem Verein für entlassene Strafgefangene. Auch war die Concordia der erste Verein Berlins, der sich der Berliner Kirchennot annahm. Der Reinerlös einer festlichen Veranstaltung wurde als Grundfonds für den Bau der St. Pius-Kirche verwandt. Ebenso wurde für den Papst eine regelmäßige Sammlung für den Peterspfennig durchgeführt.
Im November 1900 wurde eine eigene Krankenunterstützungs- und Sterbekasse eingeführt. Glücklicherweise wurde diese nicht so sehr in Anspruch genommen, dass sich dadurch ein Fonds bilden und die Zwangsmitgliedschaft in eine fakultative umgewandelt werden konnte. 1907 schloss sich die Concordia dem Verband katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deutschlands an. Hierbei wurde die Vereinskrankenkasse aufgelöst und die Verbandskrankenkasse für neue Fälle in Anspruch genommen. Anlässlich des Silberjubiläums, welches der Verein am 06. Februar 1910 feierte, stiftete er einen Beitrag von 3.000 Reichsmark als Grundfonds für das neu zu errichtende katholische Kaufmannsheim.
1912 beantragte der Verein die Eintragung in das Vereinsregister, um die Bedeutung einer juristischen Person zu erlangen.
2. Bestandsbeschreibung
Der Bestand umfasst drei Akten (0,15 lfm) mit der Laufzeit 1908-1912. Er beinhaltet gedruckte Jahresberichte aus den Jahren 1908-1912, das Programmheft zum 25jährigen Jubelfest mit einer Festordnung. Zwei Mitgliederkarten des Mitgliedes Max Hartmann runden den Bestand ab.
Die Dokumente fanden sich im Dezember 2012 in der Dienstbibliothek des Landesarchivs Berlin an und wurden nun mit der Archivsoftware Augias.Archiv 8.3 verzeichnet.
Der Bestand ist nun über die Findmittel Datenbank und Findbuch nutzbar.
Er wird wie folgt zitiert: Landesarchiv Berlin, A Rep. 232-38 Nr. ... .
3. Korrespondierende Bestände
A Pr.Br.Rep. 030-04 - Polizeipräsidium Berlin - Vereine Nr. 250: Concordia - Verein katholischer Kaufleute Berlin (1935 - 1944)
B Rep. 020 - Der Polizeipräsident in Berlin Nr. 104: Vereinsakte Katholisch-kaufmännischer Verein Berlin-Moabit (Concordia-Verein Katholischer Kaufleute) (1943 - 1951)
B Rep. 042 - Amtsgericht Charlottenburg Nr. 26287: "Concordia" Verein katholischer Kaufleute in Berlin, katholischer kaufmännischer Hilfsverein (1912 - 1944)
Berlin, Dezember 2012 Kerstin Bötticher
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ