Klage auf Sukzession in die Vogtei zu Raesfeld im Stift Münster, ein Lehen des Herzogs von Kleve, das nach dem Aussterben der Familie von Raesfeld über Margaretha von Raesfeld, Gattin des Hermann von Velen, 1563 auf den Vorfahren der Prozeßparteien übertragen worden ist. Der Appellant ist ein Nachfahre des Alexander von Velen zu Raesfeld und der Appellat ein Nachfahre des Diederich von Velen, die 1648 und 1653 Verträge abgeschlossen haben, nach denen das Schloß Raesfeld und die Vogtei als Schadenersatzleistung an Alexander von Velen fallen sollten. Der Appellant beruft sich insbesondere auch auf einen Erbvertrag zwischen seinem Vater und Graf Alexander von Velen, dem letzten Besitzer der Vogtei, von 1733, wodurch die streitige Vogtei an den Vater des Appellanten und nach Majoratsrecht an dessen ältesten Sohn vererbt werden sollte. Der Appellat klagte dagegen unter Bezugnahme auf zahlreiche Zessionen und Obligationen vor der 1. Instanz, die am 8. Okt. 1754 zu seinen Gunsten urteilte und dem damals Beklagten die Beweislast auferlegte. Das RKG weist mit Urteil vom 5. Okt. 1770 die Appellation ab und die Streitsache an die Vorinstanz zurück.
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Klage auf Sukzession in die Vogtei zu Raesfeld im Stift Münster, ein Lehen des Herzogs von Kleve, das nach dem Aussterben der Familie von Raesfeld über Margaretha von Raesfeld, Gattin des Hermann von Velen, 1563 auf den Vorfahren der Prozeßparteien übertragen worden ist. Der Appellant ist ein Nachfahre des Alexander von Velen zu Raesfeld und der Appellat ein Nachfahre des Diederich von Velen, die 1648 und 1653 Verträge abgeschlossen haben, nach denen das Schloß Raesfeld und die Vogtei als Schadenersatzleistung an Alexander von Velen fallen sollten. Der Appellant beruft sich insbesondere auch auf einen Erbvertrag zwischen seinem Vater und Graf Alexander von Velen, dem letzten Besitzer der Vogtei, von 1733, wodurch die streitige Vogtei an den Vater des Appellanten und nach Majoratsrecht an dessen ältesten Sohn vererbt werden sollte. Der Appellat klagte dagegen unter Bezugnahme auf zahlreiche Zessionen und Obligationen vor der 1. Instanz, die am 8. Okt. 1754 zu seinen Gunsten urteilte und dem damals Beklagten die Beweislast auferlegte. Das RKG weist mit Urteil vom 5. Okt. 1770 die Appellation ab und die Streitsache an die Vorinstanz zurück.
AA 0627, 3438 - L 510/1850
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 3. Buchstabe L
1755 - 1770 (1563 - 1769)
Enthaeltvermerke: Kläger: Graf Friedrich Karl von Limburg, Styrum und Velen, Sohn des Otto Ernst von Limburg, Styrum und Velen (Vehlen), kaiserl. Generals der Kavallerie und Gouverneurs der Hauptstadt und Festung Ofen, 1755 zu Raesfeld, (Bekl.) Beklagter: Freiherr Hermann Anton Bernhard von und zu Velen, seit 1769 Reichsfreiherr Clemens August von Landsberg namens seiner Gattin, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Albert Ruland 1755 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Hermann Scheurer 1755 - Subst.: Lic. W. L. Ziegler - Subst.: Lic. Caesar Scheurer 1756 - Subst.: Dr. Konrad Gordian Seuter 1767 Prozeßart: Appellationis primae Instanzen: 1. Kurköln. Regierung bzw. Hofrat (Kanzler und Räte) zu Münster 1734 - 1754 - 2. RKG 1755 - 1770 (1563 - 1769) Beweismittel: Lehnbrief des Herzogs Wilhelm von Kleve, Jülich und Berg von 1563 für Lubbert von Heiden zu Hagenbeck namens seiner Gattin Agnes von Raesfeld und für Hermann von Velen, Münsterschen Marschall, als Gatten der Margaretha von Raesfeld (Q 5). Erbteilung von 1596 der Gebrüder Johann von Velen, Domküsters von Münster, Hermann von Velen, Drost in Emsland und Rheine, und Alexander von Velen, kaiserl. Obristen, Söhne des Hermann von Velen zu Velen und Raesfeld (Q 7). Zession des Johann und Hermann von Velen an ihren Bruder Alexander von Velen, kaiserl. Obristen und kurköln. Marschall von Münster, von 1602 (Q 8). Auszug aus dem Vergleich der Brüder Hermann, Johann, Adrian und Alexander von Velen mit Bewilligung ihrer Eltern Hermann von Velen und Maria von Morrien von 1593 betr. Raesfeld (Q 9). Auszug aus dem Vergleich von 1648 zwischen den Vettern Graf Alexander von Velen, Freiherrn von Raesfeld, und Freiherrn Diederich von Velen zu Velen (Q 10). Ebenso von 1653 (Q 11). Erbvertrag von 1733 zwischen GrafAlexander von Velen (verheiratet mit Gräfin Maria Charlotte von Merode ?) und Graf Otto Ernst von Limburg und Styrum, Gatten der Amalia Maria von Schönborn (Q 12). Kautionsschein (Q 31). Zahlreiche weitere Zessionen und Verträge sowie Zeugenverhöre (in Q 39). Beschreibung: 2 Bde., 13 cm; Bd. I: 4,5 cm, 184 Bl., gebunden, Q 1 - 38 und 40, 15 Beilagen von 1756 - 1767; Bd. II: 8,5 cm, 509 Bl., gebunden, Q 39 (Priora).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:29 AM CEST