Herrschaft Bassenheim (Bestand)
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53C005
Landeshauptarchiv Koblenz (Archivtektonik)
1382 Urkunden: 1271-1846; 2648 Akten: (1234)-19. Jh. (40,53 Rgm)
Form und Inhalt: Das Eifeldorf Bassenheim bei Koblenz wird erstmals 1125 als Besitz des Klosters St. Maximin bei Trier urkundlich erwähnt. 1265 wurde der Ort ein Lehen des Erzstifts Köln. Ein Ritter namens Siegfried wurde 1301 damit belehnt. Es handelte sich um die erste Belehnung eines Vertreters der erst später so bezeichneten Familie Waldbott von Bassenheim mit diesem Lehen. Die Familie wird 1136 erstmals urkundlich erwähnt; ihr Stammsitz war die Burg Waldmannshausen bei Hadamar, wo sie als Bevollmächtigte oder "Gewaltboten" (davon abgeleitet "Waldbott", oder, in der alten Form, "Walpot") ihrer Herrschaft eingesetzt waren. Später benannte sich die Familie nach dem neuen Stammsitz Bassenheim. 1373 ging die Lehnsherrlichkeit über Bassenheim vom Erzstift Köln auf die Herren von Wied über. Deren Lehnsmänner wiederum waren die Grafen von Isenburg-Braunsberg. Unter den Lehensmännern der Isenburger gelangte die Familie Waldbott von Bassenheim durch Erbschaft und Kauf bis 1597 allmählich in den alleinigen Besitz der Herrschaft Bassenheim. Einige Zeit davor (1554) hatte sich die Familie in die Zweige Bassenheim, Bornheim und Gudenau (1735 erloschen) aufgeteilt. Die Waldbott von Bassenheim waren schon 1638 für ihre Verdienste um Kaiser und Reich in den Reichsfreiherrenstand erhoben worden (Bestätigung 1664). 1720 wurden die Brüder Franz Emmerich Wilhelm und Kasimir Ferdinand Adolf Waldbotten von Bassenheim zu Reichsgrafen ernannt. Die Herrschaft Bassenheim erlangte 1729 die Reichsunmittelbarkeit. Das 1788 in Bassenheim neu errichtete Schloss wurde 1794 von französischen Revolutionstruppen zerstört, als das ganze linke Rheinufer von Frankreich besetzt und diesem 1798 (völkerrechtlich anerkannt im Frieden von Lunéville 1801) einverleibt wurde. Die französische Herrschaft endete 1813. Verschuldung war die Ursache dafür, dass das Rittergut Bassenheim 1861 zwangsversteigert wurde und damit der Familie verloren ging. Der neue Besitzer, Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen, veräußerte 1878 Bassenheim an den Kölner Bankier Abraham von Oppenheim. 1910 erwarb Julius Freiherr von Waldthausen die Burg und den damit verbundenen Besitz. Der gräfliche Zweig der Familie Waldbott von Bassenheim war 1861 auf seine Güter bei Buxheim im bayerischen Oberschwaben umgesiedelt; der freiherrliche Zweig aus der Linie Olbrück-Bornheim hatte seinen Sitz inzwischen auf das Gut Tolcsva in Ungarn verlegt. Ein Akten-Bestand der Herrschaft Bassenheim ist seit 1844 im Staatsarchiv Koblenz (seit 1975 Landeshauptarchiv Koblenz) nachgewiesen; ein erstes Verzeichnis wurde 1877/78 erstellt. Als der preußische Staat 1926 einen großen Teil des in Buxheim in Oberschwaben lagernden Archiv der Waldbotten von Bassenheim erwarb, wurden die auf die Herrschaft Bassenheim bezogenen Archivalien dem Bestand hinzugefügt; ein bei dieser Gelegenheit mit übernommenes Verzeichnis der Bassenheimschen Archivbestandes aus dem frühen 19. Jahrhundert zeigte, dass zahlreiche einschlägige Archivalien zwischenzeitlich verloren gegangen waren. Eine Neuverzeichnung des Bestandes erfolgte 1972. Das damals erstellte Findbuch enthielt auch ein Register mit sämtlichen in den Urkunden vorkommenden Personen-, Orts-, und Flurnamen. Es wurde später in die Datenbank des Landeshauptarchivs Koblenz übertragen.
Der Bestand enthält Unterlagen zu den Orten Bassenheim, Heckenbach, Herresbach, Kempenich, Königsfeld, Ochtendung, Rübenach, Sevenich, Weiler und Wolken.
Der Bestand enthält Unterlagen zu den Orten Bassenheim, Heckenbach, Herresbach, Kempenich, Königsfeld, Ochtendung, Rübenach, Sevenich, Weiler und Wolken.
Bestand
Michel, Fritz: Die Waltboten am Mittelrhein, in: Jahrbuch für Geschichte und Kunst des Mittelrheins und seiner Nachbargebiete 8/9 (1956/57), S. 40-64
Die Hauptmasse der 1926 beim Ankauf des größten Teils des Waldbott-Bassenheimischen Archivs durch Preußen übernommenen Unterlagen bildet heute den Best. 123 des Hessischen Hauptstaatsarchivs in Wiesbaden. Archivalien mit entsprechendem Bezug wurden in Wiesbaden den Best. 3/9 (Herrschaft Kransberg), 333 (Herrschaft Reifenberg) und 124 (von Ostein) zugeordnet. Die Archivalien, die sich auf die Herrschaften Bassenheim, Königsfeld, Olbrück und Pyrmont bezogen, wurden 1926 von Wiesbaden nach Koblenz abgegeben und bilden die Best. 53C005, 53C024, 40 und 41 des Landeshauptarchivs Koblenz. Dort befindet sich auch das umfangreiche, 1911 als Depositum der Freiherren Waldbott von Bassenheim (Linie Olbrück-Bornheim) abgegebene Familienarchiv (Best. 54,032). 1926 in Wiesbaden übernommene Archivalien des Klosters bzw. der Herrschaft Heggbach wurden 1956 an das Hauptstaatsarchiv in Stuttgart abgegeben; dasselbe war zunächst mit den Archivalien zur Karthause Buxheim der Fall, die aber 1963 dem Kloster Ottobeuren als Depositum überlassen wurden. Weil der 1926 übernommene Bestand ungeordnet war ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sich zu allen von dort an andere Archive abgegebenen Beständen aus diesem Fundus noch weitere Archivalien in Wiesbaden befinden.
Die Hauptmasse der 1926 beim Ankauf des größten Teils des Waldbott-Bassenheimischen Archivs durch Preußen übernommenen Unterlagen bildet heute den Best. 123 des Hessischen Hauptstaatsarchivs in Wiesbaden. Archivalien mit entsprechendem Bezug wurden in Wiesbaden den Best. 3/9 (Herrschaft Kransberg), 333 (Herrschaft Reifenberg) und 124 (von Ostein) zugeordnet. Die Archivalien, die sich auf die Herrschaften Bassenheim, Königsfeld, Olbrück und Pyrmont bezogen, wurden 1926 von Wiesbaden nach Koblenz abgegeben und bilden die Best. 53C005, 53C024, 40 und 41 des Landeshauptarchivs Koblenz. Dort befindet sich auch das umfangreiche, 1911 als Depositum der Freiherren Waldbott von Bassenheim (Linie Olbrück-Bornheim) abgegebene Familienarchiv (Best. 54,032). 1926 in Wiesbaden übernommene Archivalien des Klosters bzw. der Herrschaft Heggbach wurden 1956 an das Hauptstaatsarchiv in Stuttgart abgegeben; dasselbe war zunächst mit den Archivalien zur Karthause Buxheim der Fall, die aber 1963 dem Kloster Ottobeuren als Depositum überlassen wurden. Weil der 1926 übernommene Bestand ungeordnet war ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sich zu allen von dort an andere Archive abgegebenen Beständen aus diesem Fundus noch weitere Archivalien in Wiesbaden befinden.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
01.04.2025, 1:23 PM CEST